18.08.2008

DVB-H: Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück

Was passiert nun mit DVB-H in Deutschland? Steht Mobile TV basierend auf DVB-H tatsächlich kurz vor dem aus? Wird das Mobile 3.0 Konsortium die Sendelizenz tatsächlich abgeben? Sollte das der Fall sein, könnten sich recht schnell genau diejenigen um die frei gewordene Lizenz bemühen, die bislang keine DVB-H-Geräte verkaufen und somit eine effiziente Einführung von DVB-H in Deutschland boykottiert haben: Die Rede ist von den Mobilfunkern.

Die Mobilfunkunternehmen T-Mobile, Vodafone und o2 taten sich in Sachen DVB-H schon einmal zusammen und buhlten um eine gemeinsame Sendelizenz. Das Kartellamt gab sogar grünes Licht für diese Kooperation. Doch die Landesmedienanstalten gaben bei der Vergabe der DVB-H-Lizenz dem Mobile 3.0 Konsortium hinter dem die Medienunternehmen Burda und Holtzbrinck stehen den Vorzug.

Mobile 3.0 muss eine Erklärung abgeben

Bislang wird jedoch über einen zweiten Versuch des Erwerbs einer Sendelizenz durch die Mobilfunker spekuliert. Die Unternehmen selbst halten sich mit Kommentaren vornehm zurück. Wie der Pressesprecher von o2, Albert Fetsch, vor kurzem gegenüber teltarif bekannt gab, halte man ein Engagement im DVB-H-Bereich nicht für ausgeschlossen, aber für ein Statement sei es noch zu früh. Klar sei, dass der Standard mehr multimediale Features biete als DVB-T.

Um den Weg für eine Neuvergabe der Lizenzen und eine Neuausschreibung frei zu machen müsste das Mobile 3.0 Konsortium die DVB-H-Lizenz tatsächlich bei den Medienanstalten abgeben beziehungsweise erklären, dass mit einem DVB-H-Start in Deutschland nicht mehr zu rechnen sei. Bislang blieb solch eine Erklärung aus. Doch vor kurzem erreichte das Betreiberkonsortium ein Brief von den Mediananstalten in dem um ein baldiges Statement bezüglich des weiteren Engagements im DVB-H-Bereich gebeten wurde.

Der Vorsitzende der Direktorkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) Thomas Langheinrich sieht die Betreiber in der Pflicht, Auskunft über die Perspektiven des Projekts zu erteilen: Bislang fehlen noch wichtige Verträge zum Aufbau des Sendernetzes und zum Vertrieb der DVB-H-Handys. Es ist Zeit für ein Signal von Mobile 3.0, ob die DVB-H-Plattform eine Chance auf Realisierung hat. Wenn Presseberichte über einen angeblichen Ausstieg aus dem Versuchsprojekt zuträfen, dann solle das klar erklärt werden.“

Autor: FN