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Mobiles LTE erst Ende 2011

17.09.2010

Einsam steht Deutschlands erster LTE-Sendemast da und funkt ins Leere. Die Telekom betreibt seit dem 30. August 2010 Deutschlands erste LTE-Basisstation im brandenburgischen Kyritz. Einstweilen ohne Kunden: Geräte, mit denen die Kyritzer den Mobilfunkstandard der vierten Generation nutzen könnten, müssen erst noch geliefert werden: „Die Prognose ist, dass wir im ersten Quartal 2011 die ersten Geräte haben werden“ sagte Telekom-Chef René  Obermann laut „Financial Times Deutschland“.

Doch auch dann wird ein LTE-Anschluss für die Kyritzer - und das andere Landvolk, das bis dann die schnellen Internetanschlüsse hat - keine Fahrkarte für mobiles Surfen sein. Die Technik  in Kyritz erlaubt nur das Surfen innerhalb einer Funkzelle – nicht den Wechsel von Funkzelle zu Funkzelle. Diese LTE-Anschlüsse werden als Festnetzanschlüsse vermarktet, die Kosten werden sich im Bereich heutiger DSL-Tarife bewegen. Mobiles LTE wird es nach Telekom-Angaben erst ab Ende 2011 geben. Für diesen Zeitpunkt erwartet das Unternehmen auch die ersten LTE Handys auf dem Markt.

Stationärer Landfunk

Telekom-Chef René Obermann und Staatssekretärin Tina Fischer nahmen am 30. August 2010 die erste deutsche LTE-Sendestation feierlich in Betrieb. Konkrete Auswirkungen hat das aber nicht. Die ersten Geräte kommen frühestens in den ersten Monaten des Jahres 2011 auf den Markt. Als erstes werden LTE Router und LTE Surfsticks auf die neue Technologie zurückgreifen, dann irgendwann LTE Smartphones.

Neben Kyritz will die Deutsche Telekom 2010 noch weitere 35 Orte in Brandenburg an das LTE-Netz anschließen. Im restlichen Deutschland sollen 500 Orte angeschlossen werden. Im folgenden Jahr kommen 1000 weitere hinzu – erst einmal müssen alle Gebiete versorgt werden, die noch keinen schnellen Internet-Anschluss haben. Aber zumindest im ländlichen Bereich soll LTE eine stationäre Funktechnik bleiben. Das klingt seltsam, ist LTE doch eine Funktechnik. Ein Wechsel der Funkzellen wird aber nicht möglich sein. Dadurch kann man zwar im engeren Umkreis eines Funkmasts in Bewegung bleiben. Wenn man die Funkzelle wechselt, ist eine Internetverbindung aber nicht mehr möglich.

Mobiles LTE werde es wohl erst ab Ende 2011 geben, auch weil die Endgeräte-Industrie erst dann entsprechende Geräte auf den Markt bringe, erklärte Telekom-Technikchef Bruno Jacobfeuerborn gegenüber dem Telekommunikationsportal teltarif.de.

LTE-Geschwindigkeit – realistisch betrachtet

Theoretisch sind mit LTE Geschwindigkeiten von weit mehr als 100 Megabit pro Sekunde möglich. "Eine Geschwindigkeit von 170 MBit/s ist nur machbar, wenn Sie neben der Antenne sitzen und alleine sind", so Jacobfeuerborn. 

In der Praxis seien etwa Datenraten von 50 Mbit/s möglich. Diese müssen sich aber alle Nutzer einer Funkzelle teilen, weswegen die Telekom für die ländlichen Gebiete Download-Geschwindigkeiten von etwa zwei Megabit pro Sekunde vorsieht.

Weltweite Entwicklung

Weltweit sind erst drei kommerzielle LTE-Netze gestartet. Telia-Sonera versorgt Städte in Schweden und Norwegen seit Dezember 2009 mit LTE. MTS Uzbekistan hat am 28. Juli 2010 den Start eines kommerziellen LTE-Netzes in Usbekistan bekanntgegeben.

Weit mehr Netze sind aber in Planung. In den USA plant der Mobilfunkanbieter Verizon Wireless, bis Ende 2010 25 bis 30 Städte mit LTE zu versorgen. Dies entspricht in etwa einer Zielgruppe von 100 Millionen Menschen. Insgesamt investieren in 56 Ländern 132 Anbieter in den Aufbau der neuen Mobilfunktechnik.

Autor: JM

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