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Zwei Megatrends: Mobiles Internet und Mobile TV
12.02.2008
Auf dem Mobile World Congress 2008 in Barcelona verkündete Carl-Henric Svanberg, der Präsident des Handyherstellers Ericsson, dass sich mobile Datendienste und mobile TV endlich zum lang ersehnten Verkaufsschlager entwickeln werden.
Wie aus den enthusiastischen Erläuterungen des Firmenchefs hervorging hat sich die mobile Breitbandtechnologie aufgrund schneller Übertragungsmöglichkeiten wie HSDPA und HSUPA im vergangenen Jahr endgültig von einem Mauerblümchen Dasein verabschiedet und den Markt erobert.
Svanberg zufolge sind momentan 174 HSPA-Netze (Anm. der Redaktion: HSDPA und HSUPA zusammen = HSPA) in 76 Ländern in Betrieb. In den meisten Netzen sind bereits Übertragungsgeschwindigkeiten von 3,6 Mbit/s und höher möglich.
Ericsson: Mobiles Internet hat eine großartige Zukunft
Dass mobiles Internet eine große Zukunft vor sich hat, belegen dem Eriksson-Präsidenten zufolge alleine die Wachstumsraten des Datenverkehrs in Europa: Je nach Strategie des Carriers lägen diese zwischen 50 und 1.500 Prozent.
Die steigende Zahl mobiler Datengeräte, die über HSDPA und HSUPA verfügen, beflügelt diesen Erfolg. Mittlerweile existieren über 400 verschiedene mobile Datengeräte. Erst vor kurzem hat Ericsson einen Vertrag mit Lenovo abgeschlossen. Die Chinesen wollen die HSPA-Technologie in Form von speziellen Modulen der Schweden in ihren Notebooks verbauen.
Deutschland hinkt bei der Datenübertragung hinterher
In Sachen Datenübertragungsgeschwindigkeit zeigt sich auf dem Mobile World Congress 2008, dass Deutschland keineswegs eine Vorreiterrolle inne hat. Surft man derzeit in Deutschland mit rund 3,6 Mbit/s, so sind in anderen Ländern bereits wesentlich höhere Geschwindigkeiten möglich.
In Australien baut der Mobilfunker Telstar das eigene Netz derzeit auf 21 Mbit/s aus. Selbst dies ist jedoch nur ein Zwischenschritt, für 2009 peilt man in Australien Datenübertragungsgeschwindigkeiten von 42 Mbit/s an.
Wie Ericsson auf dem Mobile World Congress mitgeteilt hat sollen mittels LTE (Long Term Evolution) langfristig sogar Bandbreiten von bis zu 160 Mbit/s erreicht werden.
Mobile World Congress 2008: Mobile TV zweiter großer Trend
Der Ericsson-Präsident sieht im mobile TV den zweiten Megatrend auf dem diesjährigen Mobile World Congress. Svanberg geht davon aus, dass spätestens 2012 mehr als die Hälfte des Internet-Verkehrs über IPTV zustande kommen wird.
Das Jahr 2012 markiert für den Schweden auch das endgültige Ende des Fernsehens in der Form wie wir es heute kennen. Spätestens 2012, so der Konzern-Chef, werde das "Individual-TV", bei dem der Zuschauer zum eigenen Programmdirektor wird, sowohl mobil als auch stationär zum Standard gehören.
Selbstverständlich möchte sich Ericsson in diesem Zukunftsmarkt etablieren und vor allen Dingen als Plattformlieferant eine Rolle spielen. Die Ernennung von der FIFA zum offiziellen TV-Plattformlieferanten der nächsten Fußball-WM in Südafrika war für Ericsson ein großer Schritt auf dem Weg zum Big Player in diesem zukunftsträchtigen Geschäft.
Autor: MN
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