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Connect Netztest Österreich

02.11.2010

Im Connect-Netztest Österreich 2010 siegte A1 – wie schon im Vorjahr, damals noch unter dem Namen Mobilkom. Beim Telefonieren verfehlte der Sieger den ersten Platz nur knapp, beim Datenfunk lag er deutlich vorne. Auf den Plätzen zwei bis vier der Gesamtwertung folgen Orange, T-Mobile und Hutchison 3G jeweils nur durch wenige Punkte getrennt.   

Das Fazit: A1 bietet derzeit insgesamt die beste Qualität. Wer sich für einen anderen Netzbetreiber entscheidet, sollte genau hinschauen, in welchen Bereichen die Stärken und Schwächen liegen, denn der Unterschied zwischen den drei Verfolgern ist minimal.  

A1 bleibt Klassenprimus

Bei der Sprachtelefonie hat A1 die wenigsten Ausfälle: In der Stadt lag die Erfolgsrate von Anrufen bei 99,3 Prozent. Auf dem Land kamen immer noch 97,3 Prozent der Anrufe durch. Bei der Sprachqualität war jedoch Hutchison 3G deutlich besser und setzte sich bei der Telefonie insgesamt an die Spitze.

Im Datenfunk war die Erfolgsrate beim Aufruf von Webseiten mit 99 Prozent sehr hoch. Auch beim E-Mail-Versand oder beim Empfangen lag die Erfolgsrate sehr hoch, hier wurden sogar 99,8 beziehungsweise 99,9 Prozent erreicht. Beim reinen Datentransfer war nur einer von hundert Anläufen ohne Erfolg. Bei der Geschwindigkeit des Datei-Downloads in der Stadt liegt A1 weit vor den drei Konkurrenten. Hier erreicht A1 durchschnittlich 3,5 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Auf dem Land kommt A1 immerhin noch auf einen Breitband-Download von 2,6 Mbit/s. In Sachen Flächenabdeckung kommt A1 auf 97,1 Prozent Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde in der Stadt. Auf dem Land liegt der Anteil der Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde bei 76,6 Prozent.

Zweitplatzierter: Orange

Bei der Sprachtelefonie in der Stadt kommt Orange auf 98,1 Prozent erfolgreiche Anrufe. Auf dem Land zeigen sich aber Unterschiede. Hier kommt es bei sieben von hundert Anrufen zu Abbrüchen oder sie kommen gar nicht zustande. Auch die Qualität der Gespräche nahm auf dem Land spürbar ab. In der Teilnote zur Telefonie bringt das Orange auf den vierten und letzten Platz.

Beim Internet-Surfen liegt Orange mit einer Erfolgsrate von 97,5 Prozent auf dem dritten Platz. Beim E-Mail-Download wie auch beim Upload ist Orange beinahe perfekt mit 99,7 beziehungsweise 99,5 Prozent. Hier misst Connect allerdings nur den E-Mail-Versand und  Empfang in der Stadt. Über E-Mail-Verkehr auf dem Land trifft der Test keine Aussage. Die Erfolgsrate beim Datei-Download ist bei Orange mit 99,8 Prozent am besten. Bei der Geschwindigkeit des Datei-Downloads in der Stadt liegt Orange knapp auf dem dritten Platz mit 2049 Kbit/s. Mit durchschnittlichen 948 Kbit/s im Breitband-Download auf dem Land kommt Orange gleichfalls knapp auf den dritten Platz. Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde sind in der Stadt mit 95,5 Prozent gut vertreten, auf dem Land sinkt ihr Anteil auf 41,1 Prozent ab. Insgesamt reicht das beim Datenfunk für einen zweiten Platz.

T-Mobile nur knapp auf dem dritten Platz

Im Gesamturteil liegt T-Mobile auf dem dritten Platz, so auch in der Telefonie – hier musste man Hutchison 3G und A1 den Vortritt lassen. Die Erfolgsrate der Anrufe in der Stadt kann sich sehen lassen mit 98,7 Prozent, doch ist der Anteil der Telefonate mit leichten Störungen mit sieben Prozent zu hoch, um wirkliche Spitzennoten zu erreichen. Auf dem Land liegt T-Mobile sogar knapp auf dem vierten und letzten Platz. Über elf Prozent der Gespräche auf dem Land unterliegen leichten Störungen.

