09.10.2008

Neustart von DVB-H geplant

Das deutsche Handy-Fernsehen hat turbulente Monate hinter sich. Die Fußball-Europameisterschaft ist vorüber, ebenso die Olympiade, der Standard DVB-H konnte keines der Großereignisse wirklich für sich nutzen. Es ist still geworden um „Digital Video Broadcasting-Handhelds“ und das Betreiberkonsortium Mobile 3.0.

Jetzt hat sich die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) zu Wort gemeldet: Man sehe das aktuelle Versuchsprojekt DVB-H als beendet an und fordere Mobile 3.0 auf, die Lizenz zurückzugeben. Nur so werde der Weg frei für einen möglichen Neustart unter veränderten Rahmenbedingungen, sagte der Vorsitzende der ZAK, Thomas Langheinrich.

Mobile 3.0 soll Lizenz zurückgeben

„Mobile 3.0 konnte das eigene, im Rahmen der Ausschreibung vorgelegte Gesamtkonzept nicht umsetzen und weder Verträge über den Netzbetrieb noch mit Vertriebs- und Marketingpartnern vorlegen“, kommentierte Langheinrich der Verlauf des Projektes. „Dazu hat das Betreiberkonsortium in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass es die Rahmenbedingungen nicht mehr als ausreichend einschätzt, um an dem ursprünglichen Gesamtmodell unverändert festzuhalten. Wir ziehen daraus den Schluss, dass ein Festhalten an diesem Pilotversuch das DVB-H-Projekt nicht weiter bringt“, so der Leiter der Zulassungs-Kommission.

Mobile 3.0 hatte den Einstieg eines neuen Investors in Aussicht gestellt. Für Langheinrich ist das aber nicht der gewünschte Lösungsweg: Dies würde die für die Auswahlentscheidung maßgeblichen Gesellschafter-Strukturen grundlegend verändern, ohne die Gesamtsituation zu verbessern. Seit dem 1. September gilt der 10. Rundfunkstaatsvertrag. Er bietet eine neue Rechtslage, die den Plattform-Betrieb von DVB-H erstmals auf eine bundesweit einheitliche Grundlage stellt. Ein Neustart von DVB-H könnte daher gleich als Regelbetrieb erfolgen und die veränderte Marktlage berücksichtigen, betonte Langheinrich. „Wir sollten alle Anstrengungen unternehmen, um gemeinsam mit den Marktteilnehmern den Schatz DVB-H doch noch zu heben“, formulierte der Leiter der ZAK.

Autor: FN