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Google und Konsorten wollen TV-Frequenzen nutzen
27.03.2008
Die White Spaces Coalition, der neben Google auch andere Namhafte Unternehmen wie Motorola, Philips, HP, Dell und Microsoft angehören, will Frequenzen unter 700 MHz für ein eigenständiges Netz nutzen, auf dem einzelne Dienste wie zum Beispiel mobile und feste Breitbandzugänge angeboten werden sollen.
Nachdem Google und Konsorten bei der jüngst zu Ende gegangenen Auktion um Frequenzen im 700-MHz-Band gescheitert sind und sich von den alteingesessenen Netzbetreibern die 700-MHz-Frequenzen haben wegschnappen lassen widmet man sich nun verstärkt der Lobbyarbeit und kämpft für die Öffnung der Frequenzen unter 700 MHz für mobile Breitbanddienste.
White Spaces könnten für mobiles Breitband genutzt werden
Die Frequenzen unter 700 MHz werden oft auch als weiße Lücken ("White Spaces") genannt. Bisher wird dieser Frequenzbereich von analogen TV- und Radiosendern sowie für Veranstaltungstechnik genutzt. Zwischen den einzelnen Sendekanälen (Kanäle 2 bis 51) haben die amerikanischen Regulierungsbehörden großzügige Schutzzonen gelassen, um Interferenzen zu vermeiden.
Ungenutztes Frequenz-Spektrum dieser Art wird spätestens dann in hohem Maße zur Verfügung stehen, wenn die TV-Ausstrahlung in den USA ab 2009 digitalisiert wird.
Google&Co. kämpfen gegen die TV-Branche
Ob sich die großen IT-Unternehmen mit ihrem Vorhaben durchsetzen werden ist noch unklar, da die etablierte TV-Branche um die Aufrechterhaltung des Status Quo kämpft. Die amerikanischen TV-Sender würden nur ungern das Frequenz-Spektrum teilen.
Deshalb ziehen sie mit entsprechenden Argumenten ins Feld und versuchen die Lobbyarbeit der White-Spaces-Koalition zu bekämpfen: Die TV-Sender warnen vor Einbußen bei der terrestrischen Sendequalität und einer grundsätzlichen Gefahr für den TV-Empfang aller US-Bürger. Die Veranstaltungsbranche macht in ähnlicher Manier auf Störungen beim Einsatz von Funkmikrofonen aufmerksam.
Wer hat die besseren Lobbyisten? Google oder die TV-Riesen?
Wie schwer es Google und Konsorten haben werden Ihre Idee durchzusetzen wird klar, wenn man sich vor Augen führt, dass die TV-Branche nicht erst seit gestern ihre Kontakte zu wichtigen Entscheidungsträgern unterhält. Die gesamte TV-Branche hat seit Jahrzehnten einen guten Draht zur FCC (Federal Communications Commission), die über die Nutzung der White Spaces entscheidet.
Aus diesem Grund schickt sich Google an mit einer effizienten Lobby-Arbeit die eigenen Ziele durchzusetzen. Das Google Public Policy Department in Washington wurde verstärkt und soll schnellst möglich in Sachen White Spaces aktiv.
In einem Brief an die FCC vom Karfreitag beschreibt Google die Notwendigkeit, die brachliegenden Frequenzen mit Leben zu erwecken und allen US-Bürgern eine flächendeckende Breitbandversorgung anzubieten. Die Kritik der TV-Sender bezeichnet Google in dem Brief als fortschrittsfeindlich.
Autor: MN
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