Mobiles Internet in der Schweiz: Anbieter, Tarife, Netze

Ratgeber: Mobiles Internet-Surfen in der Schweiz

Mobiles Surfen ist in der Schweiz ein teures Vergnügen. Sowohl bei den großen Netzbetreibern als auch bei den wenigen Discountern gibt es – etwa im Vergleich zu Österreich - geringe Datenmengen.

Eine Alternative jedoch tut sich in der Schweiz für mobile Surfer auf, die in Deutschland oder Österreich weniger verbreitet ist: An vielen WLAN-Hotspots kann man entweder kostenfrei oder gegen Gebühren über ein Drahtlosnetzwerk surfen.

Drei Netzbetreiber dominieren den Markt

Der Mobilfunkmarkt in der Schweiz wird von den drei Netzbetreibern Sunrise, Swisscom und Orange bestimmt. Neben diesen gibt es nur wenige Anbieter, ein breites Spektrum an Discountern wie etwa in Deutschland ist nicht vorhanden. Die beiden Detailhandelsunternehmen Migros und Coop unterhalten Mobilfunkmarken, die Produkte im mobilen Internet bieten. Auch Red Bull Mobile, eine Marke des österreichischen Energie-Brause-Herstellers Red Bull, verkauft Tarife in der Schweiz.

Die Durchdringung mit mobilem Breitband-Internet - diese Zahl zeigt den Anteil der Verbindungen über einem Megabit pro Sekunde - wird durch die vielen Berge etwas erschwert, aber dennoch erreichen Sunrise und Swisscom über 90 Prozent der Schweizer in den Städten und immer noch über 70 Prozent auf dem Land. Orange liegt bei der Netzabdeckung weit hinter den beiden großen Betreibern; in der Stadt kommt der Anbieter auf 46 Prozent Breitbanddurchdringung und auf dem Land auf gerade einmal 18 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kam der Connect Netztest 2010 für die Schweiz.

Surfen mit dem Notebook

Für Notebook-Surfer bieten die Schweizer Netzbetreiber Tarife mit vergleichbarer Struktur: Bei Sunrise und Swisscom gibt es Abos, die bei einer Grundgebühr von zehn Franken Flatrates auf Tagesbasis anbieten. Man zahlt also für die grundsätzliche Bereitstellung eines Zugangs zehn Franken und für jeden Kalendertag, an dem man surfen möchte, 3,50 Franken bei Sunrise und 4,50 Franken bei Sunrise. Monatsabos gibt es bei allen drei Anbietern. Nach dem Verbrauch eines bestimmten Datenvolumens wird die Surfgeschwindigkeit auf 64 Kilobit pro Sekunde gedrosselt.

Bei Swisscom kann man einen Tarif buchen, der HSPA+ bietet, eine weitere Ausbaustufe von mobilem Breitbandinternet. Damit sind theoretisch bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde im Download möglich. Praktisch erreicht man trotz schnellem Surfstick und HSPA+-Tarif aber auch keine höheren Geschwindigkeiten als mit langsameren Modems. Zudem beträgt das Inklusiv-Volumen bei Swisscom beim HSPA+-Tarif nur fünf Gigabyte.

Unser Tipp:

Verzichten Sie auf die theoretisch hohen Geschwindigkeiten, denn die realen Geschwindigkeiten hängen von der Netzauslastung ab und schnelle Modems werden dabei nicht bevorzugt. Vielsurfer profitieren mehr vom großen Inklusiv-Volumen.

Es ist auch möglich, das Internet im Prepaid-Verfahren zu nutzen, also ohne Vertragsbindung und feste Abogebühren. Die Mobilfunkanbieter haben für Notebook-Nutzer einige Möglichkeiten parat, die jedoch nur für wirkliche Gelegenheitssurfer geeignet sind - bei durchschnittlichen Preisen von einem Franken pro Megabyte ist mobiles Surfen schnell ein teurer Spaß.

Surfen mit dem Handy

Wer mit dem Handy online gehen will, kann bei den Schweizer Anbietern Mobilabos buchen, die entweder im Paket mit einem Sprachtarif verkauft werden oder als Zusatzoption. In der Regel sind das Volumentarife, die monatlich eine gewisse Datenmenge bieten und für jedes weitere Megabyte bis Monatsende Kosten verursachen. Viele Smartphones verfügen über die Funktion, die übertragenen Daten anzuzeigen.

Unser Tipp:

Da durch die Überschreitung des Inklusivvolumens schnell die Kosten explodieren können, lohnt sich die Benutzung dieser Funktion. Und Achtung: Nicht nur heruntergeladene Daten zählen beim verbrauchten Volumen, sondern auch die gesendeten Daten! Für einige mobile Betriebssysteme gibt es auch Apps, die eine Kontrolle der verbrauchten Daten ermöglichen.

Surfen per öffentlichem WLAN

Anstatt über die Mobilfunknetze unterwegs zu surfen, gibt es in der Schweiz vielerorts noch die Möglichkeit, mobile Hotspots zu nutzen. Das sind Drahtlosnetzwerke, die entweder gemeinnützig und kostenfrei aufgespannt werden oder von Providern auf Gebührenbasis angeboten werden. Für Notebooks ist die Nutzung von WLAN kein Thema, eine Empfangseinheit für drahtlose Netzwerke ist mittlerweile Standard. Besitzer von Smartphones sollten in der Anleitung ihres Gerätes nachsehen, ob ihr Handy auch WLAN-Signale empfangen kann oder diese Information direkt beim Hersteller erfragen.

Viele Cafés und Hotels bieten ihren Gästen kostenloses Internet per WLAN an. Das kennt man auch aus anderen Ländern, doch in der Schweiz gibt es darüber hinaus einige Städte, die kostenloses, öffentliches WLAN anbieten. St. Gallen war die erste Stadt mit diesem Service, Luzern und Baden folgten. In Baden betreiben die Regionalwerke das Netz und erhoffen sich langfristig Einnahmen durch Werbeeinblendungen beim Einloggen.

Einige Provider, darunter die drei Netzbetreiber verkaufen WLAN-Zugänge auf Zeitbasis. Die Kosten hierfür sind jedoch relativ hoch, bei Swisscom kostet ein Monatspass 125 Franken. Bei Anbietern wie dem WLAN-Experten Monzoon zahlt man für einen Monat 64 Franken, im internationalen Vergleich ist jedoch auch dieser Preis sehr stattlich.

Unser Tipp:

Machen Sie sich schlau, wo es kostenlose Hotspots gibt und sparen Sie so viel Geld. Einsehen kann man die Netzabdeckung der Gratis-Hotspots auf Swisshotspots. Mehr Informationen zu öffentlichen WLAN-Netzen finden sich auch unter Openwireless.

Autor: FN