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EU-Kommission pusht den DVB-H-Standard

25.03.2008

Der von der EU bereits mehrfach vorgezeichnete Weg beim Thema Mobiles Fernsehen ist nun unumkehrbar: Die EU-Kommission hat beschlossen, das DVB-H-Format in das europäische Register technischer Normen aufzunehmen.

Nach Veröffentlichung der neuen Norm im Amtsblatt der EU (Anm. der Redaktion: Die Veröffentlichung steht noch aus) werden die Mitgliedsstaaten der europäischen Union verpflichtet sein, Mobiles Fernsehen auf der Basis des DVB-H-Standards zu fördern.

Reding setzt Schlusspunkt beim Krieg der Formate

Mit der offiziellen Norm-Festsetzung durch die EU-Kommission soll endlich der Krieg der Formate beendet werden. Ziel müsse es sein, in ganz Europa eine einheitliche Technik zu etablieren, damit der Masseneinführung des mobilen Fernsehens nichts mehr im Wege steht.

Die EU-Kommission betrachtet die im Sommer stattfindende Fußball-Europameisterschaft als große Chance, um mobiles Fernsehen endlich einem Massenpublikum präsentieren zu können.

Allgemein gehen die EU-Verantwortlichen davon aus, dass mobiles Fernsehen bis 2011 weltweit 500 Millionen Zuschauer anziehen und ein Marktvolumen von rund 20 Milliarden Euro erreichen wird.  

DVB-H in EU am weitesten verbreitet

Der DVB-H-Standard sei nach Aussagen von Martin Selmayr, Sprecher von EU-Medienkommissarin Viviane Reding, gegenwärtig das am weitesten verbreitete Format für mobiles Fernsehen in der EU.

Momentan befindet sich die Technik in 16 Ländern zwischen Erprobung und Markteinführung. Italien hat bei den kommerziellen DVB-H-Diensten ganz klar die Nase vorn.  Deutschland, Österreich, Finnland, Frankreich, die Schweiz und Spanien - sollen im Laufe des Jahres 2008 aufschließen.

Für die Kunden soll die Förderung eines einheitlichen Standards den Vorteil haben, dass sie in Zukunft mit dem Handy oder Laptop in ganz Europa fernsehen können.

Kritiker fordern Markt-Entscheidung

In Deutschland existiert bereits seit 2006 mobiles Fernsehen auf der Basis des Konkurrenzstandards DMB. Deshalb wurden im Zusammenhang mit der EU-Entscheidung auch Stimmen laut, die eine Gleichbehandlung beider Standards forderten.

Wie bei allen Format-Streitigkeiten solle man den Markt entscheiden lassen, welcher Standard sich durchsetze, lautete die Meinung der Kritiker des EU-Vorstoßes.

EU-Kommissarin Viviane Reding erklärte jedoch schon vor längerer Zeit, dass Europa seinen Wettbewerbsvorsprung riskiere, wenn es sich nicht auf eine Technik festlege.

Autor: MN

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