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Alcatel-Lucent testet LTE in Stuttgart
10.11.2009
Der LTE Mobilfunk macht nicht nur in Skandinavien Fortschritte. Auch in Deutschland setzt man sich mit der zukünftigen Netz-Technologie auseinander. In Stuttgart testet Alcatel-Lucent derzeit LTE: In einem Testzentrum wird die Zusammenarbeit aller Teile eines LTE-Netzes erprobt.
Das französisch-amerikanische Unternehmen nutzt das - in der Nähe des Porsche Museums gelegene - Ende-zu-Ende-Testzentrum auch dazu, seinen Kunden die Kapazitäten der neuen Mobilfunkgeneration zu zeigen, dazu wird ein komplettes LTE Netz simuliert, genau so wie es Alcatel-Lucent bei künftigen Kunden bauen will. Zum Testaufbau gehört ein Funknetz im Norden Stuttgarts.
Tests im 800-Megahertz-Frequenzspektrum
Weil in Deutschland demnächst das 800-Megahertz Frequenzspektrum für LTE frei wird, testet Alcatel-Lucent in Stuttgart den LTE Mobilfunk auch in diesem Bereich. „Bei der Anpassung unserer LTE-Technik an die 800 MHz-Frequenz wird uns zugute kommen, dass wir momentan für Verizon in den USA ein LTE-Netz aufbauen, das mit der benachbarten 700 MHz-Frequenz arbeitet“ so Erich Zielinski, Chef der LTE Entwicklung. „Wir werden deshalb schnell eine LTE-Lösung anbieten können, mit der Netzbetreiber in Deutschland alternativ zum Glasfaserausbau die `weißen Flecken´ auf der Landkarte schließen können.“
In weiteren Tests will Alcatel-Lucent neben Datenverkehr auch Sprach- und SMS-Dienste über LTE schicken. Dabei werden Technologien wie die IMS (IP Multimedia Subsystem), oder VoLGA (Voice over LTE Generic Access) erprobt.
Und so funktioniert LTE
Die jeweilige Basis-Station umfasst vier Steuereinheiten und Sendeeinheiten bis zu 40 Watt Sendeleistung. Damit kommt Alcatel-Lucent in Stuttgart-auf eine Reichweite von etwa vier Kilometern. LTE wird über mehrerer Antennen gesendet und empfangen (MIMO) und braucht einen breiten Funkkanal.
LTE soll den immer größer werdenden Datenstrom in den Mobilfunknetzen effektiver verarbeiten und große Mobilität gewährleisten. Deshalb testet Alcatel-Lucent die neue Technik anhand datenintensiver Dienste mit hoher Mobilität: Video im Fahrzeug wird ausprobiert. Die Insassen schauen aus dem Internet übertragene Videos in HD-Qualität an, spielen übers Internet ein Videospiel oder nehmen an einer Videokonferenz teil.
„Mit den bisherigen Testergebnissen sind wir hochzufrieden“ erklärte Erich Zielinski, Leiter des LTE-Projektes bei Alcatel-Lucent der versammelten Fachpresse. „Wir erreichen im Testzentrum wie auch bei Testfahrten unter realen Bedingungen sehr hohe Datenraten. Zeitkritische Anwendungen laufen ohne Verzögerung. Der Übergang zwischen zwei LTE-Zellen ist nahtlos, so dass Videoübertragungen davon nicht beeinträchtigt werden. Unsere LTE-Technik (Long Term Evolution)erfüllt damit alle Voraussetzungen, um die Web 2.0-Welt, die sich heute noch weitgehend im Festnetz abspielt, in Zukunft auch mobil zu erleben.“
Alcatel-Lucent
Alcatel-Lucent bietet Lösungen für Sprach-, Daten- und Video-Kommunikationsdienste. Seine Kunden sind Anbieter von solchen Diensten aber auch Unternehmen und Behörden. Das Unternehmen bezeichnet sich als einen Marktführer im Festnetz, im Mobilfunk und bei konvergenten Breitbandnetzen, bei IP-basierten Technologien, Anwendungen und Dienstleistungen. Die Forschungssparte von Alcatel-Lucent ist Bell Labs. Alcatel-Lucent ist in über 130 Ländern vertreten. Das in Frankreich registrierte Unternehmen mit Hauptsitz Paris erzielte 2008 einen Umsatz von 16,98 Milliarden Euro.
Autor: ET
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