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Wisecom: tragbares Handy-Netz für Krisenregionen

19.08.2008

Gebiete, die durch ein Erdbeben oder andere Katastrophen verwüstet wurden, sind oftmals völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Umso schwieriger ist es für Hilfsorganisationen, ihre Aktivitäten zu koordinieren. Wie der "Spiegel" berichtet, haben europäische Forscher nun ein Handy-Netz zum Mitnehmen entwickelt, das an jedem beliebigen Ort aufgebaut werden kann.

Das System mit dem Namen "Wisecom" (Wireless Infrastructure over Satellite for Emergency Communications) soll den Rettungskräften helfen, in einer Krisenregion den Kontakt zur Außenwelt wieder herzustellen. Die tragbare Mobilfunkanlage, die von Forschern unter der Leitung des deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt entworfen wurde, wiegt etwa zehn Kilogramm und passt in einen Koffer.

Außenverbindung über Satellitenfunk

Das Wisecom-System kann ein Mobilfunknetz im Umkreis von mehreren hundert Metern aufbauen. Dabei werden die Standards GSM, UMTS, Wireless LAN, WiMAX sowie der Polizeifunk Tetra unterstützt. Über den Satellitenfunk BGAN von Inmarsat wird eine Außenverbindung hergestellt. Die komprimierte Anlage kann auch von ungeschulten Helfern installiert werden.

Das Wisecom-System ist in erster Linie für humanitäre Einsätze und Katastrophenhilfe vorgesehen. Es dient vor allen Dingen zur Koordination von eintreffenden Helfern in einem Basiscamp. Doch auch Bergsteiger, Abenteurer oder Forscher hätten damit in abgelegenen Gebieten eine Verbindung zur Zivilisation.

Wie der "Spiegel" weiter berichtet, gibt es ein zweites Wisecom-System für den Einsatz in einem größeren Gebiet. Diese Anlage wiegt etwa 60 Kilogramm und wird in zwei Koffern verstaut. Das leistungsstärkere System funktioniert über die Satellitentechnik DVB-RCS. Beide Wisecom-Anlagen funktionieren überall dort, wo ein Satellit erreichbar ist.

Autor: FN

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