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T-Mobile testet Internet über TV-Frequenzen
17.07.2008
Die Versorgung der ländlichen Regionen mit Breitband-Internet ist in Deutschland immer noch nicht zufriedenstellend geregelt. Viele Einwohner auf dem Land können weder privat noch geschäftlich auf den Komfort einer schnellen Internetverbindung zurückgreifen. Nun ist ein neuer Lösungsweg im Gespräch: in Zukunft könnte eine Versorgung mit Breitband-Internet über frei gewordene TV-Frequenzen erfolgen.
Die digitalen Fernsehstandards DVB-H und DVB-T benötigen weniger Ressourcen, dadurch werden entsprechende Frequenzen frei. Außerdem ist die Verbreitung von „Digital Video Broadcasting-Terrestrial“ in den ländlichen Regionen in den Hintergrund getreten, heute setzen Anbieter wie Verbraucher verstärkt auf den Empfang von Satellitenfernsehen.
Fernsehfrequenzen: Bessere Ausbreitung und hohe Reichweite
Die fraglichen Frequenzen im UHF-Band IV und V (470 MHz bis 862 MHz) breiten sich deutlich besser in der Fläche aus als UMTS-Frequenzen oder BWA-Frequenzen, die unter anderem für WiMAX genutzt werden. Zudem haben sie eine größere Reichweite. Theoretisch können auf diesen niedrigen Frequenzen alle Funkstandards genutzt werden, die für Breitband möglich sind, beispielsweise WiMAX, UMTS oder der Nachfolger „Long Term Evolution“ (LTE).
Pilotprojekt in Brandenburg
Am 1. Juli wird ein Pilotprojekt im brandenburgischen Wittstock starten, bei dem UMTS über TV-Frequenzen verbreitet werden soll. Ursprünglich war das Projekt auf den Standard WiMAX ausgelegt gewesen, dann entschied man sich anders und setzt nun auf ein TD-CDMA-System, das genau auf den Frequenzbereich zugeschnitten ist. Ein solches System wird von T-Mobile schon konkret in der Tschechischen Republik eingesetzt, wie die Medienanstalt Berlin-Brandenburg zudem bekannt gab. Träger des Testprojektes in Wittstock sind die zuständige Landesmedienanstalt Berlin Brandenburg (mabb) sowie der Mobilfunkprovider T-Mobile. Auch der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter e-plus will sich laut Geschäftsführer Thorsten Dirks an derartigen Versuchsprojekten beteiligen. Nähere Angaben zu konkreten Vorhaben gibt es allerdings noch nicht.
Ziel dieser Pilotprojekte ist nach Aussagen der verschiedenen Landesmedienanstalten und des Instituts für Rundfunktechnik (IRT), Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Internet-Nutzung von TV-Frequenzen zu klären. Beispielsweise müsse geprüft werden, welche Störungsquellen es bei den Diensten gibt und wie der Datendurchsatz am Ende aussieht. Weiter sei es wichtig zu erfahren, welche Senderdichte und Senderstärke es geben muss, mit welcher Leistung der Rückkanal realisiert werden kann und wie letztendlich der Kosten-Nutzen-Faktor aussieht. Im Rahmen von weiteren Testprojekten sollen andere Übertragungsarten erprobt werde. Wann der Verbraucher mit einem marktreifen System rechnen kann, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht abschätzen.
Autor: FN
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