22.02.2008

HSDPA bei E-Plus: Ein Schritt vor, zwei zurück

Wie steht es denn nun um die HSDPA-Pläne von E-Plus? Folgt bald die Modernisierung des UMTS-Netzes und der Ausbau des neuen HSDPA-Standards, der für schnelle Datenübertragungen sorgt? Die Frage muss leider – viele E-Plus-Kunden hätten sich solch einen Schritt gewünscht – mit einem „nein“ beantwortet werden.

Laut E-Plus werde man zwar in das eigene Netz investieren und es im Zuge steigender Nutzung des mobilen Internets für die Zukunft fit machen, allerdings werde man eher auf die Reichweite und nicht auf die Bandbreite setzen. Sprich das Ziel wird es sein die UMTS-Netz-Abdeckung zu erhöhen, so dass in Zukunft mehr Personen mobile Datendienste in Anspruch nehmen können. Diejenigen Kunden, die mit Turbo-Speed mobil im Internet surfen wollen, müssen sich bei der Konkurrenz nach attraktiven Angeboten umsehen.

HSDPA-Absage: Die Hintergründe bei E-Plus

Noch im September 2007 erklärte der E-Plus-Chef Thorsten Dirks gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass man das eigene Netz im Laufe des Jahres 2008 mit HSDPA aufrüsten werde. Im Februar 2008 sprach Dirks gegenüber dpa-AFX zwar weiterhin davon, dass man bei E-Plus an die Zukunft des mobilen Internets glaube, aber dennoch von einem HSDPA-Ausbau absehen möchte.

Um zu verstehen, warum E-Plus letztendlich dem HSDPA-Ausbau eine Absage erteilt hat, muss man sich das Business-Modell von E-Plus genauer anschauen. E-Plus spricht mit seinen Submarken wie Simyo und Base vor allen Dingen das junge Publikum an und weniger die Geschäftsleute. Für die meisten Nutzer steht eine kostengünstige Nutzung des mobilen Internets im Vordergrund.

UMTS versus HSDPA: Masse statt Klasse bei E-Plus

Die Konzernspitze ist sich sicherlich im Klaren darüber, dass man im Mobilfunkbereich die technische Vorherrschaft von Vodafone und T-Mobile nicht mehr durchbrechen wird (zumindest nicht ohne einen Partner). Deshalb scheint eher „Masse statt Klasse“ die Strategie von E-Plus zu sein.

Mobiles Internet soll sich auch bei E-Plus zu einem Umsatzbringer entwickeln. Ein konsequenter Ausbau des Eplus-UMTS-Netzes soll folgerichtig mehr Kunden zu E-Plus führen. Bisher erreicht das E-Plus-UMTS-Netz nach Unternehmensangaben 60 Prozent der Bevölkerung.

Ob E-Plus bei seiner Netz-Strategie bleibt oder in Sachen HSDPA eventuell eine Partnerschaft mit einem anderen Mobilfunker eingeht, wird sich im Laufe des Jahres 2008 zeigen. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa-AFX deutete Dirks zumindest schon an, in welche Richtung sich die Debatte um HSDPA bei E-Plus in Zukunft bewegen könnte. Der E-Plus-Chef sagte nämlich: „Ich lade o2 ein, damit wir mehr gemeinsam machen können.“

Autor: FN