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Swisscom Sieger beim Connect Netztest Schweiz
11.11.2010
Die Swisscom hat das beste Mobilfunk-Netz in der Schweiz, das ergab der Netztest Schweiz 2010 der Zeitschrift Connect. Sowohl beim Telefonieren als auch beim Datenfunk lag Swisscom deutlich vor der Konkurrenz. An zweiter Stelle folgt Sunrise, deutlich abgeschlagen ist der Drittplatzierte Orange – er wurde Letzter sowohl beim Telefonieren wie beim mobilen Internet.
Fazit: Bei der Sprachtelefonie ist kein Anbieter wirklich schlecht. Wer nur telefonieren will, kann durchaus die Preise als Kriterium für seine Entscheidung einbeziehen. Deutliche Unterschiede gibt es allerdings bei den Datendiensten. Hier ist Swisscom überall sehr stark. Sunrise bietet in Städten gute Werte, ist aber auf dem Land schwach. Bei Orange hängt alles davon ab, wo man mobil ins Internet gehen will – denn von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet kann keine Rede sein.
Erster Platz: Swisscom
Die Swisscom ist nach Kunden gerechnet der größte Anbieter der Schweiz. Auch in der Qualität sieht Connect die Swisscom ganz vorne. Bei Sprachverbindungen waren in der Stadt über 99 Prozent der Anrufe erfolgreich. Auf dem Land waren es immerhin noch 97 Prozent. Leichte Störungen gab es lediglich bei neun Prozent der Messungen. In Sachen Sprachtelefonie sitzt die Swisscom also fest im Sattel.
Auch im Datenfunk sieht Connect die Swisscom auf dem ersten Platz. Der Seitenaufbau ging sehr schnell vonstatten und war in über 99 Prozent der Fälle erfolgreich. Beim Breitband-Download waren in den Städten rund 93 Prozent der Verbindungen schneller als ein Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und auf dem Land immerhin noch 79 Prozent. Hier lag Swisscom deutlich vor der Konkurrenz. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beim Dateidownload lag in der Stadt bei etwa drei Megabit pro Sekunde. Der Breitband-Download lag auf dem Land bei über 2,5 Mbit/s. Das ist mehr als das Doppelte dessen, was der Zweitplatzierte, Sunrise, auf dem Land erreichte.
Teils knapp, teils deutlich hinter dem Ersten: Sunrise
In der Stadt kann Sunrise beinahe mit Swisscom mithalten. Hier sind 98 Prozent der Anrufe erfolgreich. Auf dem Land offenbaren sich die Schwächen gegenüber dem Erstplatzierten. Hier schlugen sieben von 100 Anrufen fehl. Diese Anzahl von unterbrochenen oder nicht zustande gekommenen Telefonaten macht sich bei einer längeren Überlandfahrt bemerkbar und wirkt sich hier störend aus. Im Gegensatz zum Vorjahr, als Sunrise noch dicht hinter Swisscom war, wird 2010 der Unterschied zwischen den Konkurrenten deutlich.
Beim Thema mobiles Internet zeigte sich Sunrise fehlerfrei beim Datei-Download, allerdings auch langsamer als Swisscom. Der Datei-Download in der Stadt lag bei Sunrise durchschnittlich um die 1,8 Mbit/s. Auf dem Land war der Breitband-Download auf ein Mittel von rund 1,1 Mbit/s begrenzt. Die Schwächen von Sunrise im Gegensatz zu Swisscom offenbaren sich vor allem in der Flächenabdeckung. In der Stadt lag der Anteil der Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde bei 82,6 Prozent und auf dem Land bei 52 Prozent. Das sind zehn, beziehungsweise 25 Prozent weniger als Swisscom.
Beim Datenfunk abgeschlagen: Orange
Bei der Sprachtelefonie war Orange stark von der Tageszeit abhängig. Vormittags lag das Netz in etwa auf dem Niveau von Swisscom oder Sunrise. Ab Mittag jedoch sank die Zuverlässigkeit in der Stadt auf 97 Prozent und auf dem Land auf 92,5 Prozent ab.
Der Datei-Download ist ähnlich zuverlässig wie der von Swisscom. Beim Surfen werden dagegen die Webseiten in zwölf Prozent der Fälle gar nicht oder nur fehlerhaft aufgerufen. Beim E-Mail-Versand und beim Empfangen kann Orange in Sachen Zuverlässigkeit mithalten, die Geschwindigkeit lässt allerdings zu wünschen übrig. Die Durchschnittsgeschwindigkeit im Breitband-Download in der Stadt lag bei rund 1,5 Mbit/s. Der Breitband-Download auf dem Land pendelte sich bei 693 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s) ein. Die Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde waren in der Stadt zu 46,1 Prozent vertreten und auf dem Land zu 18,4 Prozent. Von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellem mobilem Internet kann man also nicht reden.
Änderungen an der Testmethode
Im Vergleich zum Vorjahr nahm Connect im Jahr 2010 einige Änderungen vor an der Art und Weise, wie die Netze getestet wurden. Generell wurden nun zwei Testfahrzeuge parallel ausgeschickt. Für die Überprüfung der Sprachqualität wurde ein Gefährt in der Stadt an stark frequentierte Plätze geschickt, während das andere im ganzen Stadtgebiet unterwegs war. Die Mobilfunksysteme der beiden Wagen riefen sich wechselseitig an. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde also nicht das Festnetz kontaktiert, was zu härteren Anforderungen für die getesteten Netze führte. Im Bereich der Sprachtelefonie wurden 2.000 Messungen durchgeführt.
Beim Datenfunk testete ein Fahrzeug das Netz an sogenannten Hotspots in der Stadt, also hochfrequentierten, aber auch gut versorgten Plätzen. Beide Wagen fuhren die Teststrecke ab. In der Schweiz umfasste diese Strecke die Städte Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich. Zwischen den Städten fuhren die Autos im zweiwöchigen Netztest auf unterschiedlichen Routen. Statt einzelner Spitzenwerte, die nur selten erreicht werden, wurden Durchschnittswerte beim Down- und Upload von Daten als Kriterium herangezogen. So sollte eine Verzerrung des Messergebnisses vermieden werden. Insgesamt wurden 10.000 Datenmessungen durchgeführt.
Autor: JG
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