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Kabinett beschließt nationales Portal für Geodaten

11.08.2008

Das deutsche Bundeskabinett hat beschlossen, ein nationales Portal für Geodaten zu schaffen. In Zukunft werden alle Daten, die bisher auf viele unterschiedliche Ämtern und Behörden verteilt waren, in einem Pool zusammengefasst. Nahezu jeder Anwender hat schon einmal auf Geodaten zugegriffen, etwa in Form eines Rotenplaners oder bei der Betrachtung einer Region über Google Maps.

Das nun verabschiedete Geodatenzugangsgesetz ist ein Schritt der Bundesregierung zur Umsetzung der europäischen INSPIRE-Richtlinie in deutsches Recht. Damit soll eine Infrastruktur für Geodaten in der gesamten Euro-Zone geschaffen werden. Die EU-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, ihre georeferenzierten digitalen Daten bis zum Jahr 2012 für Dritte zugänglich und nutzbar zu machen.

BITKOM erwartet zweistellige Marktzuwächse

„Wir begrüßen diesen Beschluss ausdrücklich“, erklärte Prof. August-Wilhelm Scheer, Präsident der Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). „Von dieser Wissensbasis werden alle profitieren: Bürger, Verwaltung und Wirtschaft. Ab 2011, wenn die Datenbank umfassend funktionsbereit ist und Daten in der erforderlichen Qualität vorliegen, wird das volle Markt- und Arbeitsplatzpotenzial erschlossen und der Markt zweistellig zulegen“, erwartet der BITKOM-Präsident. „Zuwachsraten von zehn bis zwölf Prozent sind realistisch“. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz der Branche bei 1,5 Milliarden Euro, für 2008 rechnet der Verband mit 1,6 Milliarden Euro.

Scheer übte allerdings auch Kritik an dem neuen Gesetz: „Leider fehlen klare Regeln dafür, unter welchen Voraussetzungen auf Geodaten zugegriffen werden darf. Wir hätten uns außerdem eine Schiedsstelle sowie einen zentralen Ansprechpartner für das Lenkungsgremium des neuen Geoportals im Sinne der Dienstleistungsrichtlinie gewünscht“, sagte der Leiter des High-Tech-Verbands. Dennoch sei es ein Schritt in die richtige Richtung, der einfache Zugang zu diesen Daten sei beispielsweise im Katastrophenschutz sehr hilfreich. „So werden staatliche Abläufe effizienter und Doppelarbeit wird vermieden. Das hilft Steuern sparen“, betonte der BITKOM-Präsident.

Autor: FN

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