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LTE – eine Technik und ihre Geschichte
Ratgeber: LTE-Technik
Long Term Evolution (LTE) ist eine Technologie zur Übertragung von Daten per Funk. Diese Technologie umfasst sowohl die eigentliche Datenübertragung per Funk als auch den Aufbau der Infrastruktur eines solchen Mobilfunknetzes. LTE soll zunächst als theoretische Höchstgeschwindigkeit 100 Mbit/s beim Herunterladen von Daten und 50 Mbit/s beim Senden von Daten zur Verfügung stellen. Die Technik ist ausgelegt für den Einsatz auf Frequenzen von 700 bis 2700 Megahertz.
LTE ist eine Technik, die zunächst auf reine mobile Datenübertragung ausgerichtet ist. In einem zweiten Schritt sollen dann auch die Zusatzdienste Sprachtelefonie und SMS bereitgestellt werden. Daher ist die Technik zunächst für Laptops, Notebooks oder Tablets nutzbar oder für einen stationären PC, der mit einem entsprechenden Funkmodem aufgerüstet wurde.
LTE: Die Technik
Die hohen LTE-Geschwindigkeiten werden erreicht durch eine Reihe von technischen Verbesserungen. So wird beispielsweise der zur Verfügung stehende Funkraum in verschieden große Einzelkanäle aufgeteilt, die je nach Bedarf flexibel zugewiesen werden. Einem Teilnehmer, der gerade wenige Daten verbraucht, kann man vereinfacht gesagt weniger Leitung geben als einem, der gerade ein Video online betrachtet.
Dazu kommt die Mehrfachantennen-Technik – sie wird schon bei HSPA+ eingesetzt – das heißt, es wird über zwei Antennen gleichzeitig gesendet und empfangen – sowohl beim Mobilfunkbetreiber als auch beim Kunden am Endgerät, also dem Laptop mit Surfstick beispielsweise. Mit jeweils vier Antennen auf beiden Seiten und einem Funkkanal von 20 Megahertz sollen so theoretische Höchstgeschwindigkeiten von über 300 Mbit/s möglich werden. Eine weitere Verbesserung bringt die einfachere Struktur der Mobilfunknetze, hier wird der Datenaustausch zwischen den Basisstationen und den Kernnetzen stark verringert.
Die kurze Geschichte von LTE
Im November 2004 fand im kanadischen Toronto ein Workshop zu Funknetzen und LTE statt. Mehr als vierzig Mobilfunkbetreiber, Forschungsinstitute und Universitäten nahmen daran teil. Als Resultat entstand eine Studie, wie man zügig ein schnelles Datennetz entwickeln und aufbauen könne, das kurze Reaktionszeiten hat und annähernd die Leistung eines kabelgebundenen Netzes bringt. Mit diesem Workshop beginnt die kurze Geschichte von LTE.
Im Juni 2007 wurden dann die Standards für die neue Mobilfunktechnik festgeschrieben. 2008 stellte Ericsson beim Mobil World Congress in Barcelona, erstmals eine LTE-Verbindung zwischen zwei kompakten Endgeräten her, es wurde eine Übertragungsgeschwindigkeit von 25 Megabit pro Sekunde erreicht. Ende 2008 konnte die koreanische LG den ersten einbaufertigen LTE-Chip vorstellen, er erreicht 60 Mbit/s.
Im Dezember 2009 wurde dann schon das erste kommerzielle LTE-Netz in Schweden in Betrieb genommen.
LTE weltweit und in Deutschland
LTE gilt als die erste Mobilfunktechnologie, die man weltweit einheitlich nutzen kann – sowohl in Europa, als auch in Amerika und Asien. Mittlerweile sind kommerzielle, großflächige LTE-Netze verfügbar in Honkong, Skandinavien, Japan und den Vereinigten Staaten. In Österreich gibt es drei Teilnetze und zwar in Wien, St. Pölten und Salzburg.
Deutschland beschritt beim Ausbau der Mobilfunknetze mit LTE-Technik einen Sonderweg: In allen anderen Ländern werden zunächst die Ballungsräume und wirtschaftlichen Zentren versorgt und davon ausgehend die Netze weiter ausgebaut. In Deutschland dagegen wird zunächst in dünn besiedelten und wirtschaftlich schwachen Regionen mit dem LTE-Ausbau begonnen, also dort, wo es noch keinen Anschluss ans Internet gibt, der mehr als ein Megabit pro Sekunde Datenübertragung aus dem Netz (Download) erlaubt. Der Erwerb einer LTE-Sendelizenz wurde von der Regierung an die Bedingung geknüpft, zunächst einmal diese Internet-Notstandsgebiete zu versorgen. Erst danach werden die Mobilfunkbetreiber mit dem Ausbau in den dicht besiedelten Regionen beginnen.
Autor: ET
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