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Mobile Vorlieben: Deutsche simsen, Amerikaner surfen
In Europa wie in den USA gibt es jeweils an die 230 Millionen Handy-User. Allerdings gibt es Unterschiede bei der Nutzung. Mobiles Surfen ist in Nordamerika weitaus beliebter als in Europa.
In Deutschland ist die SMS immer noch das bei weitem beliebteste mobile Kommunikationsmittel. In den USA dagegen nutzen vergleichsweise viele Menschen das mobile Internet, versenden E-Mails und wollen bevorzugt mit ihren Smartphones mobil Surfen. Das geht aus den neuesten Zahlen des IT-Marktforschungsunternehmens Comscore hervor.
Amerikaner pflegen häufiger soziale Kontakte per Internet
„Es ist schon erstaunlich. Da versenden die Deutschen zum Großteil täglich SMS und nehmen dafür relativ hohe Gebühren in Kauf. Bei der technisch aufwendigeren Nutzung des mobilen Internets beschweren sie sich und meinen, es sei zu teuer“, sagte Comscore-Chef Gian Fulgoni zu „Focus online“. Die Statistiken seines Unternehmens zeigen die Unterschiede im mobilen Kommunikationsverhalten auf: In Deutschland schickten Ende 2009 rund 81 Prozent der Menschen, die ein mobiles Endgerät besitzen, eine SMS. Nur 14,8 Prozent benutzten ihren Browser um ins Internet zu gehen. In den USA schickten 63 Prozent SMS, über 27 Prozent gingen über einen Browser mobil ins Internet. Auch das Aufsuchen von Gemeinschaften im Internet, im Englischen „Social Networking“ genannt, ist in den Vereinigten Staaten deutlich beliebter. Während in Deutschland nur knapp vier Prozent der Mobilfunk-Abonnenten diese Möglichkeit wahrnehmen, sind in den USA rund 16 Prozent in Netzwerken oder Blogs unterwegs.
Fulgoni sieht vor allem in der Tarifpolitik der Mobilfunkunternehmen den Grund für das unterschiedliche Verhalten. In den USA habe es von Anfang an Billigtarife für mobiles Surfen gegeben, in der EU und Deutschland seien sie erst jetzt im Kommen.
Smartphone-Betriebssysteme: in den USA führt RIM, bei uns Nokia
Auch im gerade laufenden Kampf um die Vorherrschaft der Betriebssysteme bei Smartphones zeigen sich Gemeinsamkeiten aber auch deutliche Unterschiede zwischen den beiden Nationen. Die am Markt eingeführten Unternehmen, die einmal einen deutlichen technologischen Vorsprung hatten, wie RIM in den Vereinigten Staaten und Nokia in Deutschland sind zwar noch vorne, doch die Verfolger holen dank technischer Neuentwicklungen auf.
In den USA liegt bei den Smartphones der kanadische Blackberry-Hersteller RIM (Research in Motion) vorne mit 41,6 Prozent, Apple kommt mit seinen unterschiedlichen Iphone-Produkten schon auf 25,3 Prozent, die mobilen Varianten von Microsofts Windows stehen bei 18 Prozent, dann folgen abgeschlagen Palm (6,1 Prozent) und Googles Android (5,2 Prozent).
In Deutschland zeigt sich dagegen, wie stark Nokia noch immer auch am Markt der Smartphones ist: Das Nokia-Betriebssystem Symbian hält, trotz aller Schwächen Ende 2009 noch immer 58,5 Prozent. An zweiter Stelle kommt Microsoft mit 18,4 Prozent, als dritter schließlich Apple mit 15,2 Prozent. Dann folgt RIM mit 6,1 Prozent, Googles Android bringt es gerade mal auf 1,4 Prozent.
Comscore
Comscore ist eine US-amerikanische Internet-Marktforschungfirma mit Sitz in Reston (Virginia). Sie wurde 1999 von Gian Fulgoni und Magid Abraham gegründet. Das Unternehmen machte 2009 einen Umsatz von 127,7 Millionen Dollar. Bekanntestes Produkt der Firma sind die World-Metrix-Berichte zur weltweiten Internetnutzung.
Autor: ET
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