Mobiles Internet in den USA: Tipps und Ratschläge

Ratgeber: Mobiles Internet in den USA – große Auswahl, aber nicht günstig

Wer in den USA unterwegs ist und mit einem Prepaid-Tarif mobil surfen möchte, kann zwischen den zahlreichen Angeboten der Mobilfunker auswählen. Neben den großen Konzernen Verizon Wireless, AT&T und T-Mobile bieten auch kleinere Mobilfunker wie i-Wireless Tarife zum mobilen Laptop-Surfen an.

Aber erschrecken Sie nicht: Die Preise sind in den USA deutlich teurer als hierzulande. Eine gute und vor allem günstige Alternative sind WLAN-Hotspots, die in den USA fast überall zu finden sind.

Worauf Sie achten sollten

Die Mobilfunknetze in den USA haben räumlich oft relativ geringe Reichweiten. Da die USA etwa 25mal so groß sind wie Deutschland, ist eine flächendeckende Netzabdeckung kaum möglich. In Ballungsräumen sind die Netze sehr gut ausgebaut. In zahlreichen, wenig besiedelten Gegenden gibt es hingegen wenige oder gar keine Funknetze.

Die Funkangebote sind meistens vom jeweiligen regionalen Anbieter abhängig. Daher sollten Sie sich insbesondere vor einer Rundreise genau über das Netzangebot auf Ihrer Route informieren.

Andere Länder – andere Funktechniken

Darüber hinaus gilt zu beachten, dass in den USA teilweise andere Funktechniken eingesetzt werden – vor allem in der dritten Generation (3G). In Europa wird durchgängig UMTS verwendet, in den USA gibt es den Konkurrenzstandard CDMA2000. Beide Techniken sind zueinander nicht kompatibel. Das heißt, Ihr europäischer oder deutscher Surfstick, der nur auf UMTS ausgelegt ist, wird die Funksignale des CDMA-Netzes nicht „verstehen“.

Es gibt aber auch UMTS-Netze, die von den Betreibern AT&T und T-Mobile betrieben werden. Das Problem hier: Sie nutzen zum Teil andere Frequenzen. Während man in Europa die Frequenzen um 2100/1900 Megahertz (MHz) nutzt, setzt man bei AT&T auf 1900/850 MHz und bei T-Mobile auf 2100/1700 MHz.

Daher sollten Sie vor Ihrem USA-Aufenthalt prüfen, ob Ihr Gerät (zum Beispiel Surfstick oder Smartphone) auf der jeweiligen Frequenz funken kann. Die Netzbetreiber Verizon Wireless und Sprint nutzen die Funktechnik CDMA2000. Wenn Sie dennoch einen der beiden Anbieter nutzen wollen, brauchen Sie ein neues Modem, also einen US-Surfstick.

USA und 4G

Auch bei den Techniken der neuen Mobilfunkgeneration – unter dem Kürzel 4G vermarktet - gibt es Unterschiede: Während man in Europa ausschließlich auf den Standard LTE setzt, nutzen die US-amerikanischen Mobilfunker mitunter Wimax-Technik, auch wenn sich LTE nun auch dort durchsetzt.

Verizon hat sein LTE-Netz im Dezember 2010 gestartet. Eine flächendeckende Versorgung verspricht der Anbieter aber erst für das Jahr 2013. Bei T-Mobile setzt man derzeit vor allem auf die Technik HSPA+, die es in den USA als 4G-Technik vermarktet. Ende des Jahres 2011 soll dieses Netz von T-Mobile über 200 Millionen Menschen in den USA versorgen; ein LTE-Ausbau ist geplant. Der Netzbetreiber Sprint setzt hingegen hauptsächlich auf die Wimax-Technologie.

Stecker-Adapter für die richtige Spannung

In den Stromnetzen der USA ist eine andere Netzspannung verfügbar als in Europa – nämlich 110/115 Volt/60 Hertz Wechselstrom. Um Ihren Laptop nutzen zu können, benötigen Sie einen Stecker-Adapter für die USA. So einen Stecker sollten Sie sich vor Reisebeginn im Fachhandel oder im Internet zulegen, da in den USA so ein Adapter nur schwer zu finden ist.

