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Alle Anbieter setzten neuerdings auf Datendienste

10.11.2007                                   

Datendienste für das mobile Internet sollen in naher Zukunft Umsätze in Millionenhöhe in die Kassen der Mobilfunker spülen. Denn bloße Telefonie reicht offenbar nicht mehr aus, um Gewinne zu erzielen. Martin Gutberlet von der Marktforschungsgesellschaft Gartner kommentiert die Entwicklung in der Mobilfunkbranche folgendermaßen: "Datendienste sind der Umsatztreiber für die Mobilfunkanbieter. Sprache fällt oder stagniert im besten Fall."

Wie aus einzelnen Unternehmensmeldungen hervorgeht haben die deutschen Mobilfunk-Betreiber derzeit wenig Spaß an ihrem Geschäft: Mit dem Preisverfall bei Handy-Telefonaten sind die Umsätze von T-Mobile, Vodafone und O2 seit Monaten auf Talfahrt.

Ein Lichtblick ist für die Großen der Mobilfunkbranche derzeit der Ausbau der Datendienste. Bislang surfen vor allem Geschäftskunden mobil im Internet und rufen dort ihre E-Mails ab. Privatleute zeigten sich in den vergangenen Jahren mobilen Datendiensten gegenüber eher verhalten. Doch starke Preisnachlässe im Datenbereich sorgten im laufenden Jahr dafür, dass das Interesse der Verbraucher am mobilen Internet mehr und mehr steigt.

Datendienste als Wachstumsmotor der Mobilfunkbranche

Die Mobilfunkunternehmen spüren die wachsende Nachfrage bereits in ihren Bilanzen: Innerhalb eines Jahres verdoppelte Vodafone Deutschland den Datenanteil am Gesamtumsatz auf zehn Prozent. Im laufenden Geschäftsjahr sind Datendienste der Wachstumstreiber Nummer eins. Die Zahl der UMTS-Kunden im ersten Halbjahr 2007 wuchs um 1,025 Millionen auf 4,745 Millionen, darunter 4,228 Millionen mit UMTS-Handys und 517 000 mit Laptops mit UMTS.

In den ersten sechs Monaten im Jahr 2007 wurde alleine mit den neuen Datendiensten, vorrangig über UMTS, 390 Millionen Euro Umsatz gemacht, ein Plus von 40,2 Prozent. Gemessen als Anteil an den Gesamt-Service-Umsätzen machen die neuen Datendienste nun 10,9 Prozent aus, im Vorjahresquartal waren es nur 7,4 Prozent.

Auch T-Mobile setzt auf Datendienste. „Mobiles Internet ist ein Megatrend im Jahr 2007“, sagte der Chef von T-Mobile, Hamid Akhavan, auf der diesjährigen Mobilfunk-Messe 3GSM in Barcelona. Die T-Mobile-Gruppe hatte zum Jahreswechsel 1,1 Millionen Kunden mit einem internetfähigen Mobiltelefon unter Vertrag. Mit rund 60 Prozent der Handys von T-Mobile könne der Kunde ins Internet gehen, sagte Akhavan. T-Mobile will in Zukunft mit der Vermarktung neuer Geräte den Umsatz mit Datendiensten erhöhen.

Bei E-Plus, wo jahrelang ausschließlich an Sprach-Telefonie festgehalten wurde, ist man neuerdings bereit im Jahr 2008 Milliarden in den Ausbau des UMTS-Netzes (Aufrüstung mit HSDPA) zu stecken, um das eigene Netz für mobile Datendienste fit zu machen.

Und auch bei o2 setzt man voll und ganz auf Datendienste. Nach Einschätzung von Peter Erskine, dem CEO Telefónica o2 Europe, wird Mobiles Internet in den kommenden drei Jahren wesentlicher Wachstumsmotor sein. Nach der Anlaufphase sei die Zeit nun reif für den Massenmarkt, Grundlagen dafür seien neben schnellen Netzwerktechnologien und attraktiven Datentarifen Partnerschaften mit Geräteherstellern wie Nokia und Content-Lieferanten wie Google und Yahoo.

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