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Chinesen starten eigenes 3G-Mobilfunknetz

03.04.2008

Seit 1. April 2008 läuft auch in China die dritte Generation der Mobilfunkstandards an. Die 3G-Technologie, hierzulande besser als UMTS bekannt, zeichnet sich aus durch schnelle Datenübertragungsraten, mobile Unabhängigkeit und neuartige Anwendungen.

Allerdings setzt China Mobile, der größte Netzbetreiber in China, auf einen Alternativ-Standard zu UMTS: Laut einem Bericht der Zeitung Shanghai Daily soll in China das TD-SCDMA-Verfahren (Time Division - Synchronous Code Division Multiple Access) eingeführt werden. Die TD-SCDMA-Technik wurde von der Akademie für Telekommunikationstechnologie in Peking zusammen mit dem chinesischen Telekomausrüster Datang und Siemens entwickelt. Die Technologie konkurriert mit CDMA 2000 und WCDMA, die unter anderem in den USA, Japan und Korea eingesetzt werden.

Chinas Mobilfunkmarkt soll neu aufgeteilt werden

Der Start der 3G-Technologie wird in China stets in engem Zusammenhang mit der geplanten Umstrukturierung der gesamten Telekommunikationsbranche gesehen. Die vier Player auf dem Chinesischen Markt China Mobile, Unicom, China Telecom und Netcom sind mehrheitlich in staatlicher Hand. China Mobile und Unicom sind im Mobilfunk-Bereich tätig, wohingegen China Telecom und Netcom im Festnetzbereich aktiv sind.

Doch allmählich wird den politischen Verantwortlichen China Mobile zu mächtig. Mittlerweile verfügt das Unternehmen über 384 Millionen Kunden. Nur zu gern würde man die Flügel des Marktführers im Rahmen einer Umstrukturierung des Marktes stutzen. In Betracht käme eine Aufteilung von Unicom auf die beiden Festnetz-Anbieter, so dass beide in Zukunft China Mobile im Mobilfunk-Sektor Paroli bieten könnten.

China Mobile: 3G-Testlauf in 8 chinesischen Städten

Am Anfang werden rund 60.000 Chinesen in den Genuss kommen das neue 3g-Netz zu testen. In erster Linie finden sich die Probanden für diesen Testlauf in der chinesischen Prominenz. Den Rest der 60.000 3G-Handys erhalten Premium-Kunden, die hohe monatliche Umsätze erzielen.

Zunächst sollen acht chinesische Städte mit dem schnellen Standard versorgt werden: Peking und Shanghai, des weiteren Guangzhou, Qinhuangdao, Shenyang, Shenzhen, Tianjin und Xiamen. Die Handys für das neue Mobilfunknetz liefern sechs Hersteller, darunter Lenovo, LG, Samsung und ZTE. Die Geräte sollen umgerechnet zwischen 175 und 365 Euro kosten.

Während eingehende Anrufe kostenfrei bleiben, werden für abgehende Gespräche umgerechnet etwa 3,6 Cent pro Minute berechnet. Es besteht die Auswahl zwischen Minutenpaketen und Datentarifen, wobei das günstigste Datenpaket 90 Cent im Monat kosten soll. Es hat ein Inklusivvolumen von 30 Megabyte. Wie aus dem Bericht der Shanghai Daily weiter hervorgeht, bekommen Kunden während der Testphase einen Rabatt von 50 Prozent. Laut China Mobile sollen die Kosten für den neuen 3G-Service damit fast auf das günstigere 2G-Niveau sinken. Über die Länge der Testphase ist bisher nichts bekannt. Neue Anwendungen wie Mobile TV und Videokonferenzen werden schon während des Testlaufs verfügbar sein. 

Autor: FN u. MN

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