21.10.2008

Telekom plant Zusammenschluss bei Glasfasernetzen

Die Deutsche Telekom arbeitet offenbar an einem Strategiewechsel im Festnetzbereich: Laut einem Bericht des Magazins "Wirtschaftswoche" plant der einstige Monopolist, Netzkooperationen mit Konkurrenten einzugehen. So könnten Investitionskosten in Milliardenhöhe eingespart werden.

Festnetzchef Timotheus Höttges verhandle gerade mit mehreren Konkurrenzunternehmen über die gemeinsame Errichtung von Glasfasernetzen, heißt es in dem Wirtschaftsmagazin. Die Telekom betreibt derzeit nur den Aufbau eines VDSL-Netzes, das zwar ebenfalls auf Glasfaser basiert, aber nicht bis zum Haus der Kunden vordringt.

Netzkooperationen mit der Konkurrenz sollen Kosten sparen

Bisher hatte die Deutsche Telekom immer das Ziel verfolgt, alle Infrastrukturen selbst zu schaffen. Jetzt sieht Festnetzchef Höttges in den Kooperationen mit der Konkurrenz offenbar eine Alternative zum milliardenteuren Selbstaufbau. Ein möglicher Partner könnte die Kölner Telefongesellschaft Netcologne sein, laut Wirtschaftswoche werde bereits über ein gemeinsames Projekt in Aachen verhandelt. Der Strategiewechsel geschieht wohl auch vor dem Hintergrund der von der Bundesnetzagentur verordneten Öffnung der Glasfasernetze für alle Konkurrenten. Wie es in dem Artikel weiter heißt, habe die Telekom das Kartellamt bereits informiert, das eventuelle Kooperationen erst billigen muss.

Das "Fibre to Home" (FTTH) genannte Netz reicht bis in die Keller der Kunden und beschleunigt den Internet-Anschluss auf Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde. Einige Mitbewerber der Telekom haben bereits derartige Glasfasernetze aufgebaut und in Betrieb genommen. Aufgrund der umfangreichen Erdarbeiten ist der Aufbau sehr teuer. Die DSL-Anbieter brauchen die hohen Bandbreiten, um Leistungen wie Fernsehen, Internet und Telefon als Komplettpaket anbieten zu können. Sie hoffen, so Betreiber von Kabel-TV zurückdrängen zu können, die ihrerseits immer stärker ins Internet-Geschäft vordringen. "Wir prüfen verschiedene Optionen, um möglichst wirtschaftlich viele Regionen in Deutschland mit Hochgeschwindigkeits-Infrastruktur auszubauen", heißt es von Seiten der Telekom. Dabei sei man auch für einen gemeinsamen Ausbau in Bereichen offen, die man alleine nicht erschließen würde. Es habe erste Gespräche mit Konkurrenten gegeben, bestätigte ein Telekom-Sprecher. Zu einer möglichen Zusammenarbeit mit Netcologne wollte er sich nicht äußern.

 Autor: FN