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Mobiles Internet: Netzbetreiber kämpfen gegen Geräte-Hersteller
11.02.2008
Mobile Datendienste werden laut einer umfangreichen Studie der Unternehmensberatung Booz Allen Hamilton in ganz Europa wesentlich an Bedeutung gewinnen.
Während die Mobilfunkunternehmen im zurückliegenden Jahr 2007 noch rund 80 Prozent ihrer Umsätze mit klassischen Sprach-Diensten und lediglich rund 20 Prozent mit mobilen Datendiensten (bereits inklusive SMS-Versand und der E-Mail-Push-Dienste) erwirtschaftet hätten, sei – wie aus der aktuellen Studie hervorgeht – in den kommenden Jahren damit zu rechnen, dass sich die Umsätze zugunsten der mobilen Datendienste verschieben werden.
Es sei zu erwarten, dass der schon seit Jahren angekündigte Erfolg des mobilen Internets nun endlich Realität werden würde.
Mobile Datendienste rufen die großen Unternehmen auf den Plan
Da es sich bereits herumgesprochen hat, dass mobile Datendienste in Zukunft im Mobilfunkbereich für hohe Umsätze sorgen werden, interessieren sich nicht nur die alteingesessenen Mobilfunker für diesen Zukunftstrend: "Große und mächtige Internet-, IT- und Endgeräte-Anbieter bringen sich strategisch in Stellung. Sie wollen sich ein großes Stück aus dem Umsatzkuchen des mobilen Internets herausschneiden", erläutert Dr. Roman Friedrich, Geschäftsführer und Telekommunikationsexperte bei Booz Allen Hamilton.
"Traditionelle Mobilfunkanbieter stehen vor der Entscheidung, ob sie den neuen Wettbewerbern im Kampf um diesen Zukunftsmarkt mit einer Konfrontations- oder einer Kooperationsstrategie begegnen wollen." Erste Anzeichen für diesen Trend erlebte man bereits letztes Jahr im Zusammenhang mit der Einführung des iPhone: Der Apple-Konzern koppelte sein Kulthandy an einen Vertrag, der dem kalifornischen Unternehmen eine Umsatzbeteiligung garantierte.
Mobile Datendienste: Nutzungsdauer steigt signifikant
Wie aus der aktuellen Studie hervorgeht, werde im Mobilfunksektor das zukünftige Wachstumspotenzial bei den mobilen Daten-Diensten liegen, da der Markt bei den Sprach-Diensten zunehmend von Discount- und Flatrate-Tarifen dominiert wird.
Derzeit würden in Europa zwar schon 77 Prozent der Mobilfunk-Kunden über die technischen Voraussetzungen für die Nutzung des mobilen Internets verfügen, tatsächlich würden aber nur 31 Prozent, also nur etwa ein Drittel, mobile Daten-Dienste tatsächlich in Anspruch nehmen.
Bei denjenigen, die das mobile Internet tatsächlich auch verwenden, sei jedoch hinsichtlich der Nutzungsdauer in den zurückliegenden Jahren ein rapider Anstieg zu beobachten: Zwischen 2001 und 2006 habe sich die durchschnittliche Nutzungsdauer um den Faktor zehn erhöht und bis zum Jahr 2011 soll die durchschnittliche Nutzungsdauer um weitere 220 Prozent ansteigen.
Der Telekommunikationsexperte von Booz Allen Hamilton Dr. Roman Friedrich folgert daraus: „Provider müssen Ihre Mobilfunkkunden mit speziellen Angeboten an das mobile Internet heranführen. Unsere Analyse verdeutlicht: Sind die Eintrittsbarrieren erst einmal überwunden, steigt die Nutzung.“
Unternehmensberatung fordert Offenheit bei Mobilen Datendiensten
Nach Ansicht von Dr. Roman Friedrich werden im Bereich mobiler Datendienste in Zukunft die gleichen Feature Anklang finden, die sich auch im „normalen“ Internet durchgesetzt haben: "Die Renner des etablierten Internets werden sich dabei auch im mobilen Internet durchsetzen", ist sich Friedrich sicher. "Umsätze mit mobilen Ablegern von Social Communities, Newsdiensten und eCommerce-Angeboten werden solche mit Messaging-Angeboten wie SMS und Push-E-Mail mit großem Tempo überholen" so der Telekommunikationsexperte.
Für die Mobilfunkunternehmen sei es deshalb entscheidend, attraktive Inhalte über Kooperationspartner in ihre mobilen Vermarktungsplattformen einzubinden. "Mobilfunkanbieter können auf Dauer nicht kontrollieren, welche Angebote und Anwendungen Kunden auf ihrem mobilen Endgerät nutzen. Statt sie zu bekämpfen, müssen Netzbetreiber das mobile Web über offene Systeme offensiv und aktiv mitgestalten."
Die Unternehmensberatung warnt, sollten den Mobilfunkbetreiber solche Koooperationen nicht gelingen drohe das Szenario der "Bit Pipe", bei dem die Mobilfunkanbieter nur als Infrastruktur-Anbieter agieren und nur deutlich geringere Umsätze erzielen könnten.
Autor: MN
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