LTE Prepaid: 4G-Datenfunk ohne Vertrag

Bei einem Prepaid-Tarif wird im Voraus ein festes Guthaben bezahlt und dann aufgebraucht. Gerade für Einsteiger und Wenig-Nutzer ist das mobile Surfen auf Prepaid-Basis eine interessante Alternative zum Datentarif mit Vertragslaufzeit. Prepaid-Internet-Tarife sind im UMTS-Bereich bereits weit verbreitet, im LTE-Datenfunk gibt es allerdings bislang noch keine Angebote. 

Mobiles Internet auf Guthaben-Basis

Ein Prepaid-Tarif unterscheidet sich von anderen Datentarifen dadurch, dass der Nutzer keinen Vertrag mit dem Anbieter abschließt. Der Verbraucher kauft ein gewisses Kontingent an Zeit oder Daten (engl. prepaid – im Voraus bezahlt) und geht keinerlei vertragliche Bindung ein. Ist die Zeit verstrichen, muss der Nutzer das Account nicht kündigen, er kann es ruhen lassen. Ein neues Kontingent kann jederzeit aufgebucht werden.

LTE-Internet immer beliebter

Die mobile Datennutzung per LTE wird immer beliebter. Branchenkenner erwarten für 2013 den Durchbruch am Markt. Die LTE-Netzabdeckung liegt inzwischen bundesweit bei rund 50 Prozent. Die LTE-Datennutzung soll 2013 nach Aussage der Marktforscher von ABI Research um 200 Prozent steigen. Das ist auch der zunehmenden Zahl LTE-fähiger Smartphones geschuldet. Vor allem die Top-Markengeräte sind mittlerweile standardmäßig mit einem LTE-Modul versehen.

Anbieter zögern bei LTE-Prepaid-Angeboten

Aktuelle Umfragen zeigen, dass viele Verbraucher sich Prepaid-Angebote für den LTE-Mobilfunk wünschen. E-Plus bietet nach wie vor gar kein LTE und damit auch kein Prepaid-LTE an. Telekom, Vodafone und Telefónica o2 setzen bereits auf LTE, im Prepaid-Bereich bleibt es jedoch vorerst bei UMTS. Man werde die Kunden rechtzeitig informieren, wenn LTE-Prepaid komme, meint Frank Domagala von der Pressestelle der Telekom. Auch Telefónica werde rechtzeitig informieren, wenn Prepaid-Tarife für LTE ins Angebot kommen, wie Markus Oliver Göbel, Pressesprecher von Telefónica, mitteilt. Vodafone bietet LTE ebenfalls nur in den Vertragstarifen an, über Prepaid-LTE äußert die Pressestelle sich nicht.

Bei den Resellern und Discountern gibt es ebenfalls nichts Neues zum Thema Prepaid-LTE. Man warte auf die Netzbetreiber, heißt es bei mobilcom-debitel, einem der großen Reseller im Mobilfunk. Auch Blau.de, Fonic oder Simyo haben Prepaid-LTE in absehbarer Zeit nicht in Planung und können keine näheren Angaben machen.

UMTS-Prepaid wurde erst spät eingeführt

Beim Vorgängerstandard UMTS dauerte es mehrere Jahre, bis Prepaid-Angebote für die Datennutzung auf den Markt kamen. 2004 starteten die ersten UMTS-Tarife, nachdem die Versteigerung der UMTS-Lizenzen bereits im Jahr 2000 stattgefunden hatte. Als erster Mobilfunk-Discounter bot Simyo, eine Tochterfirma von E-Plus, 2007 UMTS-Sim-Karten an. Einen der ersten Discount-Datentarife im UMTS-Netz, die „Simyo-Flat“, gab es dann im November 2008, im gleichen Jahr boten Telekom und Vodafone ebenfalls Prepaid-Datentarife an.

Zwar dauerte es von der Auktion der LTE-Frequenzen im Frühjahr 2010 nur bis zum Jahresende 2010, bis die ersten – noch für den stationären Gebrauch gedachten – LTE-Tarife auf den Markt kamen. Drei Jahre nach der Auktion ist die Einführung von mobilen LTE-Prepaid-Tarifen aber immer noch nicht in Sicht. Die Netzbetreiber geben in ihren Statements zum Thema LTE-Prepaid auch keinen Anlass zur Hoffnung, dass noch in diesem Jahr entsprechende Angebote auf den Markt kommen. Vielleicht ändert der für 2014 geplant LTE-Einstieg von E-Plus ja etwas daran – so wie es bei UMTS schon einmal der Fall war.

Autor: MB/FN