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iPhone 3G: wenig geeignet für Geschäftskunden?
15.09.2008
Die Business-Tauglichkeit des neuen iPhone 3G ist Inhalt einer aktuellen Studie von Berlecon Research und der Fraunhofer Einrichtung Systeme der Kommunikationstechnik (ESK). Dabei wollten die Analysten herausfinden, wie gut sich das neue Apple-Handy für Unternehmensanwendungen eignet im Vergleich zu Konkurrenzprodukten, die schon länger auf dem Markt sind.
Untersucht wurden die Funktionen für den alltäglichen Geschäftseinsatz, die Sicherheit sowie die Administrierbarkeit des UMTS-iPhones. Die Ergebnisse der Studie "Das iPhone 2.0 im Unternehmenseinsatz" sind ernüchternd: Während Apple-Fans das Design und die intuitive Bedienung ihres Kult-Handys preisen, zeigen sich die Experten von Berlecon und ESK wenig begeistert von der Business-Tauglichkeit des Geräts.
Vorhandene Business-Funktionen sind nicht ausreichend
Die neue Firmware 2.0, die auch für das Vorgängermodell gilt, bringt diverse Business-Features auf das 3G-iPhone. Geschäftskunden können PIM- und E-Mail-Synchronisation via ActiveSync-Push in Anspruch nehmen und Adressen im Firmenverzeichnis oder der Global Address List suchen. Für VPN-Anwendungen steht ein IPSec VPN-Client von Cisco zur Verfügung. Außerdem wird das WLAN-Netz durch die WPA2-Verschlüsselung geschützt.
Dennoch fehlen etliche wichtige Funktionen für den Geschäftsalltag, kritisieren die Autoren der Fraunhofer-Studie: Basis-Anwendungen wie "Cut, Copy and Paste", die beispielsweise bei der Textverarbeitung benötigt werden, existieren beim iPhone nicht. Mittels Microsoft-Activesync-Protocol können zwar E-Mails, Kontakte und Termine zwischen dem Apple-Handy und einem Microsoft Exchange Server synchronisiert werden. Zu erledigende Aufgaben sind dabei aber ausgeschlossen. Etliche Unternehmen nutzen Lösungen von Lotus Domino oder Groupwise, um ihre Systeme abzugleichen. Diese Solutions funktionieren nicht auf dem iPhone. Im Vergleich dazu sei der Enterprise Server von BlackBerry besser aufgestellt, heißt es im Untersuchungsbericht weiter. Grundsätzlich ist der Datentransfer vom iPhone auf einen anderen Computer ohne Zusatzsoftware nicht möglich. Im Gegensatz dazu bieten andere Anbieter auch Datenübertragungen per Bluetooth.
Hoher Verwaltungsaufwand
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Tatsache, dass das iPhone mit der Firmware 2.0 nicht als UMTS-Modem genutzt werden kann. Zudem kann der User einen schwachen Akku nicht selbst austauschen, ein Akkuwechsel darf nur von Apple selbst ausgeführt werden. Wenig Begeisterung zeigten die Experten auch für die Sicherheits-Features des iPhones.
Schließlich kommt die Untersuchung zur Integrierung des Apple-Handys in bestehende IT-Systeme, die sich als kompliziert erweist: IT-Administratoren müssten neben BlackBerry-Geräten jetzt auch eine eigene Verwaltung für iPhones aufbauen, heißt es in dem Papier. Auch die Pflege der diversen Anwendungen gestaltet sich auf dem Apple-Handy schwieriger als beispielsweise bei einem BlackBerry-Smartphone. Zusätzliche Geschäftsanwendungen können per Kabel über iTunes oder über den AppStore im Internet verteilt werden – für Firmen ist dieser Verbreitungsweg gewöhnungsbedürftig, meinen die Autoren der aktuellen Studie. Außerdem lassen sich Anwendungen und Dienste offenbar nicht sperren, der Bericht beurteilt das Device Management daher als unvollkommen. Fazit: die Forscher zeigten sich nicht überrascht, dass Dritthersteller kaum Lösungen für das iPhone geschaffen hätten. Die Unternehmen möchten erst einmal abwarten, wie gut das iPhone 3G in der Geschäftswelt ankommt.
Autor: FN
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