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Der Streifenwagen als Hotspot
12.03.2008
„Schneller als die Polizei erlaubt“ – dieser Kinderspruch könnte bald auch für die Datenabfrage der Polizei selbst gelten: gerade wurde nämlich das neues Mobile Computing Polizei System, kurz „mPol“, auf der CeBIT präsentiert.
Die Anwendung ermöglicht Polizeibeamten im Streifenwagen, schnellstmöglich personenbezogene Daten mittels UMTS-Verbindung abzufragen.
mPol ermöglicht mobilen Zugriff auf Personendaten per UMTS
Das kompakte System besteht aus einem Bildschirm, einer Tastatur und einem Mobilfunk-Empfänger für UMTS. Es passt in jeden Streifenwagen und bietet den Polizisten direkten Zugang auf den Hauptcomputer. Die Zeiten des Sprechfunks scheinen gezählt: Soll beispielsweise eine Personenkontrolle durchgeführt werden, können die Ordnungshüter eine Anfrage über mPol weiterleiten. Die Ergebnisse werden direkt an den Streifenwagen geschickt und auf dem Display im Wageninneren angezeigt. Dies können simple Adressdaten sein aber auch Informationen zu möglichen Straftaten oder einer laufenden Fahndung.
Umgekehrt können auch vor Ort gewonnene Daten sofort an zentrale Stellen übermittelt werden, so dass sie weiteren Mitarbeitern in Echtzeit zur Verfügung stehen. Polizisten auf Streife haben so über mPol einen sicheren mobilen Zugriff auf alle relevanten Informationssysteme.
Hamburger Pilotprojekt
Das Projekt mPol der Hamburger Polizei ist derzeit noch in der Testphase. Sollte das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen werden, könnten alle Hamburger Streifenwagen mit dem Informationssystem ausgestattet werden. Bisher stehen allerdings nur Daten von Personen zur Verfügung, die in Hamburg mit Wohnsitz gemeldet sind. Ob und ab wann bundesweite Datenabfragen möglich sein werden, ist zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
Der „Interaktive Funkstreifenwagen“ in Brandenburg
Seit Mitte 2007 läuft in Brandenburg ein ähnliches Testprojekt. Dazu wurden zehn Streifenwagen der Brandenburger Polizei mit einem mobilen Computer, einem Farbdrucker, Videoüberwachung und einer schnellen Datenleitung per UMTS zur Anbindung an den zentralen Hauptcomputer ausgerüstet. Mit diesem „Interaktiven Funkstreifenwagen“ können die Polizeibeamten vor Ort sämtliche Personendaten überprüfen und sogar den Strafzettel sofort ausdrucken.
Einziges Manko: die UMTS-Netzabdeckung in Brandenburg. Befindet sich der Streifenwagen in einem der nicht gerade seltenen Funklöcher, kommt keine Verbindung zum zentralen Datenpool zustande. Die Streife muss auf den altmodischen Sprechfunk zurückgreifen. Der Sicherheitsaspekt scheint laut Polizeitechniker kein Problem darzustellen, alle Daten würden gut verschlüsselt per Virtual Private Network (VPN) über das mobile UMTS-Netz laufen und seien absolut abhörsicher.
Autor: FN
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