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Handy-Surfer bringen Mobile Marketing voran

29.07.2008

73 Prozent mehr US-Amerikaner haben 2007 das mobile Internet genutzt: In Zahlen sind das 40 Millionen User, im Jahr 2006 waren es noch 23,4 Millionen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Marktanalysten von Nielsen Mobile. Dieser deutliche Wachstumskurs begünstige auch die Entwicklung von Mobile Marketing, meinen die Autoren der Nielsen-Studie.

Mit Einnahmen von 1,7 Milliarden US-Dollar allein im ersten Quartal 2008 sehen die Marktexperten „die kritische Masse für Mobile Marketing in den USA erreicht“. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2007 wurden rund fünf Milliarden Dollar mit dem mobilen Internet erwirtschaftet. Inzwischen surfen 15,6 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung regelmäßig mit dem Handy im Internet. Zur Freude der Marketingexperten zeigen sich 60 Prozent der mobilen Nutzer offen für Werbung auf dem Mobiltelefon.

Aktuelle Studie von Nielsen Mobile

Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, gibt es in Europa ähnliche Tendenzen: Die fleißigsten Mobil-Surfer leben in Großbritannien (12,9 Prozent der Bevölkerung) und Italien (11,9 Prozent). Mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent befindet sich Deutschland auf Rang acht. Die Nielsen-Studie belegt außerdem, dass es deutliche Unterschiede im Nutzungsverhalten der mobilen Surfer gibt: im Gegensatz zu Internet-Nutzern, die beispielsweise über den PC online gehen, konzentrieren sich die Handy-Surfer vor allem auf Social-Network-Seiten und Kommunikationsangebote.

„Mobile Research Guide 2008“ schafft Überblick

Solche Zahlen klingen vielversprechend. Allerdings sind in den letzten Jahren mehr als 50 Untersuchungen zum Thema Mobile Marketing erschienen, mit teilweise dramatisch abweichenden Ergebnissen. Deshalb rät Dr. Marco Olavarria von der Unternehmensberatung Kirchner + Robrecht Werbetreibenden und Agenturen, „ganz genau hinzusehen, welche Zahlen man der eigenen Planung zugrunde legt“. Zu diesem Zweck hat sein Unternehmen nun 56 Studien ausgewertet und die Ergebnisse im „Mobile Research Guide 2008“ zusammengestellt.  

Laut Kirchner + Robrecht ist inzwischen knapp jeder fünfte Deutsche über Mobile Marketing erreichbar, rund acht Millionen Deutsche nutzen Handy-E-Mail. Alle Marktforscher sind sich einig, dass die Nutzung von mobilem Internet und mobilen Diensten weiter zunehmen wird. Als klarer Wachstumstreiber gilt dabei Mobile Advertising. Wie aus dem Guide weiter hervorgeht, entfällt der größte Teil der mobilen Werbeausgaben auf Display und Mobile Search Advertising. In Deutschland investieren die Werber zudem stark in Direktmarketing-Maßnahmen.

Trends für das mobile Internet

Die SMS ist weiterhin der am intensivsten genutzte Dienst im mobilen Internet. Sie bietet daher eine breite Plattform für Werbetreibende. Die Nutzung von Mobile Messaging wird sich laut Marktanalysten von Kirchner + Robrecht verdreifachen. Vor allem Jugendliche, die IM am PC nutzen, sowie die Verbreitung IM-fähiger Handys treiben diese Entwicklung voran. Insgesamt zeigt sich, dass mobile Kommunikationsdienste häufiger genutzt werden als Unterhaltungsangebote.

Handy-Surfer informieren sich laut „Mobile Research Guide 2008“ in erster Linie über das Wetter, Sport sowie lokale und nationale News. Auch die mobile Suche wird an Bedeutung gewinnen Ab 2013 sollen die Werbeeinnahmen im Sektor Mobile Search enorm ansteigen. Der größte Teil der Werbeausgaben wird in Zukunft auf lokale Dienste der Mobile Search entfallen: Hier rechnen die Marktforscher mit 43 Prozent des Werbe-Etats in den Jahren 2008 bis 2013.

Sehr hohe Wachstumsraten werden außerdem im Bereich der Standortbezogenen Dienste (Location Based Services, LBS) erwartet: Zum einen steigt das Interesse der User an lokalen Diensten, zum anderen verfügen immer mehr Endgeräte über das Ortungssystem GPS. Die Nutzung von Social Networks soll sich laut Kirchner + Robrecht in den nächsten fünf Jahren versiebenfachen. Auch Transaktionsdienste wie Mobile Payment und Mobile Ticketing befinden sich im Aufwind. Insgesamt vermuten die Marktanalysten eine Bedeutungszunahme des mobilen E-Commerce: Heute kann sich schon jeder vierte Deutsche vorstellen, mobil zu shoppen.

Autor: FN

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