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E-plus: Breitband auf dem Land über Digitale Dividende
28.10.2008
Viele ländliche Regionen in Deutschland sind nach wie vor unterversorgt, wenn es um einen DSL-Anschluss geht. Der Aufbau eines gemeinsamen drahtlosen Breitbandnetzes mittels freigewordener Rundfunkfrequenzen soll nun Abhilfe schaffen. Diesen nicht ganz neuen Vorschlag äußerte e-plus-Chef Thorsten Dirks jetzt erneut in einem Gespräch mit WELT ONLINE.
Um die so genannte "Digitale Dividende", wie die überschüssigen Frequenzen auch genannt werden, ist ein heftiger Streit entbrannt: Die Rundfunkanstalten wehren sich gegen eine Abgabe, sie melden Eigenbedarf an. Die Mobilfunkbetreiber erhoffen sich Einsparungen, denn der Aufbau eines drahtlosen Breitbandnetzes ist deutlich günstiger als der eines klassischen Funknetzes.
HSDPA für das e-plus-Netz erst 2009
"Sinnvoll ist nur ein gemeinsames Netz", betonte Dirks im Interview mit der Zeitung. "Sonst geht für keinen Anbieter der Geschäftsplan auf. Sobald das Netz steht, muss es allen diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt werden". Im Konflikt um die Herausgabe der Frequenzen seien nun die Landesmedienanstalten gefragt. Die tiefen Frequenzen der UHF-Bänder IV und V (470 bis 862 MHz) können mehr Fläche abdecken und bieten damit eine größere Reichweite als UMTS-Frequenzen. Vor 2012 sei mit einem solchen Netz jedoch kaum zu rechnen, glaubt der e-plus-Chef.
Deutschlands drittgrößter Mobilfunkbetreiber prescht zwar vor beim Thema Digitale Dividende, beim Ausbau seines eigenen Datennetzes hält sich e-plus dennoch zurück. "Wir befinden uns in einem Investitionsdilemma", erklärte Dirks. "Wer sein Netz mit großem Aufwand für das schnelle Internet ausrüstet, läuft Gefahr, die Kosten nicht mehr einzuspielen". Zumal die meisten Mobilfunknutzer nach Einschätzung des E-Plus-Chef gar keine schnelle Datenverbindung bräuchten. Mobiles Breitband sei kein Ersatz für DSL und so verschiebe man den Start des UMTS-Turbos HSDPA auf 2009. Geplant sei eine Aufrüstung zunächst in mittelgroßen Universitätsstädten, sagte Dirks.
Autor: FN
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