Beim Datennetz liefert sich T-Mobile ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Orange. Die Erfolgsrate der Seitenaufrufe beim Surfen liegt bei 96,3 Prozent. E-Mails werden zu 97,8 Prozent erfolgreich heruntergeladen. Beim E-Mail-Upload in der Stadt kommt T-Mobile auf 100 Prozent Trefferquote. Sowohl beim E-Mail-Upload als auch beim Datei-Upload kann T-Mobile punkten. Vor allem die Geschwindigkeit ist sehr hoch und zeugt von gut ausgebauter HSUPA-Technik. Beim Datei-Download in der Stadt liegt T-Mobile mit 2067 Kbit/s auf dem zweiten Platz. Beim Breitband-Download auf dem Land kommt T-Mobile auf durchschnittlich 919 Kbit/s. Die Breitbanddurchdringung, gemessen an Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde liegt bei 77,3 Prozent in der Stadt und 30,3 Prozent auf dem Land. Das reicht auch bei den Daten für einen dritten Platz - deutlich hinter A1 und knapp hinter Orange.

Hutchison 3G: Sprachtelefonie Erster, Datenfunk Letzter

Hutchison 3G ist in der Gesamtwertung Vierter, doch bei der Sprachtelefonie lässt Hutchison 3G die Konkurrenz hinter sich. Der Netzbetreiber unterhält kein eigenes GSM-Netz, sondern vermittelt Gespräche nur über sein UMTS-Netz. Dies scheint sich bezahlt zu machen. Die Erfolgsrate in der Stadt liegt bei 99 Prozent und auf dem Land bei immerhin noch 95,5 Prozent. Wirklich absetzen kann sich Hutchison 3G mit einer sehr niedrigen Anzahl von Gesprächen mit leichten Störungen. In der Stadt sind es nur 1,7 Prozent und auf dem Land drei Prozent. Das ist der erste Platz beim Telefonieren.

Beim Datenfunk kann Hutchison nicht glänzen und landet hier auf dem vierten und letzten Platz. Internetseiten können zu 99,3 Prozent erfolgreich aufgerufen werden. Auch der E-Mail-Verkehr und der Datei-Download können als zuverlässig gelten. Bei der Geschwindigkeit  kann Hutchison aber nicht mithalten. Sowohl der Seitenaufruf als auch der E-Mail-Versand dauern deutlich länger als bei der Konkurrenz. Auch beim Datei-Download in der Stadt brauchen Hutchison-Kunden mehr Geduld, denn hier kommt der Netzbetreiber nur auf 1314 Kbit/s. Der Breitband-Download auf dem Land liegt bei 954 Kbit/s, was zwar den zweiten Platz in dieser Kategorie sichert, aber deutlich langsamer als bei A1 ist. Die Breitbanddurchdringung in der Stadt ist deutlich niedriger als bei den drei Konkurrenten. Nur 62,2 Prozent der Verbindungen kommen hier über ein Megabit pro Sekunde. Auf dem Land sind es 38,9 Prozent.

Änderungen an der Testmethode

Im Vergleich zum Vorjahr nahm Connect im Jahr 2010 einige Änderungen beim Test vor. Es wurden jetzt zwei Testfahrzeuge parallel verwendet, statt wie im Vorjahr nur eines. Für die Überprüfung der Sprachqualität wurde ein Gefährt in der Stadt an stark frequentierte Plätze geschickt, während das andere im ganzen Stadtgebiet unterwegs war. Die Mobilfunksysteme der beiden Wagen riefen sich wechselseitig an. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde also nicht ins Festnetz telefoniert, sondern von Handy zu Handy angerufen. Dadurch wurden die Testbedingungen härter, das Ergebnis war eine Annäherung der Mobilfunk-Konkurrenten. Im Bereich der Sprachtelefonie wurden 1.400 Messungen durchgeführt.

Beim Datenfunk testete ein Fahrzeug das Netz an sogenannten Hotspots in der Stadt, also an hochfrequentierten, aber auch gut versorgten Plätzen insbesondere zu Spitzenzeiten. Der andere Wagen suchte in der Fläche nach Lücken im Netz. Die Teststrecke in Österreich umfasste die Städte Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg und Wien. Zwischen den Städten fuhren die Autos im zweiwöchigen Netztest auf unterschiedlichen Routen. Statt einzelner Spitzenwerte, die nur selten erreicht werden, wurden Durchschnittswerte beim Down- und Upload von Daten als Kriterium herangezogen. So sollte eine Verzerrung des Messergebnisses vermieden werden. Insgesamt wurden 12.000 Datenmessungen durchgeführt.

Autor: JG

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