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Breitband-Internet über UMTS
Eigentlich wurde UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) als Standard für den Mobilfunk entwickelt. Doch aufgrund einer mangelnden Basisversorgung ländlicher Regionen mit schnellem Breitband-Internet rückt UMTS auch als Alternative für DSL in den Fokus der Öffentlichkeit.
Denn mittlerweile sind nicht nur Ballungsgebiete großflächig mit UMTS versorgt, sondern auch in ländlichen Gebieten kann man über das UMTS-Netz ins Internet gehen. Mit Standard-UMTS, sprich 384 Kbit/s (beim Download) und 64 Kbit/s (im Upload), kann man beim Surfen zwar noch nicht DSL-Geschwindigkeiten erreichen, aber für die normale Internetnutzung sind die Übertragungsraten vollkommen ausreichend. Und überall dort wo die Mobilfunkunternehmen bereits die UMTS-Erweiterung HSDPA einsetzen sind heute sogar Übertragungsgeschwindigkeiten realistisch, die DSL absolut ebenbürtig sind.
DSL-Alternativen auf dem Land: Sat konnte sich nicht durchsetzen
Im Gegensatz zu den Ballungsräumen sind die ländlichen Regionen in Deutschland was Breitband-Internet anbelangt nach wie vor unterversorgt. Die Netzbetreiber scheuen die hohen Kosten und so geht der Ausbau des DSL-Netzes auf dem Land nur schleppend voran. Oft ist dieser technisch nicht realisierbar oder schlichtweg für die Telekommunikationsunternehmen – wie so oft angeführt – nicht kostendeckend zu betreiben.
Wer in einer DSLfreien Zone wohnt, kann auf eine Reihe von Alternativen zurückgreifen. Neben UMTS lässt sich eine schnelle Internetverbindung auch über Satellit, Kabelanschluss oder Stromleitung herstellen.
Die bekannteste Alternative zu einem normalen DSL-Anschluss ist ein Zugang zum Internet per Satellit. DSL über Sat ist bundesweit an jedem Standort verfügbar, der freie Sicht auf die genutzten Satelliten gewährleistet. Die Sat-Technologie konnte sich jedoch nie so richtig als ernstzunehmende Alternative zu DSL durchsetzen. Viele potentielle Kunden klagen über hohe Investitionskosten. Und tatsächlich sind erforderliche Geräte oft sehr teuer. Zudem ist der technische Aufwand groß, da unter anderem die für die Nutzung der Technologie notwendige Satellitenantenne installiert werden muss.
Beim Internet über das Kabelnetz besteht das Problem kurzerhand darin, dass Kabel-DSL erst in wenigen Regionen zur Verfügung steht. Meist handelt es sich um Ballungsgebiete in denen man auch Standard-DSL als Internetzugang wählen könnte. Eine flächendeckende Verbreitung bzw. entsprechender Ausbau der Netze ist nicht in Sicht.
Ähnlich sieht es beim Thema „Internet aus der Steckdose“ aus: Mittlerweile können zwar auch Internetdaten über die Stromkabel transportiert werden, die bisher ausgebauten Gebiete sind jedoch sehr beschränkt.
UMTS: Einfache und günstige Alternative zu DSL
Im Gegensatz dazu entpuppt sich der UMTS-Standard als echte Alternative für ein Massenpublikum. Wer in einem Ort wohnt, wo der UMTS-Standard bereits funktioniert, kann kurzerhand ein modernes UMTS-Handy als Modem einsetzen, an einen Rechner anschließen und in Verbindung mit einem Datentarif lossurfen. Ebenso lassen sich UMTS-Laptopkarten oder kompakte UMTS-Sticks als Modems nutzen.
Trotz großer Fortschritte beim Netzausbau in den letzten Jahren kann man bei UMTS aber noch nicht von einer flächendeckenden Versorgung in ganz Deutschland sprechen. Doch im Gegensatz zu Festnetzbetreibern lassen sich Mobilfunk-Anbieter – wie aktuelle Pilotprojekte beweisen – einfacher für die zur Verfügung Stellung moderner Breitband-Technologien für ganze Ortschaften gewinnen.
Politiker haben UMTS als Alternative erkannt
Längst ist das Thema Internetversorgung ein Fall für die Landespolitik geworden. Zum einen geht es um die Zufriedenheit der Bürger, zum anderen um die lokale Wirtschaftsstruktur. Viele ländliche Kommunen haben die Erfahrung gemacht, dass es unmöglich ist, ohne DSL-Anbindung neue Firmen anzusiedeln. Ein Highspeed-Internetzugang ist heute schlicht Voraussetzung für eine funktionierende Unternehmenskommunikation.
UMTS als Alternative zu DSL ist mittlerweile auch in zahlreichen Ministerien angekommen. So hat das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum in Baden Württemberg 2008 ein Pilotprojekt gestartet: Zusammen mit dem Mobilfunkbetreiber Vodafone will man schnelles Internet via UMTS-Netz in die ländlichen Gemeinden bringen. Anfang 2008 wurde eine erste UMTS-Station in dem Ort Willstätt-Legelshurst nahe der Grenze zu Straßburg aufgebaut. Den vollständigen Bericht über den Aufbau einer UMTS-Station für ein ganzes Dorf können Sie bei connect nachlesen.
Autor: MN
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