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grünen Links?
Computerbild testet UMTS-Geschwindigkeit
04.05.2010
Die Zeitschrift „Computerbild“ kam kürzlich in einem ausführlichen Test zu dem Ergebnis, dass das mobile Internet in Sachen Surf-Geschwindigkeit oft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Laut dem Test kann keiner der überprüften Netzbetreiber seine Versprechen in Bezug auf die erreichbaren Download-Geschwindigkeiten auch nur annähernd halten.
Dabei verwertete die Fachzeitschrift die Daten aus über 27.000 Messungen, die Computerbild-Leser zwischen November 2009 und Februar 2010 mit ihren Notebooks vorgenommen haben. Gegenstand der Untersuchung war neben der Surf-Geschwindigkeit auch die Qualität des jeweiligen UMTS-Netzes: Immer dann wenn UMTS nicht erreichbar war, wurde die Datenrate im GSM-Netz ermittelt.
Download-Speed: Werbeversprechen wurden nicht eingehalten
Die Netzbetreiber T-Mobile, Vodafone und o2 versprechen mobile Surf-Geschwindigkeiten zwischen 3,6 und 7,2 Mbit/s. E-Plus hat sein Netz noch nicht komplett mit HSDPA aufgerüstet. Dementsprechend ist das Versprechen an die mobilen Surfer wesentlich niedriger: Lediglich 384 kBit/s weist E-Plus als maximalen Download-Speed aus.
Alle drei großen Mobilfunker, die mit HSDPA-Geschwindigkeiten von 3,6 bis 7,2 Mbit/s werben, kamen im Praxistest auf Datenraten, die durchschnittlich zwischen rund 1400 kBit/s und 1785 kBit/s lagen. Nur E-Plus erreichte mit 356 kBit/s annähernd die Surf-Geschwindigkeit, die den Kunden in der Werbung versprochen wird. Das ehrt zwar den grünen Netzanbieter, aber Freudensprünge dürfte das bei den Usern kaum auslösen: Die Surf-Geschwindigkeit ist rund fünfmal niedriger als bei den Wettbewerbern.
Abends ist die Surf-Geschwindigkeit niedriger
Der Computerbild-Test liefert auch in Bezug auf den richtigen Zeitpunkt zum mobilen Surfen interessante Ergebnisse: So war durchgehend eine Steigerung der Performance der Netze festzustellen, wenn sich die Tester tagsüber, also zwischen sieben und 17 Uhr einwählten.
Wer dagegen am Feierabend oder am Wochenende über UMTS im Internet surft, muss mit langsameren Surf-Geschwindigkeiten rechnen. Die Computerbild-Tester führen diesen Geschwindigkeitsverlust darauf zurück, dass zu diesen Zeiten vor allen Dingen mehr Privatleute auf das Mobilfunk-Internet zurückgreifen. Zudem surfen nach Feierabend auch diejenigen beruflichen Nutzer über UMTS, die tagsüber im Büro per DSL online waren.
Download-Geschwindigkeit variiert von Stadt zu Stadt
Betrachtet man die Ergebnisse des Speed-Tests aus geografischer Sicht, dann lässt sich feststellen, dass die UMTS-Geschwindigkeit von Stadt zu Stadt höchst unterschiedlich ist. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass die großen Städte gegenüber den mittelgroßen Städten in Puncto Speed oft das Nachsehen haben. So können User in Nürnberg im T-Mobile-Netz auf flotte 4,5 Mbit/s zurückgreifen.
Ebenso fällt auf, dass ostdeutsche Städte, in denen es häufig DSL-Engpässe gibt, in Sachen UMTS durchaus mithalten können. Im o2-Netz erreicht man in Chemnitz mit 2, 3 Mbit/s sogar die höchsten Werte.
Die Probleme sind nicht neu
Die Gründe für den Geschwindigkeitsschwund sind vielfältig. Zum einen sind nicht alle Geräte für die maximale HSDPA-Geschwindigkeit ausgelegt. Ältere oder auch bewusst günstigere Surf-Sticks sind oft nur für 3,6 Mbit/s ausgelegt. Was beim mobilen Internet ganz entscheidend mitwirkt, ist die aktuelle Benutzerzahl in einer Mobilfunkzelle. Gehen viele Menschen gleichzeitig ins Internet, wird die Verbindung ebenfalls langsamer.
Diese Ursachen sind nun aber altbekannt. Dass Maximalgeschwindigkeit nur selten erreicht wird und dass der Ausbau des Netzes nicht überall im gleichen Maß gegeben ist, erschließt sich recht schnell. Hinzu kommt, dass die steigende Zahl der Nutzer und ihr großer Datenhunger die bestehenden Technologien zusehends überfordert. Doch mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution), dessen flächendeckender Start absehbar ist, dürfte sich diese Situation wieder etwas entspannen.
Abhilfe ist möglich
Dass auch dann kaum jemand mit den maximal möglichen Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s surfen können wird, dürfte klar sein, denn die technischen Gegebenheiten bleiben die Gleichen und somit wird sich auch kaum etwas an der grundsätzlichen Problematik ändern. Dass die Betreiber auf die Kritik an ihren Netzen weder ertappt oder gar schuldbewusst reagieren, liegt auf der Hand, schließlich versprechen sie keine Datenraten, sie werben vielmehr mit maximal möglichen Geschwindigkeiten. Bei einigen werden außerdem die in der Praxis zu erwartenden Datenraten nicht verschwiegen.
Wer also mobil ins Internet geht, muss sich nicht wundern oder gar ärgern, wenn die Verbindung manchmal langsamer ist. Das ist nichts Außergewöhnliches und zu höherer Geschwindigkeit kann man selbst auch etwas beitragen, wenn man ein paar Dinge beachtet. So lohnt es sich, Software-Updates im Hintergrund zu deaktivieren und Daten komprimiert zu übertragen, um die Datenmengen zu reduzieren.
Autor: JM/MN
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