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Bald Breitband-Internet über Fernsehfrequenzen?

24.04.2008

Wie die Bundesnetzagentur am gestrigen Tag bekannt gab werden – wie schon im Jahr 2000 –im kommenden Jahr erneut Funkfrequenzen im Rahmen einer Versteigerung verkauft. Die spektakuläre Auktion nach der Jahrtausendwende spülte damals rund 50 Milliarden Euro in die Kassen der Bundesregierung. Bei der erneuten Vergabe von Funk-Lizenzen hofft der Staat auf eine ähnliche Resonanz.

Bereits im Vorfeld der anberaumten Auktionen sickerte durch, dass sowohl aktive Netzbetreiber als auch Neueinsteiger Interesse an den Frequenzen gezeigt hätten und die Nachfrage entsprechend groß sei. Der Präsident der Bundesnetzagentur Matthias Kurth begründet die anberaumte Frequenz-Versteigerung mit steigendem Datenaufkommen in den Mobilfunknetzen: „Die Vergabe weiterer Frequenzen für den breitbandigen Netzzugang erhält immer größere Bedeutung, da sich die Zahl der regelmäßigen UMTS-Nutzer von 2005 bis 2007 mehr als verdreifacht hat.“  

Versteigerung des größten Frequenzspektrums

Beim Frequenz-Spektrum von 270 MHz in den Bereichen von 1,8 GHz, 2 GHz und 2,6 GHz, das im Rahmen der Auktion im kommenden Jahr versteigert werden soll,  handelt es sich um das bisher umfangreichste Frequenzpaket, das in Deutschland je unter den Hammer kam.

Wie schon bei der Vergabe der Frequenzen für den breitbandigen Netzzugang (BWA) setzt die Bundesnetzagentur auch diesmal auf eine technikneutrale Vergabe, schreibt also nicht konkret vor, wie die Frequenzen genutzt werden dürfen. Bei der ersten Vergabe der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 war das noch anders. Damals verpflichteten sich die Mobilfunker außer UMTS keine weiteren Dienste zu verwenden.

Neue Breitband-Lizenzen bieten größeren Spielraum

Die Tatsache dass die neu zu vergebenden Funkfrequenzen nicht an eine einzige Technologie geknüpft sind, bietet den Unternehmen wesentlich flexiblere Möglichkeiten. Die ersteigerten Lizenzen können nämlich auch für den Übertragungsstandard GSM und die Breitband-Technik WiMAX genutzt werden.

„Durch diesen Ansatz kann eine Vielzahl von unterschiedlichen Geschäftsmodellen realisiert werden“ kommentiert Kurth die Vergabebedingungen. Laut Kurth ist es den Unternehmen, die im Rahmen der Auktion eine Lizenz erwerben, auch erlaubt mit den Lizenzen zu handeln.

Auch alte Frequenzen kommen unter den Hammer

Die erste UMTS-Versteigerung hatte dem Staat zwar einen schönen Batzen Geld gebracht, die Mobilfunkunternehmen jedoch stark belastet. Bei zwei der sechs erfolgreichen Bieter, Mobilfunk und Qualm, kam UMTS nie zum Einsatz.

Der Anbieter Quam baute das UMTS-Netz nie auf und verstieß somit gegen die Vergabebedingungen. Die Bundesnetzagentur reagierte und entzog dem Unternehmen wieder die Lizenz. Mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen folgten. Das Verfahren ist bis heute jedoch nicht abgeschlossen.

Mobilcom hatte seinerzeit zwar einen UMTS-Netz-Aufbau gestartet jedoch das gesamte UMTS-Vorhaben wieder ziemlich schnell ad acta gelegt, die fertig gestellte UMTS-Versorgung an E-Plus verkauft und die ersteigerten Frequenzen wieder an die Bundesnetzagentur zurück gegeben.

Die frei gewordenen Frequenzen beider Anbieter sollen im Rahmen der Versteigerung im kommenden Jahr ebenfalls angeboten werden.

Frequenzen-Versteigerung muss erst geplant werden

Ursprünglich war die Versteigerung der Braitband-Frequenzen für dieses Jahr Vorgesehen. Die Verschiebung der Frequenzen-Versteigerung begründete der Präsident der Bundesnetzagentur damit, dass diese sorgfältig vorbereitet werden müsse.

Im Laufe des Jahres sollen zunächst die Richtlinien für die Vergabe der kommenden Auktion festgelegt werden. Insgesamt rechnet die Regulierungsbehörde bis zum Jahresende mit einem erfolgreichen Abschluss der Vorarbeiten, so dass im Jahr 2009 die ersten Gebote angenommen werden könnten.

Autor: MN

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