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LTE macht´s möglich: Das Auto als Multimedia-Maschine
04.12.2009
Das Auto der Zukunft ist multimediale Unterhaltungsmaschine und rollendes Informationspaket in einem – so sieht es zumindest Alcatel-Lucent. Das Unternehmen stellt ein neues Konzeptfahrzeug vor: Das „LTE Auto“ (englisch: „LTE Connected Car“). Über den Mobilfunk soll der Pkw auf dem derzeit schnellstmöglichen Weg – nämlich mit der neuesten Datenübertragungs-Technologie LTE – Informationen aus dem Internet saugen und so für Unterhaltung, höheren Fahrkomfort und womöglich mehr Sicherheit beim Fahren sorgen.
An Bord hat man dann so allerlei Unterhaltung: Man kann Videos gucken, eine Online-Musik-Bibliothek abhören oder online gegen Gegner aus aller Welt seine liebsten Computerspiele spielen – volles Programm also für mitfahrende Kids, die sonst bei längeren Fahrten deutlich zum Nölen neigen. Beifahrer können die Zeit der Fahrt zum Einkaufen im Internet nutzen oder sich über nahegelegene Sehenswürdigkeiten schlau machen. Und wem das nicht reicht, der kann den PKW als WLAN-Hotspot nutzen und mit allen möglichen WLAN-fähigen Geräten die schnelle Datenautobahn ins Internet über den LTE Mobilfunk nehmen.
Es gibt auch Infos für den Fahrer
Immerhin: Wenn das Auto am Laufen ist, werden die Videos für den Fahrer abgeblockt. Die Passagiere auf dem Rücksitz nutzen drahtlose Kopfhörer, was den Krach in Grenzen hält. Doch inwieweit das multimediale Getümmel rund um den Fahrer der Verkehrssicherheit förderlich ist, bleibt abzuwarten.
In jedem Fall soll auch etwas für die Verkehrssicherheit getan werden, so sagen jedenfalls die Macher des LTE-Autos. Ein Wagen, der per Mobilfunk ans Internet angebunden wird, könnte eine Menge Daten auswerten – und womöglich selbst welche sammeln und an andere Autofahrer weitergeben, so der Plan. So könnte man in Echtzeit Daten zu Staus, Wetter und Straßenbeschaffenheit abrufen. Die gleichen Daten könnte das Fahrtzeug als rollendes Messinstrument an seinem jeweiligen Standort aufnehmen und sie dann an andere Fahrer weiter geben. Das LTE Auto könnte den Zustand des Fahrzeugs automatisch überwachen, seine Wartung selbst planen und schließlich noch für einen besseren Schutz vor Diebstählen sorgen.
Mobile Plattform und Verkehrssicherheit
Das neue Konzept-Auto stößt auf leichte Vorbehalte. „Es ist klar, dass der Einsatz von modernen Kommunikationstechnologien in Fahrzeugen nicht aufzuhalten ist“, meint etwa Sven Rademacher, Pressesprecher beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Wichtig sei aber, dabei auf die Sicherheit zu achten. Prinzipiell solle man alles was den Fahrer ablenke, Regeln unterwerfen, so Rademacher.
Die Macher des neuen Autos geben sich unterdessen optimistisch: „Mit der Vorstellung des Konzepts LTE Connected Car ist das Automobil im Begriff, zur nächsten mobilen Plattform zu werden“, erklärt Derek Kuhn, Vize Präsident für Neue Technologien und Medien bei Alcatel-Lucent.
Das Konzeptauto braucht noch viele Jahre bis zur Serie
Alcatel-Lucent arbeitet bei dem Projekt zusammen mit den Unternehmen Atlantic Records, Toyota, QNX Software Systems, Chumby und Kabillion. Alcatel brachte dabei sein Wissen um den neuen LTE Standard ein, QNX Software Systems lieferte die Software einschließlich Betriebssystem und Navigationssystem, Chumby sorgte für Multimedia-Inhalte und Kabillion steuerte sein Internet-Angebot für Kinder bei. Der Wagen selbst ist ein 2010er-Modell des Toyota-Hybridautos Prius.
Einstweilen ist alles freilich noch Zukunftsmusik, so sagen IT-Experten. Es werde Jahre dauern, bis so etwas möglich sei: Zunächst bräuchte man ein wirklich flächendeckendes LTE Netz, dann müsste man dementsprechend ausgestattete Fahrzeuge auf den Markt bringen. Und schließlich sei die Frage, ob sich eine solche Mobilfunk-Dienstleistung rechne – sowohl für Betreiber als auch für Kunden.
Autor: ET
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