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Die Telekom baut um

30.04.2010

Seit dem ersten April gibt es T-Mobile nicht mehr. Zumindest dem Namen nach. Die Deutsche Telekom bietet natürlich weiterhin Dienstleistungen für unterwegs an. Auch die Marke T-Home ist verschwunden. Sowohl die Mobilfunk- als auch die Festnetzmarke sind nun in der hundertprozentigen Telekomtochter Deutsche Telekom GmbH zusammengefasst.

Damit wurde ein Schritt vollendet, der bereits im letzten Jahr begonnen wurde, nämlich die Zusammenlegung der Sparten Festnetz und Mobilfunk. Für die Endkunden allerdings bedeutet dies zunächst keine großen Änderungen.

Heimlich, still und leise

Sowohl für Bestands- als auch für Neukunden bedeutet der Namenswechsel der Marken lediglich eine Änderung im Absender der Rechnung, beziehungsweise des Tarifnamens. So erhalten Kunden nun die Angebote für den Telefonanschluss, DSL-Internetanschluss und Fernsehen als „Telekom-Festnetz“-Tarife sowie jene für mobiles Telefonieren und mobiles Surfen als „Telekom-Mobilfunk“-Tarife.

Zusammen soll es in Deutschland für Privatkunden laut Telekom nur noch eine Marke „T“ geben. Bereits auf der Cebit in Hannover wurde die neue Gesamtmarke angekündigt, doch selbst einige Zeit nach der Umstellung halten sich die Internetseiten der Deutschen Telekom mit dem Hinweise auf die Neuerung auffällig bedeckt. Der Grund hierfür mag unter anderem darin liegen, dass die Deutsche Telekom die beliebte Marke T-Mobile nur zögernd aufgibt. Die Telekom-Tochter genießt nämlich einen deutlich besseren Ruf als der Mutterkonzern. Dies ergaben Umfragen der Yougov Psychonomics AG, einem Marktforschungsinstitut aus Köln, das den sogenannten Brandindex erstellt, eine tagesaktuelle Erhebung zur Beliebtheit von Marken.

Neue Wachstumsfelder

Die in Sachen Image von Kritikern skeptisch beäugte Zusammenlegung von T-Mobile und T-Home bringt für den Konzern selbst einige Vorteile. So soll etwa das Konzernergebnis steigen, einerseits durch Einsparungen und andererseits durch erhöhte Umsätze. Allein die Einsparungen sollen um die 200 Millionen Euro ausmachen. Diese frei werdenden Kräfte können im Rahmen der neuen Strategie verwendet werden, die Konzernchef René Obermann am 17. März vorstellte.

Diese „Strategie 2.0“, die unter dem Motto „Verbessern – Verändern – Erneuern“ steht, beinhaltet zwar die klassischen Bereiche Festnetz und Mobilfunk, setzt aber auf neue Wachstumsbereiche, die den Umsatz bis zum Jahr 2015 auf bis zu 30 Millionen Euro anwachsen lassen sollen. So werden Felder wie das mobile Internet, Internetangebote wie Scout 24, Music- oder Gamesload und auch Services für Anwendungen Dritter, etwa die Telemetrie für das Auto oder intelligente Stromzähler für Privatkunden an Bedeutung gewinnen. Ebenfalls soll Connected Home den Privatkunden der Telekom sicheren und universellen Zugang zu Diensten und Inhalten über alle Endgeräte hinweg bieten.

Konkrete Verbesserungen stehen noch aus

Man darf mutmaßen, ob die erwähnte Zurückhaltung der Telekom in Bezug auf die Kehrtwende von Tochter-Marken hin zur Politik der „One Company“ und „One Brand“ nicht auch mit fehlenden Angeboten zusammenhängt, welche die Fusion von T-Mobile und T-Home werbewirksam unterstützen würden. Die Tarife sind immer noch getrennt nach Festnetz und Mobilfunk, erste vorsichtige Ansätze wurden allerdings auf der Cebit vorgestellt. Wer zum Beispiel einen Call&Surf-Anschluss nutzt, erhält die mobile Datenflatrate günstiger.

Dem muss mehr folgen, um auch den Kunden die neue Gesamtmarke sinnvoll zu vermitteln. Wenn man allerdings die Wachstumsbereiche betrachtet, auf die der Konzern mit seiner neuen Strategie so große Hoffnungen setzt, dann lässt dies hoffen, dass bald neue, kombinierte Angebote kommen, die Festnetz und Mobilfunk sinnvoll bündeln.

Autor: JM

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