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Wyman-Studie: aktuelle Trends im mobilen Internet

06.11.2008

Eine Studie der internationalen Unternehmensberatung Oliver Wyman ist den aktuellen Trends im mobilen Internet nachgegangen. Die Analyse mit dem Titel "Mobile Internet = Fixed Internet?" zeigt auf, welche Erfolgsmuster des festen Internets auch für die mobile Variante gelten und entwirft Prognosen für die nahe Zukunft.

Fest steht, die mobile Internet-Nutzung am Handy steht noch am Anfang. Um den Sprung auf den Massenmarkt zu schaffen, muss die Verfügbarkeit von iPhone-ähnlichen Geräten signifikant steigen. Wichtig ist außerdem eine Ausweitung der Angebote: Besonders beliebt sind laut der Wyman-Studie Dienste, mit denen der Nutzer Zeit sparen ("Save time") oder sich die Zeit vertreiben kann ("Kill time").

Erfolgsformel "Open Source"

"Von einem Durchbruch oder gar einem Boom auf breiter Front ist das mobile Internet auf Handsets noch weit entfernt", erklärt Fahim Alefi, Partner und Medienexperte bei Oliver Wyman. "Allerdings steht fest, dass diese Technologie in den nächsten ein bis zwei Jahren enorm an Bedeutung gewinnen wird", so Alefi. Für den Datentransfer über Handys werde ein jährliches Umsatzwachstum von rund 33 Prozent bis zum Jahr 2011 erwartet, heißt es in der Marktanalyse.

Die Untersuchung zeigt außerdem, dass offene Standards ("Open Source") sowohl bei der Entwicklung von Hard- wie auch Software  für das mobile Internet von zentraler Bedeutung sein werden. Die riesige Internetgemeinschaft ist den einzelnen Unternehmen bei der Weiterentwicklung von Funktionen und Anwendungen ebenso wie bei der Verbreitung weit überlegen. "Langfristig wird ein geschlossenes Modell wie das von Apple nicht funktionieren", betont Alefi. "Neue Geräte, die auf offenen Standards basieren werden eine ungeheure Dynamik im Markt auslösen und den Wettbewerb anheizen". Kein Unternehmen werde im Alleingang dominieren, die Zukunft gehöre Kooperationen und Partnerschaften, ist sich der Wyman-Experte sicher.   

Eine Killerapplikation ist nicht planbar

Wie aus der Studie weiter hervorgeht, sind Internetnutzer nicht bereit, für Informationen zu bezahlen. Einzige Ausnahmen sind Musik und Videos. Vielmehr wird das Geld im mobilen Internet über Werbung verdient. Derzeit dominiert das Infotainment des festnetzbasierten Internets. Künftig seien aber neue Dienste gefragt wie Messaging-Services, Standortbezogene Dienste (LBS) oder Mobile Payment. "Um zusätzliche Konsumbereitschaft auszulösen, müssen alle Marktteilnehmer sehr genau überlegen, was in der mobilen Nutzung für den privaten Endnutzer wirklich Sinn macht", sagt Alefi. "Social Communities werden eine wichtige Rolle spielen, auch weil das mobile Internet das Upload-Verhalten massiv beeinflusst".

Dennoch sei eine echte Killerapplikation nicht planbar, meint der Marktanalyst. Interessanterweise sind gerade internetbeherrschende Anwendungen wie die Suchmaschine Google keineswegs aus den Forschungsabteilungen der großen Unternehmen hervorgegangen. Vielmehr waren die Entwickler kleine Garagenfirmen, ein Trend, der sich gerade auch bei den mobilen Internet-Services manifestieren wird. "Die Großen sind gut beraten, die Innovationsfreudigkeit der Entwicklernetze zu nutzen", betont Alefi. "Sie müssen das Ohr am Markt haben, die Bastler und Tüftler beobachten, sie unterstützen und gegebenenfalls in sie investieren", fügt der Experte hinzu. Denn: Schnelligkeit ist Trumpf im mobilen Internet.

Autor: FN

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