Mobiles Spielen über LTE

Die Mobilfunktechnik Long Term Evolution (LTE) bietet für das Spielen unterwegs einiges. 

Nicht nur hohe Datenraten tragen zu verbessertem Spielgenuss und aufwändigeren Anwendungen bei. Auch niedrige Reaktionszeiten sorgen für flüssigen Spielspaß.

Netbooks, Smartphones, Konsolen und Tablets

Netbooks und Notebooks orientieren sich am heimischen PC, was Spiele angeht, also Singleplayer- oder Multiplayertitel oder eben Browserspiele. Tragbare Konsolen wie Nintendo DSi oder die Playstation Portable (PSP) waren vor einigen Jahren noch exklusive Konsolen für mobile Spieler. Mittlerweile werden sie aber von Smartphones bedrängt. Was Rechenleistung und Displaygröße angeht, holen Smartphones immer weiter auf. Auch die Steuerung nähert sich teilweise an: Sony hat ein Smartphone veröffentlicht, das statt einer klassischen QWERTZ-Tastatur Steuerkreuz und Knöpfe für Videospiele aufweist.

Viele Spiele benötigen heutzutage eine Internetverbindung, allerdings meist nur wenig Bandbreite. Die Daten für das Spiel sind auf dem PC, Laptop, Tablet oder Smartphone gespeichert. Zwischen dem Spieleserver und dem Rechner des Spielers müssen nur wenige Daten ausgetauscht werden. Je nach Genre sind dies Positionsdaten der Spielfigur, ihre Aktionen und deren Auswirkungen auf die Spiele-Umwelt und die Mitspieler. Hierfür genügt eine Verbindung von wenige hundert Kilobit pro Sekunde (kbit/s). Eine stabile Verbindung über HSDPA kann dies auch bewerkstelligen.

Latenzen müssen sinken

Wichtiger als die Datenrate ist die Reaktionszeit. Eine Eingabe des Spielers muss dem Server des Online-Spiels übermittelt werden. Die Reaktion darauf, welche die Veränderung in der Spiele-Umwelt oder an Mitspieler anzeigt, muss erneut auf den Weg zum Spieler geschickt werden. Diese Verzögerung nennt man Latenz. Je höher die Latenz, desto schwerer ist das Spiel zu steuern. Bei Spielen, die schnelle Reaktionen erfordern, bedeutet eine hohe Latenz oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Spaß und Frust.

Hier kommt LTE ins Spiel. Die Mobilfunktechnik bietet nicht nur hohe Datenraten, sondern vor allem niedrige Latenzzeiten, die endlich mit stationären Anschlüssen konkurrieren sollen. Während ein DSL-Anschluss zwischen 20 und 50 Millisekunden Verzögerung aufweist, sind es bei UMTS 170 bis 200 und bei HSDPA immer noch 60 bis 80 Millisekunden. Eine Latenz von einem oder zwei Zehntelsekunden klingt wenig, ist aber bei Spielen durchaus spürbar und in Auswirkungen messbar.

Mit LTE sind Latenzzeiten um die 20 Millisekunden möglich. Auf diese Weise sind die Verzögerungen zwischen Eingabe und Reaktion kaum mehr erkennbar. Auch für Spieler, die sich in professionellen Spiele-Ligen bewegen, wird LTE so zu einer realistischen Option.

Onlive – eine Alternative

Eine weitere Möglichkeit des mobilen Spielens könnte sich LTE-Nutzern in Zukunft eröffnen: der Games-on-Demand-Service Onlive. Dieses Projekt aus den USA setzt auf Streaming als Methode für unkomplizierten Spielgenuss. Die Spieldaten befinden sich auf Hochleistungsrechnern im Serverpark von Onlive. Die Hardware des Spielers muss die Anforderungen des jeweiligen Spiels also nicht einmal unterstützen; gerade für mobile Surfer ein Argument, sind sie doch in der Regel nicht mit technisch aufgerüsteten PCs unterwegs.

Das Spiel kommt vielmehr als Videostream auf dem Endgerät an und wird dort laut Angaben von Onlive in etwa einer Millisekunde dekomprimiert. Die Eingaben des Spielers werden wie bei Online-Spielen an die Onlive-Server übermittelt und zurück kommt das Ergebnis der Interaktion. Um Spiele in HD-Auflösung von 720p darzustellen, benötigt man mindestens eine 5-Megabit-Verbindung, die zudem stabil bleibt. Eine HSDPA-Verbindung kann dies nicht leisten. Ebenso wie bei anderen Spielen, die online ablaufen, ist bei Spielen über Onlive die Latenzzeit ein entscheidender Faktor. Die geringen Latenzen bei LTE sind auch hier wieder ein Argument. Unterwegs die neuesten, grafikaufwändigen Titel auf dem Netbook über eine LTE-Verbindung zu spielen, ist dann vielleicht der Weg für mobile Spieler.