Zudem muss Ihr Gerät über eine Volt-Umschaltbarkeit verfügen. Ob Ihr Laptop umschaltbar ist, zeigt zumeist ein Aufkleber auf dem Gerät an. Ein umschaltbarer Laptop verfügt entweder über einen manuellen Umschalter oder passt sich automatisch an die Stromspannung an. Sollte Ihr Gerät nicht umschaltbar sein, kann auch hierfür ein extra Adapter gekauft werden.

Netzbetreiber setzen auf ähnliche Angebote

Die großen Mobilfunker Verizon Wireless sowie AT&T vertreiben Prepaid-Angebote, die sich in ihren Konditionen sehr ähneln. Beim landesweit größten Netzbetreiber Verizon sowie beim Konkurrenten AT&T gibt es Tages-, Wochen- und Monats-Pakete auf Guthabenbasis: Ein Tag inklusive 100 Megabyte (MB) Volumen kostet rund zehn Euro; eine Woche (sieben Tage) gibt es für umgerechnet 20,50 Euro (inklusive 300 MB) und ein Monat (30 Tage) mit einem Gigabyte (GB) Volumen schlägt mit 34 Euro zu Buche.

Verizon bietet zudem ein zweites Monatspaket an: Für 54 Euro gibt es fünf GB. Nach Verbrauch des Volumens wird die Verbindung zum Internet getrennt. Gezahlt werden kann mit Kreditkarte oder online. Einen Surfstick gibt es bei AT&T nur mit einer 24-Monats-Bindung dazu.

T-Mobile: Komplettpaket für 61 Euro

T-Mobile USA vertreibt zwei Starterpakete: eins mit Sim-Karte und eins mit Surfstick und Sim-Karte. Das „T-Mobile web Connect Sim Only Kit” kostet rund zwölf Euro; für das Paket mit Surfstick fallen stolze 61,50 Euro an. Aufgeladen werden kann die Sim-Karte mit zehn, 30 und 50 US-Dollar. Für zehn US-Dollar (6,80 Euro) gibt es 100 MB Daten-Volumen. Wer 30 US-Dollar (20,50 Euro) auflädt, erhält ein GB; bei 50 US-Dollar (34 Euro) gibt es ein Volumen von drei GB. Nach Erreichen des Volumens wird auch hier die Internet-Verbindung getrennt.

Etwas günstiger ist der Anbieter i-Wireless. Einen Surfstick gibt es hier für 54,60 Euro. Zur Wahl stehen drei Surf-Pakete: Ein Tag mit 100 MB Volumen kostet 3,40 Euro; eine Woche (300 MB) gibt es für 13,60 Euro und für einen Monat (fünf GB) fallen 34 Euro an. i-Wireless nutzt das Netz von T-Mobile USA.

W-LAN – günstige Alternative

Wer sich hauptsächlich in Ballungsräumen aufhält, kann auch auf W-LAN (in den USA WiFi genannt) zurückgreifen. Viele Hotels, Restaurants oder Flughäfen bieten ihren Kunden diese Wifi-Hotspots an – zum Teil sogar kostenlos. Eine gute Adresse für WLAN-Surfer sind vor allem der Kaffee-Anbieter Starbucks und die Fast-Food-Kette McDonald´s. Dort können Sie kostenlos im Internet surfen.

Wenn Sie einen W-LAN-Hotspot in Ihrer Nähe finden wollen – egal ob Restaurant, Kaufhaus oder öffentlicher Platz – können Sie im Wireless-Guide weltweit nach Hotspots suchen.

Praktisch: In den USA ist es möglich, auch während der Reise in Zügen oder Flugzeugen über W-LAN online zu gehen. Die Fluggesellschaften Delta Airlines und Southwest Airlines bieten beispielsweise so einen Service an. Bei Delta erhalten Sie für umgerechnet 7,50 Euro einen 24-Stunden-Pass. Southwest Airlines verlangt rund 3,40 Euro pro Flug für einen W-LAN-Zugang.

Autor: ES