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BMW: erstes Auto mit freiem Internetzugang

21.03.2008

Als weltweit erster Automobilhersteller will BMW einen freien Internetzugang in seinen Fahrzeugen anbieten. Die Anwendung ist beinahe serienreif und soll noch im Jahr 2008 verfügbar werden.

BMW arbeitet schon seit längerem daran, neue Kommunikations-Technologien in die Autos zu integrieren. Unter dem Namen BMW „ConnectedDrive“ haben die Entwickler die fünf Teilbereiche „Assist, Online, Tracking, TeleService und Fahrerassistenz“ zusammengefasst. Sie sollen eine „intelligente Vernetzung des Fahrers mit seinem Fahrzeug und der Umwelt“ herstellen.

Auto-Internet bei BMW: Monitor in der Mittelkonsole

„ConnectedDrive“ verspricht praktische Anwendungen: Etwa lassen sich die neuesten Updates der Fahrzeug-Software über das Internet herunterladen, ohne dass das Auto in die Werkstatt gebracht werden muss. Der uneingeschränkte Internetzugriff im Fahrzeug läuft bereits erfolgreich im Testbetrieb. Dabei werden die Webseiten auf dem Monitor in der Mittelkonsole angezeigt. Sobald der Wagen steht, kann der Fahrer online gehen. Die Bildschirmauflösung ist mit herkömmlichen Laptops vergleichbar. Um kleine Texte besser lesen zu können, lassen sich Ausschnitte auch vergrößern. Als Maus-Ersatz dient der runde Drehknopf „iDrive“ in der Konsole. Da es kein Touchscreen gibt, müssen Internetadressen per Mausklick als Einzelbuchstaben eingegeben werden. Das ist etwas mühsam, schneller funktioniert der Zugriff mit der programmierbaren Favoritenleiste.

bmw auto Internet

Die BMW-Entwickler arbeiten zusätzlich an einer Sprachsteuerung. Diese ist in der Fahrzeugkabine aber relativ schwer umzusetzen aufgrund der konstanten Geräuschkulisse. „Außerdem frisst die Spracherkennung eine Menge Rechenleistung“, kommentiert ein Ingenieur die Problemstellung.

EDGE für schnelles Surfen

Die BMW Limousinen nutzen EDGE für die Datenübertragung. Die „Enhanced Data Rate for GSM Evolution“ beschleunigt die Übertragung des Mobilfunkstandards GPRS erheblich. EDGE ist zwar nach wie vor langsamer als die UMTS-Technologie, hat aber im Gegensatz dazu den großen Vorteil, in Deutschland flächendeckend verfügbar zu sein. BMW will so Online-Funklöcher vermeiden.

Die Darstellung der Webseiten auf dem Bordmonitor erfolgt mit Umweg über den BMW-Server. Zum einen soll dadurch die Übertragung optimiert werden, beispielsweise werden Flash-Animationen in animierte GIFs umgewandelt. Zum anderen dient diese Schleife der Sicherheit, denn der BMW-Server verfügt über eine Firewall. „In einem BMW gehen sie nie ´nackt` ins Netz“, erklärt ein Entwickler. Die Wahl der Seiten ist hingegen nicht eingeschränkt. Services wie Online-Banking sollen problemlos funktionieren. E-Mails lassen sich ebenfalls aufrufen, lediglich Anhänge können aus Sicherheitsgründen weder geöffnet noch verschickt werden.

BMW 7er geht online

Wie eingangs erwähnt, kann das Internet im Fahrzeug nur im Stand bzw. bis zu einer Geschwindigkeit von 5 km/h genutzt werden. Daran will BMW aus Gründen der Verkehrssicherheit festhalten, technisch wäre ein Empfang auch während der Fahrt möglich. Diese Einschränkung muss jedoch nicht für die Passagiere auf der Rückbank gelten: Diese können theoretisch immer surfen, sofern der Wagen mit einem DVD-Entertainment-System im Fond ausgerüstet ist. 

Das erste Modell mit integriertem Internetzugang wird wahrscheinlich der BMW 7er sein. Die Online-Sonderausstattung soll noch im Jahr 2008 ab Werk verfügbar sein. Die genauen Preise für den Internet-Dienst im Fahrzeug will BMW noch bekannt geben. Fest steht, der Fahrzeughalter muss zuerst ein Navigationssystem mit Bildschirm erwerben, dort werden die Internetseiten angezeigt. Dazu kommt dann eine jährliche Nutzungsgebühr von 100 bis 200 Euro inklusive einer unbegrenzten Daten-Flatrate.

Autor: FN

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