20.11.2008

Lücken in der Breitbandversorgung: Neue Datenbank soll helfen

Die rund 600 deutschen Gemeinden, die noch ohne Anbindung an das breitbandige Internet sind, können neue Hoffnung schöpfen: Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) will einen weiteren Beitrag zur flächendeckenden Breitband-Versorgung leisten. Zu diesem Zweck wurde am 17. November mit einer bundesweiten Befragung der Kommunen begonnen.

Im Rahmen der Umfrage sollen relevante Daten erhoben werden, wie die Anzahl der unversorgten Haushalte und Betriebe, vorhandene TK-Infrastrukturen oder mitnutzbare Einrichtungen in unversorgten Ortsteilen. Die Informationen werden in einer Datenbank zusammengefasst, die im Anschluss für jede Gemeinde die geeignete Technologie ermitteln kann.

Erfolgreiches Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz

Das BMWi und der Deutsche Städte- und Gemeindebund in Rheinland-Pfalz haben bereits eine solche Befragung durchgeführt und zeigten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen. Der Aufbau einer solchen Datenbank wurde angeregt vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), die Länder und die entsprechenden Wirtschaftsverbände unterstützen die Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums.

"Die Datenbank kann einen wichtigen Beitrag leisten für eine schnelle und deutliche Verbesserung der Versorgungslage in der Fläche", glaubt Staatssekretär Dr. Pfaffenbach. "Je genauer die Angaben der Gemeinden sind, desto leichter fällt die Schließung der Versorgungslücken". Man hoffe in den übrigen Bundesländern auf eine ebenso hohe Beteiligung wie in Rheinland-Pfalz, so Dr. Pfaffenbach. Auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering lobte die Mitarbeit der Gemeinden: "Das große Engagement der rheinland-pfälzischen Kommunen bei der Erhebung der nun veröffentlichten Sekundärdaten zeigt, dass eine große Bereitschaft besteht, die Breitband-Erschließung im ländlichen Raum aktiv zu unterstützen". Die Ergebnisse können auf dem Breitbandportal des BMWi unter www.zukunft-breitband.de und auf der Internetseite des VATM abgerufen werden.

Task Force für die Bürgermeister der unterversorgten Gemeinden

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner appellierte zum Start der Befragung an die Politiker auf lokaler und regionaler Ebene, die wichtigsten wirtschaftlichen, topographischen und infrastrukturellen Rahmendaten so schnell wie möglich zu liefern. Die gesammelten Daten sollen später um Geodaten ergänzt werden. "Mit der daraus entstehenden Datenbank werden vielen die mittelständischen äußerst innovativen Unternehmen erstmalig in die Lage versetzt, spezifische Lösungen für kleine Ortsteile und Gemeinden anzubieten, die bislang keinen DSL-Internetanschluss hatten – und diese auch ohne den bisherigen großen Kosten – und Zeitaufwand umzusetzen", kommentiert Grützner das bundesweite Projekt.

Darüber hinaus soll eine so genannte Task Force den Bürgermeistern nach Erstellung der Datenbank Unterstützung bieten bei der Auswahl und Umsetzung der passenden Breitband-Technologie. Für Gemeinden, in denen besonders ungünstige örtliche Bedingungen herrschen, gibt es auch die Möglichkeit einer finanziellen Förderung durch das Bundeswirtschaftministerium.

Autor: FN