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E-Plus will mit HSPA+ das beste deutsche Datennetz bauen
14.10.2010
E-Plus will bis zum Jahr 2012 das beste Datennetz in Deutschland haben. Dabei setzt das Unternehmen auf HSPA+; beim Rennen um den schnellsten LTE-Ausbau will man nicht mitmachen.
„Es mag kess klingen, aber bis Ende 2012 wollen wir das beste Datennetz in Deutschland haben“ so verkündete E-Plus-Chef Thorsten Dirks in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Mit aggressiven Preisen will das Unternehmen die Mobilfunk-Marktanteile von derzeit 16 bis 17 im Sprachbereich und etwa 10 Prozent bei den Daten auf zwanzig Prozent hochschrauben. Mit HSPA+ sollen im E-Plus Netz theoretische Höchstgeschwindigkeiten von 21,6 Megabit pro Sekunde erreicht werden. „Das Rattenrennen um den Rekord im LTE-Ausbau machen wir nicht mit“ sagte Dirks der Zeitung Anfang Oktober.
Stufenweise von 7,2 auf 21,6 Megabit pro Sekunde
Der Chef gab den Ton vor, die Presseabteilung reichte knapp eine Woche später die Details nach: E-Plus will die verfügbare Maximalgeschwindigkeit im Datenfunknetz, die derzeit bei 7,2 MBit/s liegt stufenweise weiter anheben. Beim Netzausbau setzt man dabei auf HSPA+-Stationen, diese können E-Plus-Kunden theoretische Spitzengeschwindigkeiten bis zu 21,6 MBit/s beim Herunterladen von Daten bieten und 5,7 MBit/s beim Senden von Daten. Tag für Tag vergrößere man derzeit das schnelle Daten-Netz in Deutschland um die Fläche Düsseldorfs, so das Mobilfunkunternehmen.
Die neuen HSPA-Stationen, welche die E-Plus-Gruppe derzeit bei der Netzerneuerung aufbaut, sind demzufolge LTE-fähig. Sie könnten daher leicht und schnell auf den neuen Standard umgerüstet werden. Dabei könne man die Frequenzen, die E-Plus bei der Mobilfunkauktion im Mai ersteigerte und die jetzt den Ausbau des Datennetzes optimal unterstützten, auch für LTE nutzen.
„Warum mehr zahlen, nur weil LTE drin ist?“
Für LTE, so Dirks im FAZ-Interview, ist es derzeit noch zu früh. Bis die ersten Endgeräte da seien, werde es Mitte 2011 - und dann werde es keine Handys geben, sondern Surfsticks „in homöopathischen Mengen und zu Preisen jenseits von Gut und Böse“. Da setzt man lieber auf HSPA+ und kann den Kunden die Technik – wie Smartphones oder Datensticks – preiswert verkaufen: „Die Technologie für HSPA+ ist da, und sie ist günstig. Vor allem sind Endgeräte auf dem Markt und preiswert zu haben“, so Dirks.
Die gleiche Leistung wie die LTE-Anbieter für weniger Geld – das peilt E-Plus an, um mit aggressiven Preisen dann den Markt aufzurollen. „Unser Angebot bringt den Kunden bereits Mobilfunkleistung der vierten Generation. Ob LTE oder HSPA+ draufsteht, ist den Kunden völlig egal, solange sie eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 21,6 MBit in der Sekunde bekommen. Und warum soll jemand für einen Datenstick statt 25 Euro ein Vielfaches bezahlen, nur weil da LTE-Technik drin ist?“ so Dirks.
E-Plus
Das in Düsseldorf ansässige Unternehmen hat bis jetzt – aktuellen Netztests von Chip Online und der Zeitschrift „connect“ zufolge - das mit Abstand schwächste Mobilfunk-Datennetz in Deutschland.
Im zweiten Quartal 2010 hatte E-Plus 19,6 Millionen Kunden, das waren sieben Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde im Monat (ARPU) lag von April bis Juni 2010 bei 13 Euro, das war ein Euro weniger als im 2. Quartal 2009. Trotzdem konnte man den Gesamtumsatz um 0,8 Prozent auf 803 Millionen Euro steigern, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 345 Millionen Euro. Der Gewinn machte damit 43 Prozent des Umsatzes aus. Diese so genannte EBITDA-Marge gilt als Kennzahl dafür, wie profitabel ein Unternehmen arbeitet.
Autor: ET
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