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Ratgeber: LTE-Surfsticks 

Ratgeber: LTE-Internet-Stick-Modelle im Vergleich

LTE-Sticks sind technisch gesehen Funkmodems, also kleine kombinierte Sende- und Empfangsanlagen, die auf verschiedenen  Frequenzen arbeiten.  Sie können über die USB-Steckplätze an praktisch jedes größere Endgerät wie Netbook, Notebook oder den heimischen PC angeschlossen werden. Die Surfsticks sind bei Bedarf – etwa dem Einsatz im Ausland, oder dem Wechsel auf eine neue und schnellere Datenfunktechnik  – leicht austauschbar. Diese universelle Einsetzbarkeit und der leichte Wechsel sind, neben der vergleichsweise geringen Größe und dem geringen Gewicht, die größten Vorteile der Internet-Sticks.

Schon bei den älteren Datenfunktechniken UMTS und GSM dominieren Surfsticks deshalb den Modem-Markt; andere Lösungen wie eingebaute Modems oder Modems im Kartenformat werden deutlich seltener genutzt. Auch unter LTE wird der Surfstick für die Mehrzahl der Nutzer die Lösung sein, die mobiles Internet am schnellsten und einfachsten zugänglich macht.

Die neuen schnellen Sticks kommen aus Fernost nach Deutschland

Die neuen LTE-Sticks kommen aus Fernost; derzeit dominieren die südkoreanischen Hersteller Samsung, LG Electronics und Pantech den Markt; die chinesische Huawei versucht neue Anbieter für sich zu gewinnen. 

So kommt auch der erste LTE-Stick in Deutschland von der koreanischen Samsung: Bei Vodafone kann man – allerdings nur zusammen mit einem LTE-Tarif – das Modell GT-B-3740 kaufen.

Samsung hat eine eigene Modellreihe an LTE-Sticks entwickelt, im LTE-Netz des schwedisch-finnischen Netzbetreibers Telia Sonera wurde zuerst ein reiner LTE-Stick mit dem Namen B3710 eingesetzt. Mittlerweile gibt es dort den B3730, der neben LTE noch UMTS und HSPA sowie GSM und EDGE als Funktechniken beherrscht. Das Gerät sendet im LTE-Modus auf der Frequenz 2600 Megahertz. Es wird auch im Wiener LTE-Netz des österreichischen Mobilfunk-Betreibers A1 Telekom Austria eingesetzt. Der B 3740 dürfte eine für den deutschen Markt optimierte Variante mit einer ähnlichen Grundausstattung sein. 

Das weltweite Angebot an LTE-Sticks

Es gibt Surfsticks, die nur die Datenfunktechnik LTE beherrschen, also reine LTE-Sticks und andere, die auch in UMTS-, GSM- oder CDMA2000-Netzen (in den USA verbreitet) senden und empfangen können. Insgesamt zeichnet sich ein klarer Trend zu Sticks mit Mehrfach-Technik ab, reine LTE-Datensticks werden von den Mobilfunkbetreibern gemieden.     

Aus Südkorea stammt auch der Pantech UML290, den die US-amerikanische Verizon Wireless für ihr LTE-Netz vertreibt. Er hat, genau wie der in Skandinavien und Österreich eingesetzte Stick von Samsung eine ältere und langsamere Funktechnik an Bord, in diesem Fall ist es das in den USA verbreitete CDMA2000, damit sendet und empfängt er auf 800 und 1900 Megahertz. Für den LTE-Empfang ist er im Bereich von 700 Megahertz unterwegs.

Als zweiten Stick bietet Verizon Wireless den LG VL600 des südkoreanischen Herstellers LG Electronics. Mit LTE ist er im 700 Megahertz-Band unterwegs, mit der in den USA gebräuchlichen 3G-Technik CDMA2000 kann er im 800 und 1900 Megahertz-Band senden und empfangen. Ebenfalls von LG Electronics stammt das Modell LD100, das im japanischen LTE-Netz von Docomo benutzt wird. Auch er beherrscht mehrere Datenfunk-Technologien, außer LTE noch UMTS und HSPA, dazu für Japaner die ins Ausland reisen noch GSM und GPRS – GSM wird in japanischen Netzen gerade nach und nach abgeschaltet.  

Noch nicht ganz so gut im Geschäft wie die Konkurrenz aus Südkorea ist die chinesische Huawei. Ihr E398 LTE-Breitband-Stick wird vom österreichischen Mobilfunkbetreiber A1 Telekom Austria auf seiner Webseite angeboten. Kaufen kann man ihn noch nicht, aber man kann sich schon mal vormerken lassen - Liefertermin ungewiss. Der Stick sendet und empfängt  in GSM.-, UMTS- und LTE-Netzen:  In GSM-Netzen mit den Datenfunktechniken GPRS und EDGE, in UMTS-Netzen mit HSPA und HSPA+. Dazu kommt ein breites Angebot an Frequenzen, auf denen diese  verschiedenen Techniken eingesetzt werden - für GSM gibt es 850, 900, 1800 und 1900 Megahertz, mit UMTS wird der Bereich 2100 Megahertz bedient und für LTE stehen die Frequenzen 2100 und 2600 Megahertz zur Verfügung. Der Stick wurde entwickelt für das erste weltweite kombinierte GSM/LTE Netz das von dem Gemeinschaftsunternehmen Net4Mobility in Schweden landesweit aufgebaut wird.  

Ein reiner LTE-Stick ist dagegen das Modell des US-amerikanischen Herstellers Ipwireless; er soll im polnischen LTE-Netz von Mobyland und Centernet eingesetzt und im ersten Quartal des neuen Jahres vom Bezahl-Fernseh-Anbieter Cyfrowy Polsat verkauft werden.  

Worauf man bei LTE-Sticks achten sollte

Alle auf dem Markt befindlichen LTE-Sticks sind deutlich größer als die Surfsticks mit reiner UMTS- oder GSM-Technik, sie beanspruchen daher mehr Platz am Laptop. Liegen mehrere USB-Steckplätze dicht nebeneinander, kann dies dazu führen, dass ein weiterer USB-Steckplatz blockiert wird. Ein Kipp-Mechanismus zum Aufrichten des Sticks ist daher sehr nützlich, um mit einem um 90 Grad abgewinkelten Stick etwas Platz zu sparen; die meisten Sticks haben diesen Kipp-Mechanismus. 

Reine LTE-Sticks kann man nicht empfehlen – sie können nur da eingesetzt werden, wo LTE vorhanden ist. Bis LTE in Deutschland flächendeckend ausgebaut ist, werden aber noch Jahre ins Land gehen. Für Gegenden, in denen man andere Techniken nutzen muss, sollte das Modem daher unbedingt UMTS und GSM sowie die dazugehörigen Datenfunktechnologien HSPA und EDGE beherrschen.

Einige Sticks bieten externe Antennenanschlüsse, je einen für die älteren Mobilfunktechniken und einen für LTE. Auch wenn es derzeit noch keine LTE-Antennen gibt kann man vorausschauend darauf achten – in Gegenden in denen die Empfangsqualität nicht so gut ist, kann man damit das Empfangssignal verbessern.

Autor: ET

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