LTE – spielen in der Cloud

Eine mögliche Anwendung für die Mobilfunktechnik LTE ist das Spielen in der Cloud. Dabei muss man das entsprechende Spiel nicht installieren oder herunterladen, nur die Eingaben werden per Funk übertragen.

Cloud-Gaming gibt es bereits

Für den Nutzer ergeben sich mehrere Vorteile: Wie bei anderen Cloud-Angeboten aus dem Softwarebereich (SaaS – Software as a Service) muss er keine Daten auf den Rechner laden – lange Installationszeiten und Platzprobleme entfallen. Will man ein Spiel starten, klickt man es nur an, perfekt also für Kurzentschlossene. Außerdem muss man auch für aufwändige und brandneue Spiele keinen hochgerüsteten Gamer-PC besitzen, die Arbeit übernimmt ja der Cloud-Server. Die neuesten Titel lassen sich also auch auf dem Office-PC erleben.

LTE macht Cloud-Gaming mobil

In Verbindung mit der Mobilfunktechnik LTE lässt sich diese Idee nun auch mobil weiterdenken. Zwar stellt Cloud-Gaming keine großen Anforderungen an das Endgerät – das Spielen auf Smartphones und Tablets ist also technisch möglich – doch war bisher die Internetverbindung das Hauptproblem.

Die Eingaben zu übertragen, ist kein Problem, denn hier werden nur wenige Daten gesendet. Aufwändiger ist der Stream des Spiels selbst, denn auch wenn keine Programmdaten übertragen werden, ein Videostream ist allemal eine datenintensive Angelegenheit. Mit Datenraten in UMTS-Netzen, die teilweise deutlich unter 1 Mbit/s absacken, kann es zu Aussetzern kommen. Meist genügen dann auch kurze Aussetzer, um den Spielspaß zu torpedieren. LTE bietet hier höhere Datenraten, was einerseits mehr Stabilität verspricht und andererseits auch Streams in höherer Qualität erlaubt, in HD oder auch in 3D.

Ein weiteres Problem, das Cloud-Gaming bisher an Festnetzleitungen band, ist die Latenz. Die Verzögerung zwischen der Eingabe und der sichtbaren Reaktion ist für das Spielerlebnis entscheidend. Drücke ich auf eine Taste und die Spielfigur auf meinem Bildschirm setzt den Befehl erst nach einer halben Sekunde um, macht das keinen Spaß und bedeutet in Spielen, die auf Reaktionsvermögen setzen, die sichere Niederlage. UMTS hat eine Latenz von 300 bis 500 Millisekunden, für das mobile Spielen in der Cloud also wenig geeignet. Nur LTE kann hier an Festnetzanschlüsse heranreichen, die ebenso wie LTE zwischen 20 und 50 Millisekunden liegen. Solche Verzögerungen sind kaum wahrnehmbar und erlauben ein flüssiges Spielerlebnis.

Ubitus und Telekom arbeiten zusammen

LTE und Cloud-Gaming zu verbinden, dieses Ziel hat sich zum Beispiel der Cloud-Anbieter Ubitus gesetzt. Zusammen mit der Telekom stellte der Anbieter auf der IFA 2011 einen Cloud-Gaming-Dienst vor, der für LTE-Nutzer gedacht ist:

"Da sich LTE zur führenden, nächsten Generation der mobilen Kommunikationstechnologie entwickelt, haben wir bei Ubitus hart daran gearbeitet, umfangreichen Multimedia- und Spielinhalt über LTE-Netzwerke bereitzustellen.“, so Wesley Kuo, CEO von Ubitus. Das jeweilige Spiel wird im Browser gesteuert, es ist also auch keine Installation eines bestimmten Programms notwendig.