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Aus für DMB-Vermarktung und Watcha

28.04.2008

Der Mobile-TV-Betreiber Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) hat bekannt gegeben, dass die Vermarktung der auf dem Rundfunkstandard basierenden Plattform „Watcha“ eingestellt werde.

In Zukunft möchte MFD in erster Linie auf den digitalen DVB-H-Standard setzen. Diese Übertragungstechnologie wird auch von der Europäischen Union bevorzugt. Bei DVB-H handelt es sich um eine Weiterentwicklung des digitalen DVB-T-Standards, der sich bereits sehr gut auf dem Deutschen Markt etablieren konnte. 

Watcha: Ein Abschied auf Raten

Wie aus der aktuellen Meldung des digitalmagazins hervorgeht, werde Watcha den Sendebetrieb via DMB in den kommenden Monaten auf einen Minimum zurückfahren. Ein Sprecher von Watcha habe gegenüber dem digitalmagazin bestätigt, dass MFD Mobiles Fernsehen Deutschland an einer strategischen Neuausrichtung arbeite. Voraussichtlich werde die Ausstrahlung des kommerziellen Dienstes Watcha ab Mai 2008 ausgesetzt.

Es hieß zwar, dass ein weiteres Ziel der Umstellung die Erprobung neuer Modelle für konvergente Angebote im Bereich des mobilen Fernsehens sei, aber im Grunde zeichnet sich mit diesem Schritt ab, dass die DMB-Technologie in Deutschland keine Zukunft mehr hat, es somit auf lange Sicht auch keine Konvergenz-Modelle á la DMB+DVB-H geben wird.

Watcha und DMB Ende: Die EU forciert anderen Standard

Der vermeintliche Grund, warum man den Rückzug angetreten und sich von einem Festhalten an DMB verabschiedet hat, ist in erster Linie die Empfehlung der EU-Kommission für den DVB-H-Standard.

Der Watcha-Sprecher erklärte gegenüber dem digitalmagazin: „Grund für diese Entscheidung ist die mangelnde kommerzielle Perspektive für mobiles Fernsehen über die Technologie DMB. Geringe Modellvielfalt auf Seiten der Endgeräteindustrie, mangelnde Akzeptanz seitens der Marktteilnehmer sowie die eindeutige Empfehlung der Europäischen Union für die Technologie DVB-H verhindern den weiteren Ausbau eines kommerziellen Dienstes im alternativen Standard DMB“.

In absehbarer Zeit rechne man nicht damit, dass weitere Frequenzbereiche und damit eine größere Bandbreite für DMB zur Verfügung gestellt werde, mit der das Programmangebot erhöht werden könne.

Freie DMB-Frequenzen sollen für Experimente genutzt werden

Die Entscheidung für einen systematischen Rückzug aus dem DMB-Bereich wurde nach Angaben des Betreibers zusammen mit den Vertriebspartnern Debitel, Mobilcom und Simply getroffen. In Nürnberg, Hamburg und München wurde der kommerzielle Sendebetrieb bereits im März zurückgefahren. MFD werde die DMB-Frequnezen jedoch nicht völlig aufgeben, sondern in Zukunft auf den Frequenzen experimentieren und neue Medien- und Datendienste erproben.

Alle Watcha-Kunden werden über den weiteren Verlauf rechtzeitig informiert werden. Eine direkte Umstellung von DMB auf DVB-H werde es nicht geben, da DVB-H nicht von MFD alleine, sondern im Rahmen des Mobile 3.0 Konsortiums betrieben werde, dem auch andere Unternehmen angehören.

Autor: MN

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