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Experten diskutieren über Quadruple Play
23.05.2008
Im Rahmen einer Expertenrunde wird am 29. Mai auf der in Köln stattfindenden Anga Cable Convention, einem hochkarätig besetzten Kongress für Kabel, Breitband und Satellit, die Einführung von Quadruple Play diskutiert.
Unter der Leitung von Dorothea von Wichert-Nick, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung Solon, debattieren führende Köpfe der Breitband-Szene über Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Triple Play Angebote. An der Experten-Debatte nehmen Martin Bilger, Geschäftsführer des Kabelnetzbetreibers Pepcom, Maik Emmermann, Senior Vice President Marketing und Produktmanagement bei Unitymedia, Tele-Columbus-Geschäftsführer Dietmar Schickel sowie Guido Schwarzfeld, Bereichsleiter Geschäftsbereich Broadband Communications bei NetCologne teil.
Quad Play bei Hansenet bereits im Einsatz
Konnte man vor wenigen Jahren mit einem Triple-Play-Package bei einigen Kunden Punkten, müssen sich die Anbieter heutzutage schon mehr einfallen lassen. Das Bündelangebot aus Fernsehen, Internet und Festnetz-Telefonie kann heutzutage niemanden mehr aus der Reserve locken.
Deshalb gehen einige Unternehmen bereits einen Schritt weiter und erwägen die Einführung von Quadruple Play, der Erweiterung von Triple Play durch Mobilfunk-Komponenten. Einige deutsche Anbieter haben sogar schon die Zeichen der Zeit erkannt und setzen bereits auf Quad Play Angebote. So bietet zum Beispiel das hinter der Marke Alice stehende Unternehmen Hansenet neben DSL, Festnetz-Telefonie und IPTV in Zusammenarbeit mit o2 auch mobile Telefonie.
Die deutschen Kabelnetzbetreiber hingegen kommen bis dato nicht über das bekannte Triple Play hinaus. Falls auch Sie auf den Quadruple Play Zug aufspringen wollen, sind sie auf Kooperationen mit Mobilfunkern angewiesen, da sie über keine Mobilfunksparte verfügen.
Quadruple Play wird in Zukunft eine große Rolle spielen
Wie aus einer Studie der Technologie-Expterten von Analysys hervorgeht, bei der Quad-Play-Angebote in Frankreich, Großbritannien, den USA, Australien, Österreich, der Tschechei, Hong Kong und Sweden untersucht wurden, wird Quadruple Play in Zukunft eine große Rolle spielen.
„Wir haben genügend Beispiele dafür, dass TV-basierte Triple-Play-Angebote vom Markt angenommen werden“ erläutert Margaret Hopkins, Autorin der Studie. „Aber Quad-Play-Pakete leiden unter den zu großen Unterschieden zwischen den anvisierten Zielgruppen der einzelnen Angebote: Der TV-Anschluss richtet sich an Familien, der Mobilfunkvertrag zielt hingegen auf Individuen. Die etablierten Anbieter haben im Quad-Play die Verteidigungsstrategie gegen die TV-basierten Triple-Play-Angebote der Konkurrenz gesehen, jedoch ohne messbaren Erfolg.“
Doch das könnte sich bald ändern. Wie bei allen Produkteinführungen ist der Erfolg oder Misserfolg eines Angebots auch vom richtigen Zeitpunkt abhängig. Die Bündelung der einzelnen Angebote zu Quad-Play-Paketen lohnt sich laut Hopkins erst in reiferen Märkten, in denen die einzelnen Produkte an ihre Wachstumsgrenze gekommen sind.
Deswegen gehen die Unternehmensberater weiterhin davon aus, dass Quad-Play die Zukunft gehört, obwohl der Erfolg jetzt noch nicht messbar ist. Trotz der schwierigen Einführung von Quad-Play-Angeboten, die schwer zu bündeln und zu vermarkten sind, mahnen die Experten die großen telekommunikationsanbieter, Quad-Play-Packages für die Zukunft zu entwerfen.
Autor:MN
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