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Juniper-Studie: 1,7 Millionen mobile Web-Nutzer in 2013
09.07.2008
Die Mobile Web-Nutzung ist mehr und mehr im Kommen. 577 Millionen User nutzen bereits das Internet über mobile Endgeräte. Das hat das Marktforschungsunternehmen Juniper Research in einer aktuellen Studie ermittelt. Zum Vergleich: Die europäische Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten hat rund 480 Millionen Einwohner. Laut Juniper Research soll die Zahl der Mobile-Web-Nutzer bis zum Jahr 2013 gar auf 1,7 Milliarden steigen.
Laut Marktexperten investieren die Haushalte im Schnitt ein Prozent ihrer Ausgaben in mobile Internet-Dienste. Die Gründe für den massiven Zuwachs liegen nach Meinung der Analysten in den Web2-Angeboten sowie in der größeren Marktdurchdringung von mobilen Highspeed-Internetzugängen. Hier bezieht sich die Studie auf die Netztechnologie der Generationen 2,5 (EDGE) und 3 (UMTS). Höhere Standards wie WiMAX und LTE (4G) wurden noch nicht berücksichtigt.
Mobile Web: Betreiber und Hersteller müssen Markt öffnen
Allerdings wird diese Vorhersage nur eintreffen, wenn der Markt weiter geöffnet wird, betont Juniper Research. Auch Anwendungen von Drittherstellern, etwa für soziale Netzwerke, nutzergenerierten Inhalt, Instant Messaging (IM) oder standortbezogene Dienste (LBS) müssten zugelassen werden. Dies ist aktuell undenkbar für viele Mobilfunkbetreiber, die derzeit selbst mit kleinsten SMS-Meldungen noch viel Gewinn machen. Beispielsweise hatte T-Mobile vor kurzem die IM-Dienste für das 3G-iPhone von Apple gesperrt.
Auch der Branchendienst IntoMobile ermahnt die etablierten Mobilfunkanbieter, ihre Strategien zu ändern und mit anderen Mitgliedern der Wertschöpfungskette besser zusammen zu arbeiten. Nur so könnten sich die bis dato erfolgsverwöhnten Telekommunikationsfirmen gegen die starke Konkurrenz von Internetunternehmen wie Google oder einigen Newcomern wehren. IntoMobile warnt in diesem Zusammenhang vor einem rapide sinkenden Durchschnittserlös pro Kunden, kurz ARPU (Average Revenue per User).
Wie der Juniper-Bericht „Mobile Web 2.0: Leveraging Location, IM, Social Web & Search 2008-2013“ weiter erklärt, dürften auch die Handy-Hersteller die Installation von Fremd-Applikationen nicht unterbinden. Positiv sei, dass sich erste Kooperationsmodelle ankündigten: Im Mai hatten Google und der US-amerikanische Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel eine Zusammenarbeit beim Aufbau des WiMAX-Netzes vereinbart.
Autor: FN
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