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LTE: Nun reagiert auch das mobile Internet flott
17.02.2010
Mit der neuen Mobilfunktechnik LTE werden die Daten im mobilen Internet nicht nur schnell gesendet und empfangen, auch das Netz reagiert so schnell wie nie zuvor.
Das gibt dem mobilen Internet eine neue Qualität: Auf Eingaben reagiert das Internet so flott wie der stationäre DSL-Anschluss.
Latenzzeit: Die Reaktionszeit des Internets
Ich gebe bei Google einen Suchbegriff ein und sofort werden mir Treffer präsentiert. So sieht es aus, aber so ist es nicht: In Wirklichkeit braucht es ein wenig, bis mein Befehl die Suchmaschine erreicht und diese reagiert hat. Nur ist in diesem Fall die Zeit so kurz, dass ich das gar nicht bemerke: Bei meiner schnellen DSL-Verbindung sind das aktuell 27 Millisekunden (tausendstel Sekunden), das ist so flott, dass ich es als Wartezeit nicht wahrnehme.
Diese Reaktionszeit des Internets wird technisch Latenzzeit genannt. Wie kurz die Latenzzeit ist, hängt von der Qualität des Netzes ab. Die Größe der Latenzzeit ist für uns Verbraucher ein wichtiges Merkmal: reagiert das Netz mit merklicher Verzögerung, nehmen wir das als mangelnde Qualität war.
Von GPRS bis LTE: Die Reaktionszeiten
Die älteren Datenfunktechniken haben zum Teil deutlich merkbare Reaktionszeiten: in GPRS-Netzen dauert es 500 Millisekunden und mehr (also eine halbe Sekunde und mehr); mit der Datenfunktechnik EDGE lässt sich das schon auf 300 bis 400 Millisekunden drücken. Mit dem Mobilfunk der 3. Generation und der Datenfunktechnik UMTS braucht das Netz 170 bis 200 Millisekunden um zu antworten, mit den Beschleunigungstechniken der HSPA-Techniken geht es runter auf theoretisch 60 bis 70 Millisekunden.
In Schweden wurden im LTE-Netz des Betreibers Telia Sonera 15 bis 25 Millisekunden gemessen – das ist sensationell gut. In den USA verspricht Verizon Reaktionszeiten von weniger als 30 Millisekunden, allerdings wurden auch schon 70 Millisekunden gemessen.
Wartezeiten und Latenzzeiten
Dank LTE reagiert das mobile Internet so schnell wie das kabelgebundene. Allerdings empfiehlt es sich beim mobilen Internet zwischen der Latenzzeit – also der Reaktionszeit des Netzes und der Wartezeit – etwa beim Aufbau einer Internetseite – zu unterscheiden.
In der Praxis können Nutzer in 3G-Netzen (also in UMTS-Netzen) beispielsweise beim ersten Aufruf einer Internetseite auch bei guten Netzen in Deutschland zwischen einer und sieben Sekunden warten, ähnliche Werte gibt es aus anderen 3-G-Netzen; und daran können Latenzzeiten von 0,2 Sekunden kaum alleine schuld sein.
Solche Wartezeiten entstehen anders: Beispielsweise kann die Datenmenge der Internetseite für das mobile Gerät so groß sein, dass der Rechenkern eine Zeitlang braucht, um sie darzustellen – bei älteren internetfähigen Handys etwa. Oder die Übertragungsgeschwindigkeit per Mobilfunk ist so gering, dass das Netz ein wenig braucht, bis die Seitendaten komplett ans Endgerät übertragen wurden.
Um die Netz-Geschwindigkeit und geringe Reaktionszeit beispielsweise bei künftigen LTE-Smartphones optimal zu nutzen, werden die Produzenten – das zeichnet sich schon jetzt ab – wesentlich leistungsfähigere Rechenkerne in den Smartphones verbauen.
Autor: ET
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