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Fünffache Surfgeschwindigkeit dank EDGE

16.12.2008

Jetzt ist es offiziell: Wie die E-Plus-Pressestelle gegenüber der Redaktion von teltarif mitgeteilt hat werde das E-Plus-Netz im kommenden Jahr mit dem Datenturbo EDGE aufgerüstet. Damit schließt E-Plus zu den Mobilfunkern T-Mobile, Vodafone und o2 auf, die alle bereits die EDGE-Technologie in ihren Netzen eingeführt haben.

Nicht nur die E-Plus-Kunden dürften sich über diese Nachricht freuen, sondern auch all diejenigen, die bei den Submarken des E-Plus-Konzerns ihre Mobilfunk-Heimat gefunden haben. Neben den Prepaid-Discountern Simyo, Blau.de und mp3.de mobile werden vor allen Dingen alle mobilen Surfer, die sich für die beliebte Base-Internetflatrate entschieden haben, an den fünffachen Downloadraten ihre Freude haben. Bisher waren nämlich im GSM-Netz lediglich Surfgeschwindigkeiten auf GPRS-Niveau mit rund 40 Kbit/s möglich. Mit dem GPRS-Turbo EDGE surft man dagegen mit bis zu 220 Kbit/s.

Verbesserte Datenraten gaben Hinweis auf EDGE-Testlauf

Unklar ist warum sich E-Plus mit der Nachricht über die Einführung der EDGE-Technologie bis zuletzt zurückhielt und erst das Nachhaken der teltarif-Redaktion die Verantwortlichen zu einer Stellungnahme bewegte. Dabei gingen die Redakteure von Teltarif den Hinweisen nach, die in der Redaktion eingegangen sind. Zahlreiche User aus Hamburg hatten in der letzten Woche darauf aufmerksam gemacht, dass bei der Nutzung von GPRS-Services die Anzeige "E" statt "G" auf ihren Geräten aufgetaucht sei. Außerdem habe man in Hamburg höhere Datenraten im Download erreicht als in der Umgebung.

Der EDGE-Testbetrieb in der norddeutschen Metropole wurde auf Anfrage von teltarif    letzte Woche offiziell von der E-Plus-Pressestelle bestätigt. Darüber hinaus wurde bekannt gegeben, dass dem Testbetrieb eine EDGE-Aufrüstung des E-Plus-Netzes im kommenden Jahr folgen werde. Zunächst will der drittgrößte deutsche Netzbetreiber bis Ende März rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung mit dem Datenturbo versorgen. Bis Ende des kommenden Jahres soll EDGE dann 90 Prozent der Bevölkerung zur Verfügung stehen. 

E-Plus: Nachzügler beim EDGE-Ausbau

Die EDGE-Aufrüstung des E-Plus-Netzes kommt nicht von ungefähr. Im Gegenteil. Für den E-Plus-Konzern war es allerhöchste Zeit bessere Bedingungen für das mobile Surfen im Internet zu schaffen. Denn die Mobilfunk-Konkurrenten bieten ihren Kunden schon seit längerer Zeit die EDGE-Technologie an. Die Nutzung von EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) ist immer dann von Vorteil, wenn man nicht im UMTS-Netz unterwegs ist, sondern mit dem GSM-Netz vorlieb nehmen muss. Statt mit 40 Kbit/s zu surfen, katapultiert  der Datenbeschleuniger EDGE die Surfgeschwindigkeit auf das Fünffache.

Aus diesem Grund setzt T-Mobile EDGE bereits seit langer Zeit ein und kann als einziger Mobilfunk-Anbieter derzeit von sich behaupten, dass der EDGE-Standard flächendeckend im gesamten Netz zur Verfügung steht. Langfristig will T-Mobile bei EDGE sogar nachlegen und die Performance auf 260 Kbit/s erhöhen.

Auch Vodafone hat letztes Jahr erkannt, dass man nicht nur auf ein leistungsfähiges UMTS-Netz setzen kann und mit dem EDGE-Ausbau begonnen. Allerdings gibt es bei Vodafone EDGE nicht flächendeckend. Das liegt mitunter daran, dass man anfangs vornehmlich dort EDGE einführen wollte, wo kein UMTS zum Zuge kam. Mittlerweile wird bei Vodafone auch in 3G-Gebieten EDGE eingesetzt.

Der Münchner Mobilfunk-Netzbetreiber o2 hat im Laufe des Jahres 2008 mit dem EDGE-Ausbau begonnen. Ähnlich wie bei E-Plus wurde auch bei o2 EDGE zunächst im Testbetrieb eingeführt – das war im Sommer 2008. Im Herbst machte man sich zügig an den tatsächlichen EDGE-Ausbau bei dem in erster Linie Regionen berücksichtigt werden, in denen das UMTS-Netz nicht zur Verfügung steht.

E-Plus: Vorreiter bei Tarifen

Warum man bei E-Plus so lange mit der sukzessiven Aufrüstung des Netzes in Punkto Datenverkehr gewartet hat, deutete der Konzernlenker Thorsten Dirks schon mehrfach in Interviews an: Während T-Mobile vor zwei Jahren viel Geld für die Aufrüstung der Netze hinblättern musste, profitiert der E-Plus-Konzern heute von gesunkenen Investitionskosten.

Neben der EDGE-Aufrüstung steht bei E-Plus für das kommende Jahr auch der HSDPA-Ausbau an. Auch bei der Einführung des Datenturbos für das UMTS-Netz spekuliert der Konzern auf Preisvorteile. Ob sich die E-Plus-Strategie – und damit die späte Aufrüstung für das Zeitalter des mobilen Internets - letztendlich bewährt, wird auch davon abhängen, wie lange der Ausbau mit EDGE und HSDPA bei E-Plus dauern wird.

Interessanterweise fährt der Konzern im Hinblick auf die Tarifpolitik eine völlig entgegengesetzte Strategie. Bei Tarif-Neuereungen hat der E-Plus-Konzern von jeher eine Vorreiterrolle inne – auch im Bereich des mobilen Internets: Bereits im Sommer 2005 hat E-Plus eine Online-Flatrate für mobiles Surfen zum Monatspreis von 39,95 Euro angeboten. Die mehrfach ausgezeichnete BASE-Internetflatrate für 25,- Euro gibt es seit 2006 – also rund zwei Jahre länger als so manches Angebot das derzeit auf dem Markt existiert.  

Autor: MN

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