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grünen Links?
LTE und die Zukunft der Daten-Flatrate
05.02.2010
Das Interesse der Verbraucher an mobilen Internet-Services wächst. Handy-Surfen, Mobile E-mail und Online-Games gehören für viele Mobilfunknutzer schon beinahe zum Alltag. Dank moderner Breitband-Technologien wie UMTS und HSPA können die Funknetze die exponentiell gestiegenen Datenströme auch bewältigen. Die Frage ist nur – wie lange noch?
Während die Nutzer sich enthusiastisch den neuesten mobilen Multimedia-Trends hingeben, wächst auf Seiten der Netzbetreiber die Angst vor dem Netzkollaps. Allein Vodafone Deutschland registriere schon jetzt über 300 Terabyte an Daten-Traffic pro Woche in seinem HSPA-Netz, berichtet der Branchenexperte Klaus von den Hoff von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Spätestens im Jahr 2012 werden die Kapazitätsgrenzen der aktuellen Mobilfunknetze erreicht sein, befürchten die Carrier. Rettung vor dem drohenden Netzzusammenbruch soll der 4G-Mobilfunkstandard Long Term Evolution bringen: LTE verspricht Bandbreiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde im Download und bis zu 75 Megabit pro Sekunde im Upload, viel Luft also für die ächzenden Mobilfunknetze. Wie aber wird der Mobilfunk der Zukunft aussehen? Was ändert sich für die Anwender? Wird eine LTE Flatrate einer herkömmlichen UMTS Flatrate ähneln?
Bringt LTE die echten Flatrates zurück?
Das Thema Long Term Evolution sei bislang ein reines Carrier-Thema, betont der Telekommunikationsexperte von den Hoff gegenüber dem Magazin Computerwoche. Neue Dienste werde man durch LTE eher nicht sehen, es gehe um mehr Kapazität, höhere Breitbandgeschwindigkeiten und eine bessere Funkabdeckung in Gebäuden, so von den Hoff. Den Verbraucher dürften diese Fragestellungen nur marginal interessieren. Wesentlich massentauglicher ist dagegen die Überlegung, wie wohl eine LTE Flatrate in Zukunft aussehen wird.
Zu Beginn der UMTS-Epoche hatten die Netzbetreiber in Deutschland noch echte Daten-Flatrates, so genannte Full-Flats im Angebot – der Nutzer konnte damit vollkommen unbegrenzt im Internet surfen. Indes, die Freude war nur von kurzer Dauer. Schnell führten die Carrier eine Deckelung der Flatrate-Tarife ein. Aus Full-Flats wurden Fair-Flats. Zunächst musste der Nutzer für jedes zusätzliche Megabyte bezahlen, später erfolgte die Begrenzung über eine Drosselung der UMTS-Geschwindigkeit auf GPRS-Niveau. Für die Mobilfunkbetreiber hat sich diese Vorgehensweise offensichtlich bewährt. Wird es im LTE Netz der Zukunft nun wieder echte Daten-Flatrates geben? Oder werden die LTE-Netzbetreiber lieber auf das Fair-Flat-Prinzip setzen – trotz gesteigerter Bandbreiten.
Gleiche LTE-Datenraten für alle?
Der LTE-Standard verheißt Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde im Downlink, per UMTS-Aufrüstung HSPA+ sind heute maximal 28 Megabit pro Sekunde möglich. Werden die Netzbetreiber künftig die volle LTE-Bandbreite an die Nutzer weitergeben? Neben der Fair-Flat-Regelung gibt es bei einigen Mobilfunkanbietern schon heute Flatrate-Tarife mit unterschiedlichen Bandbreiten zu kaufen. Dabei kostet ein Datentarif mit eingeschränkter Performance weniger Geld als eine Internet-Flatrate auf HSPA-Niveau. Es ist denkbar, dass im LTE Netz der Zukunft deutlich mehr Tempo-gestaffelte Datentarife angeboten werden.
Wiederholt sich die Flatrate-Blase im LTE-Netz?
Wie Pilze sprossen in den letzten Jahren neue Mobilfunkanbieter aus dem Boden. Die Zahl der feilgebotenen UMTS-Flatrates für die mobile Internet-Nutzung schoss in die Höhe, der Markt für Datentarife wurde immer unübersichtlicher. Die neuen Internet-Tarife trugen launige Namen wie Quickster, Youni oder Spurtig. Inhaltlich waren sich die meisten dieser Reseller-Produkte recht ähnlich. Es dauerte nicht lange, dann setzte das große Tarife-Sterben ein, zahlreiche UMTS-Flatrate-Tarife wurden quasi über Nacht eingestampft. Eine Fantasie-Flatrate nach der anderen verschwand von der Bildfläche, getreu dem Motto „der Markt bereinigt sich selbst“.
Weniger selbstverständlich dürfte diese Entwicklung für die betroffenen Mobilfunkkunden sein, die von heute auf morgen mit einem toten Datentarif dastehen.
Das wirft die spannende Frage auf, ob sich diese Entwicklung im Rahmen der Einführung des neuen 4G-Mobilfunks wiederholen wird. In den katastrophalen Image-Werten hat sich gezeigt, dass diese intransparente Tarifpolitik der Telekommunikationsbranche langfristig schadet. Haben die Mobilfunkanbieter etwas aus der UMTS-Epoche gelernt? Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben.
Autor: FN
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