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Bald mehr als 600 Millionen Kunden für mobiles Breitband
13.08.2008
Nicht umsonst wurde das mobile Internet als Haupttrend für das Jahr 2008 ausgewiesen. Die Nachfrage der Verbraucher nach breitbandigem Mobilfunk steigt stetig an. Um sich die datenintensiven Multimedia-Anwendungen leisten zu können, wünschen sich die Kunden von den Mobilfunkanbietern verstärkt Flatrate-Angebote mit großen Übertragungsvolumina.
Das wachsende Interesse an mobilen Datendiensten setzt die Anbieter zwar einerseits unter Druck, ihre Netze aufzurüsten, beschert ihnen aber andererseits auch ein sattes Umsatzwachstum. So konnte T-Mobile 2007 Umsatzzuwächse bei der Internet-, Daten- und Multimedia-Nutzung um 40 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro verzeichnen. Die e-plus-Gruppe hat ihre Kundenzahl laut eigenen Angaben von 2005 bis 2008 um 6,7 Millionen gesteigert und Vodafone verweist zufrieden auf aktuell 35,295 Millionen Mobilfunk-Kunden.
Mobilfunkanbieter investieren kräftig in UMTS-Ausbau
Auch 2009 wird die mobile Datennutzung den Mobilfunkmarkt weiter antreiben, davon gehen die vier großen Netzbetreiber in Deutschland aus. Bei T-Mobile vermutet man sogar, „dass international in den kommenden Jahren mehr als 600 Millionen Kunden mobile Breitbandnetze nutzen werden“. Vodafone und T-Mobile haben auf den steigenden Bedarf der Kunden reagiert und ihre Netze weiter ausgebaut: Die Telekom-Tochter versorgt derzeit 1250 Städte und Gemeinden mit UMTS, die HSPA-Technologie mit bis zu 3,6 MBit/s im Downlink und bis zu 1,4 MBit/s im Uplink ist im gesamten UMTS-Netz verfügbar. An rund 250 hochfrequentierten Standorten bietet T-Mobile inzwischen HSDPA mit Bandbreiten von bis zu 7,2 MBit/s im Downlink an. Vodafone betreibt aktuell etwas über 350 HSDPA-Hotspots mit dieser Übertragungsgeschwindigkeit. Noch 2008 will der zweitgrößte deutsche Anbieter an wichtigen Standorten Raten von 14,4 Mbit/s im Downlink und 5,8 MBit/s im Uplink möglich machen.
Auch der Mobilfunkanbieter o2 hat seine Netzkapazitäten erweitert: Durch die Koppelung des deutschen Funknetzes an das IP-Netz der Schwestergesellschaft Telefónica Deutschland wurde ein leistungsstarker TK-Backbone geschaffen. Bis Ende 2009 sollen 3,5 Milliarden Euro in den weiteren Netzausbau in Richtung UMTS/ HSPA investiert werden. Die e-Plus-Gruppe arbeitet nach eigenen Angaben seit Beginn 2008 ebenfalls am Ausbau der UMTS-Versorgung. Erstmals soll ein Großteil der Netzinvestitionen im hohen dreistelligen Millionen-Bereich in den UMTS-Ausbau fließen, heißt es bei e-plus.
Kaum mehr echte mobile Daten-Flatrates
Der Ausbau der Mobilfunknetze ist eine positive Entwicklung für den deutschen Verbraucher. Eine weitere Reaktion der Mobilfunkanbieter, um eine Überlastung der Netze zu vermeiden, ist für die Kunden weniger vorteilhaft: die Drosselung der mobilen Daten-Flatrates. Beispielsweise hat T-Mobile zum 1. August bei einem neuen Tarif die Konditionen für die HSDPA-Flatrate zurückgeschraubt. Tests hätten ergeben, dass lediglich ein Prozent der Kunden die Marke von fünf Gigabyte überschreiten, erklärte T-Mobile-Sprecher Dirk Wende. „Wir haben uns dazu entschlossen, die Bandbreite ab fünf GB herunterzuregulieren, damit möglichst viele dieses Angebot mit einer möglichst guten Performance nutzen können“, so Wende.
Auch bei Vodafone glaubt man nicht, dass die Drosselungen in der Belastung der Netze begründet seien. Vielmehr gehe es um ein „Politikum“, vermutet Vodafone-Sprecher Dirk Ellenbeck. O2-Sprecher Albert Fetsch kann das Verhältnis Vielnutzer: Normalnutzer tendenziell bestätigen. Die 10-GB-Marke seines Unternehmens halte er für einen sehr fairen und hohen Wert, der Surfen und Downloaden bei voller Geschwindigkeit ermögliche. Eine Internet-Flatrate ohne Beschränkungen gibt es derzeit nur noch bei E-Plus. Allerdings müssen Surfer im E-Plus-Netz eine niedrigere UMTS-Geschwindigkeit akzeptieren. Zudem wurden die Verträge einiger Base-Kunden aus bisher ungeklärten Gründen aufgekündigt.
Autor: FN
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