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Trend Telearbeit

20.03.2008

Arbeiten von zuhause, im Zug, in der Flughafenlobby - Telearbeit passt hervorragend in unsere mobile, flexible Informationsgesellschaft. Moderne Technologien wie Notebooks, mobiles Internet und günstige Preisstrukturen in der Datenübertragung begünstigen den Trend Telebeschäftigung.

Unternehmen und Beschäftigte beurteilen dieses innovative Arbeitsmodell sehr positiv. Wichtig sind allerdings feste Rahmenbedingungen sowie ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis. Der Anteil der Vollzeit-Telearbeitsplätze in Deutschland lag 2004 bei rund sechs Prozent, bis zum Jahr 2015 soll er sich verdoppeln. Das prognostiziert eine Umfrage von Deutschland-Online unter Experten in öffentlichen Institutionen. Wesentlich mehr Beschäftigte arbeiten schon jetzt in „alternierenden Arbeitsstrukturen“, das heißt, sie verbringen einen Teil ihrer Arbeitszeit im Büro, den anderen zuhause. Im Durchschnitt findet Telearbeit in Deutschland an 1,7 Tagen die Woche statt.

Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Telearbeit hat einen sehr großen Einfluss auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dank wechselnder Heimarbeit können Beschäftigte Arbeit und Privatleben besser unter einen Hut bekommen, was nicht zuletzt Eltern sehr entgegen kommt. Interessant ist, dass bei der Telearbeit ein auffälliges Nord-Süd-Gefälle zu beobachten ist: Während in Dänemark (12 Prozent) oder Finnland (10 Prozent) schon 1994 relativ viele Menschen ihren Job außerhalb des Büros erledigten, kam Telebeschäftigung in Italien (zwei Prozent) oder Griechenland (ein Prozent) kaum vor.

Dieses Gefälle zeigt sich auch in Bezug auf die Internetnutzung. Zwischen Telearbeit und der Nutzung des Internet besteht also ein eindeutiger Zusammenhang, beide Systeme sind voneinander abhängig.

Nein zum Privatrechner

Heutzutage ist keine aufwändige Home Office mehr nötig, um Arbeit von zuhause zu erledigen. Dr. Josephine Hofmann, Leiterin des Competence Center Business Performance Management am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart bezeichnet die Kosten für einen Telearbeitsplatz als überschaubar: Für die Ausstattung seien 2000 bis 4000 Euro nötig, hinzu kämen die laufenden Gebühren für Telefon und Flatrate. „Ein großer Fehler ist es, wenn die Beschäftigten mit ihrem privaten Rechner für die Firma arbeiten“, betont Hofmann. Datenschutz und Datensicherheit seien dann nicht mehr gewährleistet, eine Wartung durch das IT-Personal der Firma ebenso wenig. Ein Firmenlaptop sei darum die weitaus bessere Lösung, empfiehlt die Expertin.

Die technischen Rahmenbedingungen haben sich in den letzten Jahren sehr verbessert: Handys und Festnetztelefone werden über Flatrates abgerechnet, WLAN, DSL und UMTS ermöglichen einen schnellen Internetzugang von beinahe jedem Ort. Die mobilen Endgeräte verfügen über enorme Speicherkapazitäten. Sonderdienste wie Telefonkonferenzen sind einfach und günstig umsetzbar.

Vertrauen, Selbstdisziplin und ein genauer Arbeitsvertrag

Das größte Problem aber auch ein besondere Chance stellt die Regelung der Arbeitsstunden dar. Telearbeit funktioniert nur mit gegenseitigen Vertrauen. „Telearbeiter sollten ihre Arbeit und Arbeitszeit dokumentieren“, empfiehlt Dr. Torsten Weigt, Partner der Frankfurter Sozietät Waldeck Rechtsanwälte. Sein Tipp: „Die Mitarbeiter sollten sich im Idealfall an die Kernarbeitszeiten der Firma halten“. Viele Beschäftigte schätzen die Selbständigkeit und Flexibilität, die ihnen die Telearbeit bietet. Sie fühlen sich kreativer und bringen höhere Leistungen als am Firmenschreibtisch. Dennoch ist dieses Arbeitsmodell nicht für jeden geeignet: „Es gibt durchaus Menschen, die den alltäglichen Druck und die Kontrolle durch den Chef in der Firma brauchen“, gibt Weigt zu bedenken.

Detaillierte Arbeitsverträge oder Betriebsvereinbarungen sind der Dreh- und Angelpunkt für die Telearbeit. Ein ideales Modell gibt es nicht, die Rahmenbedingungen unterscheiden sich von Fall zu Fall. Dr. Josephine Hofmann nennt jedoch fünf Bedingungen, die unbedingt erfüllt werden sollten: die technischen Voraussetzungen zuhause und im Büro müssen gleich sein; der Heimarbeitsplatz muss professionell ausgestattet sein; der Telearbeiter muss einen abgegrenzten Bereich haben, in dem er ungestört arbeiten kann; Kollegen und Vorgesetzte müssen der Telearbeit positiv gegenüberstehen und kooperativ handeln. Fakt ist, wenn Unternehmen und Beschäftigte die Grundregeln für die Telebeschäftigung beachten, profitieren beide Seiten von diesem innovativen Arbeitsmodell.

Autor: FN

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