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LTE Router kommen vor LTE-Surfsticks auf den Markt
Ratgeber: LTE-Router
Ein LTE-Router ist technisch gesehen ein Funkmodem, also eine kleine Sende- und Empfangs-Station, die auf die LTE-Datenfunktechnik ausgelegt ist. Anders als der Surfstick, mit dem immer nur ein Gerät ans schnelle Datenfunknetz angeschlossen werden kann, bedient der Router gleich mehrere Rechner gleichzeitig. LTE Router gibt es in zweierlei Ausführung – die meisten nutzen sie als stationäres Gerät, mit dem man zuhause oder im Büro ein WLAN-Netz aufbauen kann, es gibt aber auch mobile Geräte, welche die gleichen Dienste auf Reisen versehen.
In Deutschland wird LTE – anders als im Rest der Welt - zunächst in Gegenden aufgebaut, in denen es keinen schnellen Internetanschluss mit Geschwindigkeiten von über einem Megabit pro Sekunde gibt. LTE wird so erst einmal als Ersatz für schnelles Internet via Kabel eingesetzt und erst im zweiten Schritt als schnelle Mobilfunktechnik. Deshalb gehören LTE-Router – als typische stationäre Anwendungen - zu den ersten LTE-Funkmodems, die in Deutschland eingesetzt werden.
Der LTE-Router der Telekom – Deutschland weltweit vorne
Es ist daher nicht allzu überraschend, dass die Telekom als erster Mobilfunkbetreiber weltweit ihren LTE-Router präsentieren konnte. An theoretischen Höchstgeschwindigkeiten schafft der Telekom-Router 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beim Herunterladen von Daten (Download) und 10 Mbit/s beim Senden (Upload). Die PCs oder Laptops können drahtlos per WLAN (Standard: 802.11 b/g) oder über Kabel (Standard: IEEE 802.3/8023u) angeschlossen werden. Nach Angaben der Telekom beherrscht er im UMTS-Netz auch HSPA und im GSM-Netz GPRS und EDGE.

Der Router wird von der Telekom unter dem Produktnamen Speedport LTE vertrieben und als Eigenprodukt ausgegeben; es handelt sich dabei jedoch um den LTE Speedport B390 des chinesischen Herstellers Huawei. Derzeit wird das Gerät noch von ausgesuchten Telekom-Kunden getestet.
LTE Router von o2
Beim Münchner Mobilfunkbetreiber O2 dagegen ist ein Gerät aus deutscher Produktion in der Probephase, eine Fritz!Box der Berliner Firma AVM. Das LTE-Modem kann mit einer theoretischen Höchstgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde Daten empfangen und mit bis zu 50 Mbit/s Daten senden.

Die LTE-Fritz!Box funkt in zwei Frequenzbereichen: im 800-Megahertz- und im 2,6-Gigahertz-Band, also den Frequenzen, die in Deutschland für LTE vorgesehen sind.
Router kommen erst langsam
Mit Ausnahme des Sonderfalls Deutschland wird LTE im Rest der Welt von Anfang an als schneller Zugang zum mobilen Internet aufgebaut. Daher sind mobile Modems, meist also LTE-Surfsticks in den anderen Ländern die erste Wahl. Router, die meist stationär eingesetzt werden, kommen deutlich später auf den Markt.
So gibt es in den USA derzeit keine Router für das LTE-Netz von Verizon Wireless. Allerdings hat die Firma Samsung schon für ihren Router SCH-LC11 die Zulassung der US-amerikanischen Telekommunikations-Behörde erhalten. Auch dieses Gerät ist freilich für den mobilen Gebrauch konzipiert und beherrscht neben LTE noch die in den USA gebräuchliche Funktechnik CDMA2000 der dritten Mobilfunkgeneration.
Wie langsam das Router-Geschäft weltweit anläuft zeigt das Modell des taiwanesischen Herstellers Zyxel, der ZLR-2070S.

Schon im Dezember 2009 wurde ein Prototyp präsentiert, mittlerweile (Stand: Dezember 2010) ist der Router im Portfolio von Zyxel. Doch er wird derzeit (Stand Dezember 2010) von keinem Netzbetreiber verkauft.
Was man bei LTE-Routern beachten sollte
Ein Router wird benutzt, um mehreren Rechnern gleichzeitig einen Zugang zum Internet zu geben. Im Datenfunk wird die Geschwindigkeit pro Teilnehmer langsamer, je mehr Teilnehmer an einer Basisstation – also einem Sendemast - angemeldet sind. Diese schwankende Geschwindigkeit, die niemals die Höhen erreicht, die in der Mobilfunkwerbung verkündet werden, müssen sich die Nutzer eines Routers dann noch einmal untereinander teilen. Je mehr Geräte über den Router aktiv sind, desto langsamer wird die Geschwindigkeit bei jedem einzelnen Rechner.
Wer also möglichst hohe Geschwindigkeiten mit LTE erzielen will, wird einen LTE-Stick pro Gerät nehmen – dann wird freilich auch eine monatliche Gebühr pro Gerät fällig. Wer für die ganze Familie oder Wohngemeinschaft nur ein Monatsabo zahlen will, kann sich einen Router nehmen – ist dann freilich langsam unterwegs, wenn gleichzeitig die Kinder auf ihren Rechnern Musik aus dem Netz laden.
Ein zweites Kriterium für die Auswahl des Routers ist die Frage, ob er stationär oder mobil eingesetzt werden soll. Wird er stationär eingesetzt, reicht es womöglich, wenn er nur die Datenfunktechnik LTE beherrscht. Ist man aber mobil mit dem Router unterwegs, sollte er unbedingt auch die anderen in Deutschland gängigen Datenfunktechniken aus dem GSM-Netz und dem UMTS-Netz beherrschen - also GPRS, EDGE und HSPA an Bord haben.
Soll der LTE-Anschluss ein halbwegs gleichwertiger DSL-Ersatz sein, muss man die Router auch gleichzeitig als Telefonanschluss nutzen können. Ob die derzeit von Telekom und O2 vorgesehenen Router diese Funktion bieten, ist derzeit noch nicht bekannt. Nützlich ist sicherlich auch ein externer Antennenanschluss, mit dem man in Randlagen von Sendemasten das schwache Funksignal aufbessern kann.
Autor: ET
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