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Debatte um LTE und Digitale Dividende dauert an

26.02.2010

In gut sechs Wochen ist es soweit: Am 12. April findet die bislang größte Frequenzen-Versteigerung in Deutschland statt. Seit über einem Jahr streiten Telekom-Unternehmen und Kabelnetzbetreiber intensiv um die Nutzung von freigewordenen Ex-TV-Frequenzen, der so genanten Digitalen Dividende. In Kürze wird nun ein Gesamtbereich von 360 Megahertz versteigert werden.

Die Bundesregierung erhofft sich von der Auktion neue Einnahmen, die Mobilfunkbetreiber setzen auf die neuen Frequenzen, um ihren Breitbandausbau voranzutreiben. Die Kapazitäten der Funknetze sollen so erhöht, die weißen Flecken in der deutschen Breitbandlandschaft ausradiert werden. Einzig die Kabelnetzbetreiber blicken kritisch auf die Neuausrichtung der  ehemaligen TV-Frequenzen. Sie befürchten eine massive Störung ihrer Dienste, wenn die Digitale Dividende für Datenfunk per LTE-Technologie verwendet werden würde.

LTE stört Geräte der Kabelnetzbetreiber

Feldversuche mit der LTE-Technologie hätten deutlich gezeigt, dass der neue LTE-Standard Störungen bei Endgeräten wie Fernsehern und Set-Top-Boxen hervorrufe, betonte der technische Leiter von Kabel Deutschland, Lorenz Glatz auf der 16. Euroforum-Jahrestagung. Vertreter von Kabelnetzbetreibern, Geräteherstellern, Mobilfunknetzbetreibern und der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen trafen sich am 23. und 24. Februar in Köln, um über Probleme und Chancen der Kabelbranche vor dem Hintergrund der neuen Frequenznutzung zu diskutieren.

Inzwischen hat sich gezeigt, dass die Empfangstechnik der Kabelgeräte bei einer gleichzeitigen Nutzung der Frequenzen durch Mobilfunksignale nicht ausreichend störfest ist. Mögliche Kompromisse zur Lösung der Problematik könnten entweder eine stärkere Abschottung der Endgeräte oder eine Absenkung der LTE-Signale sein, erklärte Kabel-Deutschland-Manager Glatz.

Politik will digitalen Umstieg fördern 

Massive Auswirkung wird die Versteigerung der Digitalen Dividende auch für die Hersteller und Nutzer von Mikrofonen haben: Sämtliche Mikrofone in Deutschland müssten ausgetauscht werden, weil eine Umstellung auf einen anderen Frequenzbereich nicht möglich sei, gab Helmut G. Bauer zu bedenken. Der Kölner Rechtsanwalt vertrat den Mikrofonhersteller Sennheiser auf der Euroforum-Jahrestagung. Die Kosten für eine solche Umstellung könnten sich auf ein bis drei Milliarden Euro belaufen, so Bauer. Außerdem stelle sich die Frage, welche Frequenzen für Mikrofone in Zukunft überhaupt noch zur Verfügung stünden.

Indes versuchte Jürgen Brautmeier, Vertreter der Landesanstalt für Medien NRW Optimismus zu verbreiten: Mit einer „Digitalisierungskampagne 2010“ wolle die nordrhein-westfälische Landesregierung den digitalen Umstieg fördern. Man sehe sich als Ansprechpartner, wenn es zu Störungen bei den zur Versteigerung ausgeschriebenen Frequenzen kommen sollte, sagte Brautmeier.   

Autor: FN

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