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Mobile Banking als Chance für Mini-Kredite

06.05.2008

Mobile Banking könnte eine große Chance sein für eine Vielzahl von armen Menschen im Ausland, die außerhalb des formellen Finanzsystems stehen. Das geht aus einem aktuellen Bericht der CGAP hervor. Die „Consultative Group to Assist the Poor“ (CGAP) ist ein internationales Konsortium, das sich aus 33 öffentlichen und privaten Entwicklungsagenturen zusammensetzt. Die CGAP ermöglicht Menschen in Entwicklungsländern den Zugang zu Mikrokrediten.

Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, seien erste Versuche mit einem Banksystem ohne Filialen durchaus positiv verlaufen. Die Marktbedingungen für mobiles Banking müssten allerdings noch verbessert werden, damit auch die ärmeren Menschen davon profitieren können: kompatible Zahlungsplattformen seien wichtig, ebenso praktikable und risikobasierte Vorschriften sowie ein gemeinsam genutztes Netz von Vertretern zur Abwicklung von Bargeld-Transaktionen.

Mobile Banking im Ausland oft günstiger als Filialbesuch

„Die Marktbedingungen drücken die Preise nach unten“, sagt Gautam Ivatury, Manager des Technologieprogramms von CGAP und Co-Autor des Berichts. „Wir sehen auf den Philippinen, dass eine Transaktion über ein Mobiltelefon oder einen Geldautomaten nur ein Fünftel eines traditionellen Besuchs bei einer Filiale kostet“, erklärt Ivatury weiter. Auf der anderen Seite gehörte nicht einmal jeder zehnte mobile Bankkunde zu der ärmeren Bevölkerung.

„Wenn es darum geht, ärmere Bevölkerungsschichten anzusprechen, die sich außerhalb des formellen Finanzsektors befinden, besteht zumindest derzeit eine deutliche Diskrepanz zwischen der Realität des Mobilfunk-Bankwesens und seinem Potential, und noch mehr zu dem Medienrummel, der darum betrieben wird“, kritisiert der CGAP-Berater Ignacio Mas, der ebenfalls an dem Bericht mitgewirkt hat. „Wir sehen deutliche Chancen für Serviceanbieter, die jetzt schnell handeln und neue Produkte kreieren, insbesondere wenn sie  dazu noch ein gemeinsam genutztes Netz von Vertretern etablieren könnten, mit dem sie die ´Extrameile` im Serviceangebot gehen könnten“, erläutert Mas seine Vision.

Handlungsbedarf bei Politik und Befürwortern

Laut CGAP-Bericht dominieren Zahlungen und Überweisungen das Angebot der mobilen Finanzdienstleistungen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Insbesondere die Anbieter von Mobile Banking bevorzugen Zahlungsdienstleistungen, da diese eher den traditionellen Umsatzmodellen entsprechen. Außerdem ist es bei diesen Services weniger wahrscheinlich, dass die Betreiber gegen Vorschriften des Bankwesens verstoßen.

Die Autoren des Berichtes weisen darauf hin, dass ein Eingreifen von Politikern und Befürwortern eines unkomplizierten Mobile Bankings unter Umständen notwendig sei: Dann nämlich, wenn die Marktbedingungen kein breiteres Spektrum an Bankdienstleistungen wie Krediten oder Sparplänen begünstigten. Erste Erfahrungen mit dem Bankwesen ohne Filialen sollen auf dem „Mobile Money Summit“ der GSMA (internationale Industrievereinigung der Mobilfunkanbieter) in Kairo am 14./ 15. Mai vorgestellt werden. Informationen darüber wird es auch auf der Internetseite der CGAP geben.

Autor: FN

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