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Erneut Vergabe von UMTS-Frequenzen in 2009

23.12.2008

Im kommenden Jahr können erneut UMTS-Frequenzen in Deutschland erworben werden. Ob die Vergabe wieder in Form einer Versteigerung erfolgen wird, steht noch nicht fest. Momentan bereitet sich die Bundesnetzagentur auf die Abgabe verschiedener Spektren vor, es geht um "frische" aber auch um alte Frequenzen, die erneut vergeben werden sollen. 

Die erste UMTS-Auktion im Jahr 2000 hatte den satten Betrag von 100 Milliarden D-Mark in die Kasse der Bundesregierung gespült. Mobilfunkanbieter wie T-Mobile oder Vodafone hatten damals tief in die Tasche gelangt. Die Interessenten für das neue Frequenzspektrum lehnen daher eine wiederholte Versteigerung ab und hoffen auf ein reguläres Vergabeverfahren.

Lizenzen ohne Zweckbestimmung

Konkret geht es um bislang ungenutzte Frequenzen im so genannten UMTS-Erweiterungsband bei 2,6 Gigahertz sowie um "alte" UMTS-Lizenzen. Einige Lizenzen waren ungenutzt geblieben und gingen wieder zurück an die Bundesnetzagentur. Nun sollen sie erneut vergeben werden. Im Unterschied zu der ersten UMTS-Auktion in 2000 werden die Frequenzen diesmal neutral, also ohne Zweckbestimmung vergeben. Für die Käufer bedeutet das, sie können selbst entscheiden, welchen Standard sie implementieren wollen. Die Lizenzen sind nicht für die Breitband-Nutzung über UMTS reserviert.

Es besteht die Möglichkeit, dass sämtliche Frequenzen aus den Bereichen Mobilfunk und Rundfunk in einem Verfahren vergeben werden. Die Mobilfunkanbieter betonen schon seit längerem ihr großes Interesse an den neuen Lizenzen. Über die freigewordenen Rundfunkfrequenzen etwa könnten auch ländliche Regionen kosteneffektiv mit Breitband-Verbindungen versorgt werden. Die Anbieter möchten so die DSL-Löcher in Deutschland stopfen.

Will Google eine UMTS-Lizenz? 

Auch gibt es Spekulationen über mögliche Newcomer auf dem deutschen Mobilfunkmarkt: Der Internetkonzern Google hatte bereits in den USA Interesse an Mobilfunk-Frequenzen gezeigt. Nun kursiert das Gerücht, Google erwäge einen Markteintritt in Deutschland.

Das dürfte allerdings kein leichtes Spiel werden, der deutsche Mobilfunkmarkt bietet wenig Raum für neue Anbieter. Die vier Provider T-Mobile, Vodafone, o2 und e-plus decken praktisch 100  Prozent des Marktes ab.

Refarming: Aus alt mach neu 

Die Gruppe für Frequenzpolitik (RSPG) der EU-Kommission hat außerdem einen Vorstoß angeregt, wonach die Nutzungsrechte bei den GSM-Bändern flexibilisiert werden sollen. Die RSPG will Nutzungsbeschränkungen abbauen, so dass Frequenzen in den Bereichen 900 und 1.800 Megahertz nicht mehr an den älteren Mobilfunkstandard GSM gebunden sind. Sie könnten dann etwa für UMTS genutzt werden. Die Bundesregierung hat sich zu diesem Vorschlag des so genannten "Refarmings" bekannt und will die Flexibilisierung umsetzen. Interessierte Unternehmen können sich an der Diskussion um den Abbau von Nutzungsrechten beteiligen und bis zum 19. Januar 2009 eine erste Stellungnahme bei der Bundesnetzagentur einreichen.

Das "Refarming" ist vor allem für kleinere Mobilfunkanbieter attraktiv: o2 und e-plus waren später in den Mobilfunkmarkt eingetreten und besitzen so hauptsächlich Frequenzen im Bereich von 1.800 Megahertz. Der Großteil der Frequenzen von 900 Megahertz gehört den D-Netzbetreibern T-Mobile und Vodafone. Die niedrigeren Spektren ermöglichen aber eine bessere Versorgung in der Fläche, in den höheren Bereichen sind mehr Basisstationen nötig. Dementsprechend ist ein Netzausbau über die 1.800 MHz-Frequenzen teurer. O2 und e-plus hoffen nun, über die Flexibilisierungsmaßnahmen der Bundesnetzagentur größere Teile des niedrigeren Frequenzspektrums zu erhalten. So könnten Wettbewerbsverzerrungen durch die Ungleichverteilung der Spektren ausgeglichen werden, heißt es bei den beiden Mobilfunkanbietern. Die neuen "alten" Frequenzen möchte man dann etwa für das mobile Internet nutzen.

Autor: FN

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